Dorian Gray – im Akademietheater

Jetzt habe ich doch Karten für das Akademietheater im Juni 2021 ergattern können. Nicht alle meine Wüsche konnte ich mir erfüllen, aber doch einige.  

Gestern stand „Dorian Gray“ – von Oskar Wilde auf dem Programm. Es war schon ein Ereignis für mich diesmal wieder ins Theater gehen zu können. Also, sich wieder „theatergemäß“ anzuziehen (also die Schuhe, die haben etwas gedrückt, ich hatte im Lockdown halt ausschließlich bequemes Schuhwerk getragen) was schon erfreulich.

Beim Theater angekommen, war dann doch alles anders. Ich bin ziemlich früh gekommen, in der Annahme, dass genügend Zeit für die eventuellen Kontrollen wäre, und ich mich nicht anstellen müsste. Aber gnadenlos: der „Eintritt“ und die Kontrollen begannen erst eine Viertel Sunde vor Beginn. Alsop stand man herum, konnte sich aber laben, denn ein kleines Buffet war auf der Straße aufgestellt, es gab immerhin Sekt. Den vorgeschriebenen Eingang konnte man von der Karte ablesen, der meine war auf der Heumarktseite. Dort wurden dann Karte, Personalausweis und Gesundheitsnachweis (bei mir Impfpass – richtig aufgeschlagen, also dort wo die Corona-Impfung eingetragen ist) kontrolliert. Viele hatten bereits alles in der Hand – andere fingen erst in ihren Tascherln zu kramen an.  Ich bin froh, dass es diese Sicherheitsvorkehrungen gibt, aber bequem und lustig sind sie nicht. Bedauerlicherweise gab es auch kein Programm. Und Platzanweiser waren sichtlich damit beschäftigt, bei den Eingängen die Kontrollen vorzunehmen. Ich geh schon lieber durch den Haupteingang statt durch einen „Notausgang“ ins Theater zu kommen. Aber natürlich ist es so viel sicherer. Die Methode „mit Abstand zu sitzen“ ist schon wesentlich bequemer, als wenn das Theater voll besetzt wäre, außerdem hatte ich einen Ecksitz, und konnte mich daher die Beine weit ausstrecken. Denn ich war verwöhnt, in der Lockdown Zeit, zu Hause konnte ich in meinem Relax-Sessel lümmelnd entsprechende Theater Aufführungen im Fernsehen ansehen.

„Dorian Gray“ war bei mir Schullektüre gewesen, im Englischunterricht. Und dann habe ich noch den Film gesehen, „das Bildnis des Dorian Gray“. Aber das, was mich nun erwartete, war doch etwas ganz anderes. Anfangs war ich etwas skeptisch, als ich die vielen Bildschirme sah, die auf einem Gerüst auf der Bühne montiert waren. Es war aber dann der einzige „Live-Schauspieler“, und seine vielen unterschiedlichen Abbildungen (Rollen) die auf diese Art dargestellt wurden. Es waren immer Selbstgespräche mit unterschiedlichen „Freunden“, Hausangestellten, die dieser Dandy geführt hat, über das Leben, über die Jugend, über die Schönheit. Auch „Szenen“ konnten mittels dieser Bildschirme gezeigt werden, sei es eine elegante Wohnung, ein Theater, ein Garten … Und auf diesem Gerüst kletterte mit außerordentlichem Geschick und viel Grazie – Dorian Gray. Er selbst trug eine Maske (nicht das grässliche FFSP2-Ding, das alle Zuschauer tragen mussten), sondern eine silberne, die dann, wenn beleuchtet in Gold schimmerte.

Ich finde, dass Bastian Kraft das famos inszeniert hat. Und Markus Mayer spielt alle Rollen – und das, so finde ich grandios. Manchmal fand die die vielen unterschiedlichen Bilder die da auf mich einstürmten etwas verwirrend, und man musste sich schon sehr auf den Text konzentrieren. Und sich nicht durch die wechselnden Bilder ablenken lassen.

Vielleicht war der „ursprüngliche Dandy Dorian Gray eine Gestalt des 19. Jahrhunderts – aber in dieser Aufführung war dieser narzisstische junge Mann schon sehr „heutig“.

Meine Empfehlung: Schauen Sie sich das an!

Dorian Gray – im Akademietheater

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