Kritische Bemerkungen einer glücklichen Urgroßmutter

Ich muss es leider zugeben: ich habe Probleme mit kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können. Und ich habe Urenkelinnen. Drei, an der Zahl. Mit jener, die jetzt beginnt in die Schule zugehen, gibt’s es überhaupt keine Probleme, ihre kleine Schwester misstraut mir noch, nachdem ich mich – nach ihrem Dafürhalten – bei einem ihrer Tobsuchtsanfälle – falsch verhalten habe (ich hab‘ mich über sie lustig gemacht).

Die Dritte ist gestern 2 Jahre alt geworden und es fand ein Familienfest statt. Es war nicht das erste Fest zu diesem Anlass, denn die Familienclans der Eltern dieses Geburtstagskindes sind beide umfangreich, daher – um wirklich Allen Gelegenheit zu bieten, persönlich zu gratulieren, wurden zwei Feste gefeiert. Naja, und im Kindergarten wurde gefeiert … So ein Geburtstag ist ein aufregendes mehrfach gefeiertes Ereignis. Und so ein Kinderl hat’s ja auch nicht leicht: da gibt’s die Mama, da gibt’s zwei Großmamas (Omis) und dann gibt es noch 4 Urgroßmütter (gestern waren 2 davon anwesend) -und alle müssen einen distinkten Namen tragen, der möglichst „-mama“ oder ähnlich Klingendes enthalten soll. Ich habe da anders entschieden, ich bin für die gestern Gefeierte „der Uhu“, ist auch leicht zu sagen und sich daran zu erinnern. (Für die anderen zwei bin ich die Uroma). Ich habe den Eindruck, dass wir einander gestern durchaus nähergekommen sind.

Natürlich gab es eine Torte – mit Gummibärlis – und etwas, das ich als Flammenwerfer bezeichne, Kerzen etc. Das gemeinsame Nachtmahl hinterher, im Garten am dem lauen Abend,  war großartig und endete mit einer Eisorgie.

Und es gab auch jede Menge Geschenke.  Ich finde, es sind immer zu viele, so gut sie alle gemeint sind. Ich glaube, wir überfordern die Kinder damit. Einerseits finden sie es lustig, Packerln auszupacken/aufzureißen (wo ist die Zeit, als man sorgsam auspackte und das Papier für die nächste Gelegenheit glattstrich und aufhob), andererseits möchten die Beschenkten auch die Bücher ansehen oder mit den neuen Spielen – einfach spielen – oder das neue G’wand anziehen. Und wir, die wir diese Dinge verschenken, wollen halt auch die strahlenden Kinderaugen sehen, wenn diese Geschenke ankommen. Daher war mein gut gemeinter Rat sinnlos, die Geschenke unausgepackt für einen späteren Zeitpunkt aufzuheben.

Ich kann nur hoffen, dass diese meine Urenkel weiterhin in einer Zeit des Überflusses leben werden. Hoffentlich werden sie ihn auch zu schätzen wissen und verstehen, dass er nicht immer selbstverständlich sein kann und wird.

Kritische Bemerkungen einer glücklichen Urgroßmutter

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