Hurra, ich wurde das erste Mal geimpft

Heute, wettermäßig ein richtiger April-Tag, sonnig, regnerisch, windig, leider kühler als die vorhergehenden Tage, ist ein wichtiger Tag für mich. Ich bin geimpft worden (also das erste Mal, das zweite Mal dann genau in drei Wochen) und mit dem Pfizer Impfstoff – ich hätte aber auch jeden genommen!

Ich war in Hochstimmung in der Früh, ich habe mir sogar ausnahmsweise überlegt was ich anziehen soll! Ich habe mich dann zum Glück für etwas entschieden, das schnell und problemlos erlaubt hat, an den Oberarm zu kommen (die Dame, bei der Impfstation hat mir gesagt, dass die längste Zeit für’s Aus- und Anziehbenötigt würde).

Zum Impfen – Zeitpunkt 11:35 bin ich nicht gegangen, sondern geschritten.  Schon gestern hatte ich mir alles bereitgelegt, den Impfpass, die den Personalausweis, die e-Card, den ausgefüllten Fragebogen und die unvermeidliche Maske.  Für alle Fälle habe ich dann noch ein Buch eingepackt – sollte ich doch irgendwo warten müssen.

Ich war für die Impfstation in der Gasgasse vorgesehen – das ist eine Gegend in Rudolfsheim, hinter dem Westbahnhof, in die ich sonst recht selten komme, ich hatte mir genau ausgedruckt, wie ich hinkommen würde (Straßenbahn und U-Bahn), aber auch einen Plan der Umgebung – man weiß ja nie. Natürlich habe ich das Haus rechtzeitig verlassen, auf der Einladung stand, man solle 10 Minuten vor Beginn der Impfung dort sein – und wer zu spät kommt, verliert den Termin. Das wollte ich auf keinen Fall riskieren.

Im Lockdown sind jetzt die Straßen meiner Umgebung fast leer. Auf der Ringstraße sind zwei Fiaker gefahren, mit Schimmeln bespannt – kurz habe ich überlegt, wie es denn wäre, mit dem Fiaker zum Impfen vorzufahren – gleich hab’ ich den Gedanken wieder verworfen. Sowohl in der Straßenbahn als auch in der U-Bahn befanden sich nur wenige Leute. Und ich musste auf keines der beiden Verkehrsmittel warten. Dementsprechend früh war ich dann am Ziel, in der Gasgasse.  Aber wie das bei alten Leuten so ist, ja rechtzeitig dort zu sein, hatten sich auch viele andere gedacht. Als ich dann vom Fußmarsch von der U-Bahn zum Bezirksamt – wo die Impfung stattfand – gekommen, war, begleitet von einer netten Dame mit Kind, die mir vieles über die Umgebung erzählt hatte, – z.B. warum eine der Straßen dort blau angemalt war, stellte ich fest, dass auf dem Gehsteig vor der Impfstelle– und auch am gegenüberliegenden, ziemlich viele Menschen standen. Also fast ein Cluster – naja, es hatten schon alle eine Maske auf, und schimpften auf die Organisation, hier in der Kälte stehend, dem Wind ausgesetzt, würde man sich doch verkühlen. Ich versuchte die da Herumstehenden zu zählen und kam so auf 2 Dutzend.  Ab und zu kam ein junger Mann aus der Tür und rief eine kleine Gruppe Personen nach ihrem Namen auf. Dabei stellte sich heraus, dass nicht alle der Anwesenden Impfkandidaten waren, es waren viele (jüngere) Begleitpersonen dabei. Die Impfkandidaten schienen mir alle ziemlich alt zu sein, es waren auch einige Ehepaare darunter. Ein junger Mann stach unter diesen Oldies wirklich hervor.

Als ich dann endlich aufgerufen wurde, kam ich in einen Vorraum, wo man meine Identität überprüfte und den ausgefüllten Fragebogen, E-Card sowie den Impfpass abnahm. Man wurde in einen weiteren Warteraum gewiesen. Hier entledigte ich mich meines Mantels (denn Regen war nicht auszuschließen) und wartete. Man wurde wieder namentlich (jetzt einzeln) aufgerufen und in einen großen Raum geleitet, indem sich mehrere nummerierte Boxen befanden (sorry, aber es hat eher wie der Innere einer Bedürfnisanstalt ausgesehen), man bekam seine Dokumente ausgeliefert, konnte sich niedersetzen, und wartete neuerlich, aber nicht lang. Eine sehr nette Dame kam, um den Impfkandidaten abzuholen. Der Oberarm wurde freigemacht (man wurde vorher gefragt, welche Seite – links oder rechts man bevorzuge) und schon war der ersehnte Stich erfolgt. Man wurde noch aufgeklärt, dass es eventuell Impfreaktionen geben werde (beim ersten Impfen weniger, beim zweiten Mal möglichweise mehr) und dass man viel trinken und sich schonen sollte – den nächsten Tag.

Jetzt musste man noch eine viertel Stunde warten – und dann konnte man nach Hause gehen.

In Summe, vom „Aufruf“ vor dem Eingangstor bis zum Verlassen des Gebäudes hat das Ganze nicht mehr als eine halbe Stunde gedauert. Es war ausgezeichnet organisiert und die dort Arbeitenden waren freundlich, hilfsbereit und rücksichtsvoll. Bis 19 Uhr ist diese Impfstation heute noch geöffnet.

Vor dem Ausgang stand eine Reihe von Taxis, die umgehend freundlich ihre Dienste anboten. Ich wählte wieder die Öffis, beim Rückweg schaute ich mich dann in der Umgebung an, teilweise sehr schöne Gründerzeithäuser, aber auch viele Neubauten.

Also: in ca. 6 – 10 Tagen werde ich zu ca. 60% vor Ansteckung geschützt sein, eigentlich eine sehr erfreuliche Aussicht, aber jetzt heißt es halt noch aufpassen und die doch strengen Corona Regeln beachten.

Hurra, ich wurde das erste Mal geimpft

7 Gedanken zu “Hurra, ich wurde das erste Mal geimpft

  1. m_4 schreibt:

    Was für eine schöne Erzählung Ihres Abenteuers ! Und es gibt mir Mut , am Dienstag bin ich daran … Mit einem Fiaker hingehen, ein schönes Bild der alten Zeiten, wir haben keine mehr in Paris 🙂
    Freundliche Grüße
    Martine

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  2. Elena schreibt:

    Ich freue mich sehr für Sie und danke Ihnen auch für die Schilderung des „Impftages“; Ihre berechtigte Hochstimmung meine ich gut nachvollziehen zu können.

    Frohe Ostern!
    Ihre Vorfreude auf den nächsten Impftermin meine ich zu erahnen..

    Ich möchte Ihnen auch danke sagen für Ihre bewegenden Worte zum Ableben von Hugo Portisch. Ich beneide Sie beinahe um die persönliche Bekanntschaft zu ihm und seiner Frau; ..und das Olivenöl (aus Benevento?) muß wahrlich köstlichst gewesen sein.

    Viele Grüße
    E.

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