Misstrauen gegenüber Bundesgärten

Empfehlung: eine interessante Ausstellung am Heldenplatz

Ich frage mich, was das wohl wieder soll. In den von mir frequentierten Bundesgärten in Wien (Burggarten, Volksgarten) stecken neuerdings am Rande der Rasenstücke kleine Taferln mit Piktogrammen (die ich eh nicht leiden kann) mit „Grashalmen – Darüber-Gehenden – durchgestrichen“, wenn ich das richtig interpretiere.

In diesem Rasen sitzen Einzelne – und lesen, an Bäume gelehnt, andere wiederum in Gruppen, die plaudern, Sport betreiben, Picknicken, sich sonnen mit und ohne Räder – also wozu dienen diese Taferln, dass man nicht über das Gras gehen darf, aber sitzen schon – oder doch auch nicht. Ja, das Restaurant im Palmenhaus hat offen, der Schani ist komplett voll, nebenan bildet sich eine Gruppe, die auf die Hauptpersonen wartet, die in einem anderen Teil dieses Palmenhauses feiern.

Also ich fürchte eine neue Schikane!  Seit den gesperrten Bundesgärten im ersten Lockdown bin ich sehr, sehr misstrauische geworden. Vorläufig werden diese Taferln einfach ignoriert – aber wird das so bleiben? Und kommen wieder die gefürchteten Parkwächter, die es in meiner Jugend gegeben hat?

Ansonsten blüht es überall prächtig, Goldregen ist grad aufgegangen, Glyzinien schmücken Wände, Die Kastanien, rot und weiß, sind noch in voller Blüte, die Rosen beginnen zu blühen, Flieder und Pfingstrosen sind abgeblüht. Und dann gibt es noch eine ganz Reihe von Bäumen und Sträuchern die in vielen Farben um die Wette blühen. Ein schöner Frühling – wäre da nicht diese ominösen Taferln (und das gar nicht so gute Wetter) .

Und am Heldenplatz bin ich über eine Ausstellung des „Haus der Geschichte Österreich“ mit dem Titel „Nach dem Großen Krieg. Ein neues Europa 1918-1923“ fast gestolpert. Nur ein weiteres Ehepaar hat sich diese wirklich faszinierende Ausstellung angesehen – und es wäre so wichtig, dass sie von vielen Menschen gesehen wird. Die Ausstellung umfasst über 200 Exponate wie Fotos, interaktive Karten, Filme, Animationen und Infografiken zeigt und auch ein Originalobjekt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Zentral- und Osteuropa, wo etwa ein Dutzend neuer Staaten die alten, multiethnischen und vielsprachigen Imperien ablöste. Nahezu sämtliche Grenzen wurden neu gezogen. In dieser Region entstand ein ‚Neues Europa‘, das in vielfacher Weise noch immer die Gegenwart europäischer Politik und Alltagskultur prägt. Es ist eine europäische Geschichtsschreibung, die geboten wird. Insgesamt waren 40 Historiker und Historikerinnen aus 18 Ländern am Projekt beteiligt.

Ich wollte, dass die vielen, die den Heldenplatz nur queren oder dort rollerbladen, Kunststücke auf ihren Rädern oder Rollbrettern ausführen, Jonglieren etc. oder im nur Schani,  auf den Banken oder auch im Gras  sitzen, wenigstens einen kurzen Blick auf diese hervorragende Ausstellung werfen.

Misstrauen gegenüber Bundesgärten

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