Osterspaziergang – besinnlich

Ich musste aber meine Grenzen erkennen

Nur ganz schnell vorweg:

  • Gestern abends die Himmelsleiter am Stephansdom bewundert – ich kann sie von unseren Fenstern aus sehen.
  • Heute: einige der Magnolienbäume in der Kärntnerstraße blühen – bei anderen ist etwas grün an den Zweigen zu entdecken. Aber manchen schauen leider noch ziemlich dürr aus – hoffentlich haben sie den Winter überlebt.

Und jetzt noch ein kurzer Bericht zu unserem Osterspaziergang. Meine Tochter hat mich nach Pernitz mitgenommen – schon dafür war einiges an Vorbereitungen erforderlich: einen Test (um aus dem Bezirk Wiener Neustadt wieder herauszukommen – wir wurden aber nicht überprüft) und ein Nachweis, dass Pernitz unser Zweitwohnsitz ist, hatten wir auch mit. Früher hat man für Flüge innerhalb Europas weniger Unterlagen gebraucht. Ich mag ja diese so oft gefahrene Strecke nach Pernitz sehr gern – in Wien stand schon alles in Blüte, gelb, rosa und weiß, von der Autobahn aus sieht man in der Ferne den Schneeberg weiß leuchten, aber ansonsten werden schon wieder neue Schallschutzwände gebaut, sie ersetzen Erdhügel mit Sträuchern. Es wird immer Tunnelähnlicher …

Nach dem Abbiegen ins Piestingtal sieht man zwar überall die Primeln aber durch die Nähe des Schneebergs blüht es hier doch später als in Wien. Ich erfreue mich der grünen Wiesen, der dunklen Nadelwälder entlang dieser Strecke. Jetzt ist die Quarb – deren Namen ich so interessant finde, endlich auch angeschrieben. Der Flurname Quarb wird auf keltischen Ursprung zurückgeführt. Das Wort Quarb lässt auf einen Wachtposten schließen, der sich vermutlich am Nordhang des Kitzenberges, gegenüber dem Eingang ins Feichtenbachtal, befunden hat.

In Pernitz erwartet uns einer meiner Enkel und Sohn meiner Tochter, auch er frisch getestet.  Der Garten schaut sehr gepflegt aus, das Haus ist im Inneren sehr verändert – seit wir – mein Mann und ich – dort unsere Wochenenden verbracht haben. Aber jetzt gibt es ein Fußballtor, einen Feuerplatz … Aber wir bleiben nur auf einen Kaffee – denn wir wollen in den Wald. Ein traditioneller Spaziergang von unserem Haus aus – zum so genannten Schneebergbankerl. Ich war schon lange nicht mehr hier im Wald unterwegs – im Gegensatz zu früher, als ich täglich durch den Wald gestreift bin. Ich liebte diesen weichen Waldboden, wenn auch die Wege teilweise steinig waren und von vielen Wurzeln durchzogen – und immer geht es bergauf und bergab.

Und jetzt kam die traurige Erkenntnis – ich muss aufgrund der Unebenheiten dauernd nur auf den Weg schauen, ich komme nur langsam voran und bin wenn’s bergauf geht, ganz schnell außer Atem.  Und wenn ich müde bin, besteht die Gefahr, dass ich umplumpse. Naja, jetzt bin ich nur mehr das Stadtleben gewohnt, wo es meist ziemlich eben und asphaltiert ist, bin nicht mehr jung und kann nicht mehr wie eine Geiß über Stock und Stein springen.

Dennoch die allerletzten Schneerosen haben noch geblüht, allerdings waren die Blüten schon grün, Kuhschellen haben wir am Rand des Waldes gesehen, ein Seidelbast lag nicht am Weg, diese Sträucher gibt es erst weiter oben. Hier wachsen hauptsächlich Nadelbäume, viele Föhren und Fichten, aber man sieht überall das Wirken der Borkenkäfer – der Wald wird noch lichter, das Gras am Boden wird noch dichter. Die Wacholdersträucher haben alle schon neue Triebe. Aber nach wie vor rauscht der Wald, die Sonne schien durch, die Bäume werfen ihre Schatten und wir sahen den Schneeberg.  Ich liebe diesen Wald, aber ich bin ihm nicht mehr gewachsen – das macht mich traurig.

Nachmittag wollten wir noch zum Luckerten Stein gehen, auch so ein Lieblingsplatz von mir, von wo man im weiten Bogen schön durch den Wald streifen kann, aber im Hinblick auf das Kreuz, das mir weh tat, die künstliche Hüfte, die sich bemerkbar machte und das Knie das manchmal ein bissl einknickte verzichtete ich dann doch lieber auf einen zweiten Waldspaziergang.

Noch am späten Nachmittag fuhren wir nach Hause, diesmal über den Hals – wo wir leuchtende Erikateppiche sahen, der Hals ist ein Pass zwischen Piesting- und Triestingtal. So schön es hier landschaftlich auch war, das Triestingtal ist – so finde ich – wirklich hässlich verbaut. Soweit man es von der Straße aus sieht, großflächige Industrie- und Handelsanlagen – mit riesigen Parkplätzen, alle breit (also nicht in die Höhe gebaut), Bodenversiegelung pur!  

Naja, und entlang der Weinfahrt zu Wien auf der Südautobahn – auch nicht viel besser. Wie lange können wir uns das noch leisten?

Unseren Osterspaziergang haben wir daher nicht mit erbaulichen Gesprächen verbracht, sondern ich musste auf den Weg achten – aber schön war’s doch wieder im Wald zu sein

Osterspaziergang – besinnlich

2 Gedanken zu “Osterspaziergang – besinnlich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s