Das smaragdgrüne Kleid

Mich reizt „Shoppen“ überhaupt nicht, obwohl jetzt wieder alle Geschäfte offen haben, viele von ihnen schon wieder Prozente anbieten, habe ich keine Lust mir etwas zu kaufen. Wohl weil ich schon alt bin, und der Kasten voller Klamotten hängt (die mir aber größenmäßig nicht mehr immer optimal passen) und andererseits ohnedies nirgend hingehe, wo es mir wichtig wäre, „schön angezogen“ zu sein. Aber in die Auslagen schaue ich schon gerne, freilich nur um meist festzustellen, dass die ausgestellten Objekte für mich ohnedies nicht passend wären.

Aber neulich habe ich ein Sommerkleid aus Baumwolle – in Smaragdgrün – in einer Auslage gesehen, aus Baumwolle, preislich durchaus angemessen, das mich an ein Kleid erinnert hat, das ich in den fünfziger Jahren (!) gerne getragen habe.  Ich dachte bei mir, dass ich doch ohnedies nur mehr Hosen trage, dass ein ärmelloses Kleid in meinem Alter unmöglich wäre, naja und überhaupt – wozu würde ich es denn anziehen.

Aber ganz ging mir dieses Kleid nicht aus dem Kopf, ich ging meine Tücher durch, und fand eines, dass wirklich gut dazu passen würde (ohne Tuch oder Jackerl könnte ich doch kein ärmelloses Kleid tragen!).

Neulich war ich dann am späteren Nachmittag noch Lebensmittel einkaufen und beschloss, sollte das Geschäft mit dem smaragdgrünen Kleid noch offen haben, hineinzugehen und zu fragen, ob das Kleid in meiner Größe noch lagernd wäre. Es war natürlich nicht, aber in Schwarz wäre es noch vorhanden. Ich probierte das gute Stück – es passte (mit Ausnahme des Anblicks der Oberarme, da übte ich Toleranz mit mir selber). Aber ich wollte kein schwarzes Sommerkleid.

Die nette Verkäuferin war aber bereit, in einer anderen Filiale nachzufragen, ob es das Modell in smaragdgrün in meiner Größe noch vorhanden wäre – es war. Also ich könnte das Kleid abholen, aber nur bis um 13 Uhr des Folgetages.

Natürlich wollte ich. Also pilgerte ich am Folgetag wiederum in dieses Geschäft, nur um missvergnügt festzustellen, dass das Kleid in der anderen Filiale (wesentlich weiter entfernt von mir) reserviert worden wäre. Wenn ich es wollte, müsste ich mich dorthin begeben, man transferiere keine Ware von einem Geschäft zum anderen. (mir ein bissel unverständlich, nachdem man so lange im Lockdown gar nichts verkaufen konnte). Nun war es zu spät und ich hatte auch keine Lust mich in Öffentliche Verkehrsmittel zu schwingen, um dieses Kleid zu erobern.

Wahrscheinlich habe ich die Verkäuferin des Vortages falsch verstanden.  Damit: kein neues smaragdgrünes Kleid für mich – war eh eine Schnapsidee es zu kaufen … Aber leid tut’s mir schon!

Das smaragdgrüne Kleid

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