Diesmal: Kurpark Oberlaa

Es ist zwar noch nicht wirklich warm, und ein kalter Wind weht auch noch immer, aber die Sonne scheint, und die Blüten lassen nicht dran hindern voll aufzugehen.

Daher: kein langes Mittagsschlaferl sondern auf, um Neues zu erkunden. Ziel ist heute der Kurpark Oberlaa. Ganz kann ich Bruno Kreisky nicht zustimmen, als er meinte als er die Anlage ein „Schönbrunn des 20. Jahrhunderts“ nannte. Aber die Erweiterung des Wald- und Wiesengürtels  in Richtung Südosten finde ich eine sehr gute Idee.

Bei mir hapert’s halt an der Erreichbarkeit – zuerst die U1, na das geht problemlos, aber dann! Der Reimannplatz ist für nicht Eingeweihte, die in irgendwelche Autobuslinien umsteigen wollen ein Buch mit sieben Siegeln. Ich musste ihn rundherum abgehen, bis ich mithilfe einer sehr netten Dame (Euroafrikanerin? Sagt man das so richtig) nachdem ich 65A, dann den 66A und den 7A angetroffen hatte, den Weg zum 68A gefunden hatte, er befindet sich „ums Eck“, und ist vom Platz aus nicht einsichtig. Pfeile wären dort wirklich eine Hilfe, bei den Ausgängen der UBahn. Ich war bei dieser langen Suche recht frustriert und wollte mir schon beim Tichy dort ein Eis kaufen, wieder nach Hause fahren und auf den Kurpark Oberlaa verzichten.

Die Fahrt mit dem 68a war wirklich interessant für mich, wenn man mich dort irgend wo aussetzen würde, würde ich sicher nicht annehmen, mich in Wien zu befinden, soviel neue Wohnanlagen und Neubauten. Ich hatte vor, bei der Filmteichstraße auszusteigen, fuhr aber dann doch bis zum Haupteingang. Der Name der Straße kommt daher, dass das Areal um den Filmteich als Drehort von Monumentalfilmen der Stummfilmzeit gedient hatte. Tausende Statisten wurden aus den dicht besiedelten Wohngebieten Favoritens und Simmerings angeworben. Der 1920/21 gedrehte dreistündige Film „Sodom und Gomorrha“ und der 1924 hier entstandene Film „Die Sklavenkönigin“ waren die opulentesten Produktionen.

Vor der Ausrichtung der zweiten Gartenschau 1974 hatte das vernachlässigte ehemalige Ziegeleigelände am Südosthang des Laaer Bergs teilweise als Mistabladeplatz gedient, zum Teil war es Naturschutzgebiet gewesen. Die „Wiener Internationale Gartenschau 1974“ (WIG 74) wurde am 18. April 1974 eröffnet und schloss am 14. Oktober 1974 ihre Tore. Sie war mit 2,6 Millionen Besuchern ebenso wie ihre Vorgängerin im Donaupark ein beachtlicher Publikumserfolg. Das Presseecho war zum Teil allerdings äußerst kritisch. Der bekannte Bildhauer Fritz Wotruba stellte die aufwändige Gestaltung eines Grünraums in städtischer Randlage grundsätzlich in Frage. Die Gartenschau konnte nur durch großzügige Verbilligungsaktionen ihre Besucherzahl von 2,6 Millionen erreichen (anvisiert waren 3 Millionen). Bekannte Architekten wie Gustav Peichl und Roland Rainer hätten eine Durchgrünung der Innenstadt vorgezogen und kritisierten die 600 Million Schilling an Steuergeldern, die die Schau gekostet hatte, Rainer vermisste eine simple Fußballwiese. Führende Politiker widersprachen dieser Kritik: Bürgermeister Leopold Gratz vermerkte in seiner Eröffnungsrede, man werde nicht zulassen, dass im Stadtzentrum die Gärten wären und an der Peripherie nur die Mülldeponien.

Eine im Park verkehrende Einschienenbahn erwies sich als Fehlinvestition und musste nach einigen Jahren abgebaut werden, ein daran anschließender Vergnügungspark zeigte sich von Anfang an defizitär. Ende 1974 wurde das Areal der Gartenschau schließlich in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt, die breiten Zuspruch erhält. Weitere internationale Gartenschauen wurden allerdings von Wien nicht ausgerichtet, und der Trend der Folgejahre ging eher weg vom pflege- (und kosten-) intensiven Schaugrün zur naturnahen Gestaltung, wie im Bereich Erholungsgebiet Wienerberg.

Und genau das macht diesen Park für mich so reizvoll, die naturnahe Gestaltung. Vor allem gibt es viel „Wasser“, diverse recht natürlich erhaltene Teiche, die man umrunden kann, aber auch einen so genannten barocken Brunnengarten, wo man zwischen plätscherndem Wasser verweilen kann. Der japanische Garten enthält sogar einen kleinen Wasserfall, und ist mit seiner unterschiedlichen Bepflasterung etwas mühsam zu begehen – aber er ist klein und blüht derzeit reichlich. Der Kurgarten ist eher barock ausgerichtet und hat zwei Teiche mit Springbrunnen.

Es gibt einige interessante große Plastiken, aber ein paar badende Nymphen sind meines Erachtens besonders hässlich geraten. Den Liebesgarten finde ich besonders kitschig, aber ich bin eher hineingestolpert. Sehr erfreulich finde ich die vielen Liegewiesen, die z.T. sogar mit einer Art Liegestühlen ausgestattet sind. Auch durch den Allergiegarten bin „gewandelt“. Vieles habe ich nicht wahrgenommen. 

Es waren verhältnismäßig wenig Leute dort, für die Größe des Areals (wenn ich das mit meinem Burggarten vergleiche). Besonders ist mir aufgefallen, dass wenig Kinder dort waren, obwohl es einen Kinderspielplatz und einen Streichelzoo gibt, eigentlich schade. Bevölkert ist der Park meist von Oldies und für diese stehen aus ausreichend Bänke zur Verfügung.

Der Park hat mir gefallen, aber aufgrund der Anreise werde ich mich nicht besonders oft dort einfinden.

Und es gibt dazwischen eine ganze Reihe von Themenparks,

Diesmal: Kurpark Oberlaa

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