Zu vielleicht wenig Bekanntem – in Schönbrunn

Es ist so schön, einander wieder persönlich treffen zu können, spazieren zu gehen ohne zu frieren, ungehemmt zu plaudern und hinterher gemütlich zusammenzusitzen und Gutes zu essen.  

Wir waren Im Park von Schönbrunn unterwegs – wir haben beim Meidlinger Tor begonnen. Die Geschichte des Schlossparks Schönbrunn beginnt bereits im 14. Jh. als Jagdgebiet der ehemaligen Katterburg. Auch diese Katterburg hat eine wechselvolle Geschichte, die längste Zeit gehörte sie dem Stift Klosterneuburg. Während der ersten Belagerung durch die Osmanen (1529) wurde die Mühle samt dem Schlösschen verwüstet, um 1550 als Katterburg mit einem Herrenhaus wieder aufgebaut zu werden. 1569 kam die Anlage (über Umwege) an Maximilian II. (* 1527 in Wien; † 1576 in Regensburg; war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Erzherzog zu Österreich von 1564 bis 1576). Dieser baute das Herrenhaus zu einem Jagdschloss mit Garten und Teichen um. 1605 durch die Ungarn in Brand gesteckt, wurde das Schloss unter Kaiser Matthias neuerlich aufgebaut. Es blieb im Besitz der Habsburger, 1642 taucht erstmals der Name Schönbrunn auf. Das alte Schloss, ein ausgedehntes, zweistöckiges, von einer hohen Mauer umgebenes stattliches Bauwerk mit einer der heiligen Magdalena geweihten Kapelle wurde 1683 neuerlich durch die Osmanen völlig zerstört. Erst 1695 entschloss sich Leopold I., für seinen Sohn Joseph an seiner Stelle ein Sommerschloss erbauen zu lassen. Und ab dann ist Ihnen die Geschichte ja wahrscheinlich bekannt.

Wir sind dann beim Obelisk-Brunnen vorbeigekommen: es hat mir gefallen, wie man das plätschernde Wasser gehört hat, dieser Brunnen ist vielleicht nicht mein Favorit unter den Brunnen, aber interessant ist er schon, mit seinen zwei Grotten und dem eindrucksvollen Obelisken.  Auf der Spitze des Obelisken befindet sich ein Adler, der auf einer vergoldeten Kugel sitzt. Auf diesem Obelisk finden sich hieroglyphenähnlichen Zeichen. Solcherart beschrieben werden soll die Geschichte des Hauses Habsburg bis zur Zeit der Errichtung des Obelisken.

Der Obelisk-Brunnen wurde 1777 von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg errichtet. Die Bildhauerarbeiten stammen von Benedict Henrici nach Entwürfen von Wilhelm Beyer. Der Obelisk besteht aus Margarethner Stein, die Wandverkleidung des Umganges aus Kaiserstein aus dem damaligen kaiserlich-königlichen Steinbruch. Für den Betrieb des Brunnens wurde oberhalb des Obelisk-Brunnens eigens ein Wasserreservoir errichtet, aus welchem sich später das Schönbrunner Bad entwickelte. 1838 erhielt der spätere Kaiser Franz Joseph I. hier seinen ersten Schwimmunterricht.

Am 23. April des Jahres 2007 wurde nach langjähriger Renovierung die Brunnenanlage wieder in Betrieb genommen. Der Grottenberg wird auch als Sybillengrotte bezeichnet, welche in Vergils Aeneis wiederum den Eingang zur Unterwelt bildet.

Angenehm im Schatten wandelnd kamen wir an einem weiteren kleinen Teich vorbei, dessen Springbrunnen leider abgedreht war. Schon kamen wir zu den Arbeiten, die für das Konzert in Schönbrunn erforderlich sind, mobile Zäume wurden errichtet, dennoch konnten wir bis zum Parterre vordringen, wo schon die „Haube“ für das Konzert errichtet war. Hier ging’s geschäftig zu. Wir bewunderten die wunderschön angelegten Blumenbeete und ich dachte beschämt darüber nach, dass ich von den 32 hier aufgestellten Statuen und Statuengruppen eigentlich keine wirklich identifizieren kann, dabei stellen sie historische und mythologische Persönlichkeiten dar, die in der Mehrzahl nach Vorlagen antiker Statuen entworfen und ausgeführt wurden. 

Hier war es uns dann doch zu geschäftig und wir spazierten durch diese wunderbaren Alleen und konnten feststellen, dass die Linden schon zu blühen begannen und man ihren Duft überall wahrnehmen konnte.

Und nach dem, zwar nicht ausgedehnten, Spaziergang waren wir hungrig geworden und begaben uns in die Meierei. Wenn man nicht weiß, wo sie sich befindet, würde man glatt daran vorbei gehen, das wäre aber schade. Wir saßen dann dort im Garten, mit einem Blick auf ein grünes Parterre, von schon blühenden Rosen umgeben, es waren wenig andere Gäste da, vielleicht waren sie im „Kinderteil“? Das Restaurant wird vom „Landtmann“ betreiben. Die Speiskarte umfasst „den ganzen Tag“, vom Frühstück, über unterschiedliche Jausen bis zu kompletten Essen. Wir entschieden uns für eine Quiche mit Salat. Der Rand war schon ziemlich hart, aber wir hatten dazu ein gutes Messer bekommen. Ich gebe zu ich ärgerte mich, nicht den Kaiserschmarrn genommen zu haben. Das Personal ist freundlich und aufmerksam und man sitzt äußerste gemütlich hier. Wir betrachteten die aufziehenden dunklen Gewitterwolken und als es zu spritzen begann räumten wir recht schnell das Feld um möglichst trocken zur U-Bahn zu kommen. Es hat zwar gedonnert, auf den Wegen, die ich noch zu gehen hatte, regnete es kaum.

In Schönbrunn und in seinem Park gibt es noch vielerlei zu entdecken, wenn man sich von den (Touristen-)Trampelpfaden löst.

Zu vielleicht wenig Bekanntem – in Schönbrunn

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