Wieder überaus zufrieden im „Vestibül“

Der Frühling ist bei Weitem zu kühl, jetzt dürfen wir zwar endlich wieder in den Schanigärten sitzen – aber es ist zu kühl, zu windig und überhaupt, es schaut immer wieder nach Regen aus. Naja, dann müssen wir halt drinnen sitzen- mit entsprechenden Abständen und beim Hinein- und Hinausgehen mit Masken. Wir weisen artig unseren Impfpass vor, tragen uns in das Register ein – und freuen uns unbändig, unter diesen Umständen wieder unsere Freunde sehen zu können.

Allzu viele sind ja nicht im Lokal, aber – das wird schon werden, trösten wir uns (und wahrscheinlich auch die Wirte).  Liebe Freunde hatten mich ins Vestibül im Burgtheater eingeladen. Es ist auch drinnen wunderschön, also mit Marmor, sehr elegant – es war schließlich die kaiserlichen Kutscheneinfahrt und der angrenzenden Marmorsaal – für Kaiser Franz Josef, um ins Burgtheater zu gehen. Man sieht auch überall die verschlungen Initialen FJ. an den Wänden.  

Und da man schon so lange nicht in Restaurants gewesen ist, genießt man gleich auch in das Lesen der Speisekarte und vertieft sich drinnen.  Die Wahl fällt wirklich schwer.  Es gibt nämlich vieles, das ich mir sicher nicht selber machen kann. Die Zeit der Wahl wird etwas verkürzt durch das köstliche Brot (das eigentlich fast wie Buchteln ausschaut), geschlagene Butter, Olivenöl, Salzkapern und ein spezielles Salz, das einfach auch anders ausschaut, als jenes, das man so täglich zu Hause verwendet.

Ich entscheide mich für Wiener Schnecken, eigentlich eine Vorspeise, aber Wiener Schnecken, das ist doch wirklich etwas Besonderes. Ein Wiener Schnitzel, das auch angeboten wird, das kann ich mir doch selber machen (vielleicht nicht in der Qualität). Natürlich hätte mich auch das Lamm gereizt, aber mehr als essen kann man halt nicht. Und außerdem wollte ich auch noch eine Nachspeise (absolut köstliche Vanillekreation) essen können.

Wir haben Wein zum Essen getrunken. Ich musste feststellen, dass ich das überhaupt nicht mehr gewöhnt war, und daher recht bald einen kleinen Schwips hatte.

Trotz gutem Espresso nach dem Essen war ich einigermaßen müde. Aber kaum hatten wir das Lokal verlassen fanden wir einen Riesenwirbel vor dem Lokal vor. Die Feuerwehr stand herum, ziemlich viele Polizisten mit ihren Mannschaftswagen waren da, Teile des Gehsteigs waren abgesperrt.  Leider schon üblich gewordener Freitag-Nachmittag in der Stadt – eine Demonstration. Man ließ mich aber durch, ich wollte nämlich Theaterkarten für Juni kaufen (schon vieles ausverkauft) – ein paar habe ich noch ergattern können. Ich konnte nicht ausmachen, wofür oder wogegen demonstriert wurde.

Und als ich dann wieder herauskam fand ich heraus, wozu die Feuerwehr da stand. Ein Fiakerpferd lag – verendet, ob aufgrund eines Unfalls oder einfach aus Überlastung, Altersschwäche konnte ich nicht feststellen, in der Nebenfahrbahn. Es war schon traurig! Der Fiaker, also das Fuhrwerk ohne Pferde stand weiter hinten zusammen mit einem Lastwagen, der ihn wahrscheinlich abtransportieren sollte.

Naja, dennoch – schön war’s wieder Freunde zu treffen und miteinander essen zu gehen. (Wahrscheinlich musste man uns das erst durch Lockdowns entziehen, damit wir so etwas wieder richtig schätzen lernen)

Wieder überaus zufrieden im „Vestibül“

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