Zum Thema Geburtstage

Es gab in meinem Leben schon sehr viele Geburtstage, eigene, in der Familie, von Freunden.

Die spektakulärsten waren die „Runden“ meines Mannes. Diese Geburtstage wurden immer im ganz großen Kreis gefeiert. Die Familie, die Freunde (viele) und Vertreter aus Politik und Wirtschaft – in interessanten Lokationen, wie z.B. am Dach des Justizpalastes, im Lusthaus im Prater … Den letzten Geburtstag feierten wir dann noch im Refektorium des Franziskanerklosters. Mein Mann überlegte schon, wo der dann seinen Neunzigsten feiern würde, aber dazu ist es dann leider nicht mehr gekommen.

In meiner Kindheit wurden Geburtstag selbstverständlich wahrgenommen, ich bekam auch immer Geschenke von meinen Eltern – weniger von sonstigen Familienmitgliedern und Feiern wurden keine veranstaltet. Vielleicht war das erst auf den Krieg, und später dann auf die schwierige Nachkriegssituation zurückzuführen. Wenn auch unsere wirtschaftliche Situation prekär war: Geld für ein meist doch ein recht aufwändiges Geburtstagsgeschenk „fand“ meine Mutter immer! „Nachhaltig“ sollte es ein, also z.B. Silberbesteck für meine Ausstattung. Oder eine Goldmünze. (Naja, mein Enthusiasmus hielt sich in Grenzen.) Einmal, das war schon während meiner Studienzeit, ich verbrachte gerade ein halbes Jahr in Nancy, hat meine Mutter mir einen selbstgestrickten Mantel – blau – geschickt. Die Geburtstage meine Mutter habe ich (ebenso wie die Muttertage) gefürchtet, weil ich ihr nie „das Richtige“ geschenkt habe, egal was es war – gepflückte Vergissmeinnicht, gestohlener Flieder, später eine schöne Armbanduhr – nie war es „recht“. Immer wurde es entweder umgetauscht, lange unbenutzt aufgehoben und nie bedankt.

Die „normalen“ Geburtstage, also die nicht-runden eines Mannes und mir, wurden nicht besonders gefeiert, meistens kochte ich eine „Leibspeis“, wir tranken einen guten Wein dazu, und tauschten Geschenke aus (im schönen Einpacken dieser Geschenke war ich nie sehr gut). Was meine Geschenke anlangte, wurde ich meist gefragt, was ich mir denn so wünsche, ich nannte das Geschäft dazu, wo man es kaufen könne …

Diese Routine änderte sich dann, als unsere Kinder heirateten. Da kam dann plötzlich eine ganz andere „Feiertradition“ in die Familie. Erst waren wir von dem „Rundherum“ einigermaßen überwältigt, gewöhnten uns aber dann daran, ohne es vollständig für uns zu übernehmen.

Als wir dann viele Geburtstage in unserem Häusl in Pernitz feierten, kamen als Geschenke z.B. Pflanzen dazu. Ich war beglückt über eine Magnolie – die ich mir schon immer gewünscht hatte. Sieben Jahre hat sie gebraucht, bis sie dann endlich das erste Mal – ich glaube mich richtig zu erinnern – drei wunderschöne Blüten hervorgebracht hatte. Aber anderen diesbezüglichen Geschenken ging es leider nicht gut, z.B. der wunderschöne roten Trompeten-Jasmin, den ich unbedingt an der Hauswand sehen wollte, ging traurig ein.  Naja! Geburtstagsblumensträuße halten auch nicht ewig. Aber die Geburtstagsfeiern waren immer lustig, meist fanden sie im Garten statt.

Einmal hatten wir sogar eine Tradition gestartet. Meine Mutter war dreißig Jahre älter als ich, meine Tochter ist 30 Jahre jünger als ich. Somit haben wir den 80er meiner Mutter an ihrem Geburtstag im Mai gemeinsam gefeiert. Damals haben wir unsere gesamte Pernitzer Verwandtschaft, die ja sehr groß ist, meine Mutter hatte nämlich 5 Geschwister, dazu eingeladen.

Diese Tradition haben wir fortgesetzt und erweitert (bis uns halt dann Corona einen Strich durch die Rechnung machte). Jetzt umfasst diese Runde auch eine meiner Enkeltöchter, weil sie 20 Jahre jünger als meine Tochter ist, und einen Enkel der den 30er zu seiner Mutter erreicht hat. Und wenn man die „Halbrunden“ einbezieht, gehört auch mein Sohn dazu. Dieses Geburtstagsfest wollen wir vielleicht dann doch im Mai probieren …

Denn voriges Jahr, – da blieb – Corona-bedingt vom Geburtstagsfest nur die Liste aller jener übrig, die ich einladen wollte (leider musste ich schon einige wieder davonstreiche – die uns inzwischen für immer verlassen haben). Gefeiert haben wir dann aber dennoch schön, im Schönbrunner Schlossgarten hat meine Tochter für mich ein kleines familiäres Picknick veranstaltet, es hat rundherum geblüht, die Vögel haben gesungen …

Heuer verbringe ich den Tag weitgehend telephonierend (und im Internet),  es ist schön, wie viele alte Freunde sich dazu rühren. Und wunderschöne Blumen sind auch eingetroffen – sogar eine Bougainville ist darunter (hoffentlich kommt sie am Balkon durch!)

Wie viele Geburtstage ich noch feiern werde? Das überlasse ich vorläufig einmal dem Lieben Gott und hoffe doch auf noch einige, es müssen ja nicht alle meine eigenen sein!

Zum Thema Geburtstage

2 Gedanken zu “Zum Thema Geburtstage

  1. Harald Taferner schreibt:

    Liebe Christa, ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute zum Geburtstag. Allem voran viel Glück, Gesundheit und tolle Erlebnisse. Ich freue mich auf die weitere Lektüre Deines erbaulichen Blogs und auf ein persönliches Treffen, sobald es die Umstände wieder zulassen! Liebe Grüße Harald

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