Man hat es zuweilen nicht leicht, so als Oldie

Auch wenn viele Junge derzeit glauben, derzeit schwer benachteiligt zu sein.

Dazu muss ich eine Geschichte von lieben Freunden erzählen. Sie kommen ursprünglich aus Deutschland, als „internationale Beamte“ sind sie nach Wien gekommen – und dann auch in der Pension hiergeblieben. Und mit dem Alter kommen halt Krankheiten – bei IHM ist es krankheitshalber eine Kälteallergie geworden. Daher wurde zusätzlich eine Wohnung in Florida angeschafft, wo man üblicherweise „überwinterte“. Naja. Om Corona-Zeiten ist diese Lösung fast zu einer Falle geworden. Die beiden konnten nur mit viel Mühe die USA verlassen, sind aber dann in Deutschland gestrandet, wo ihnen Freunde ein kleines Häuschen anboten, in dem sie bleiben konnten, naja, bis halt die Pandemie etwas abgeklungen war.

Dann sind sie glücklich in ihr Haus nach Wien zurückgekehrt, und haben den Winter dann hier verbracht.

Den heurigen Sommer wollten sie traditionsgemäß an der Ostseeküste Ferien machen, wie immer, in derselben Pension. Eben, wie immer, nur leider wurde ihnen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Die ÖBB hat den Autoreisezug nach Hamburg eingestellt. Also – so dachte man – kein Problem, dann eben mit dem Flugzeug und weiter mit einem Mietauto. Aber Autovermieter überlassen ihre Wagen nicht Personen über 80 Jahre. Nun sind beide über 80, SIE ist „voll fit“, fährt auch in Wien mit dem Auto.

Der Urlaub wurde nicht abgesagt, der Pensionsbesitzer wird die beiden mit seinem Auto am Flughafen abholen und ihnen zuweilen sein Auto für Ausflüge überlassen. Das ist doch eigentlich eine unwürdige Lösung, oder?

Ja, ich bin auch (weit) über 80, ich habe unser Auto beim Tod meines Mannes den Kindern überlassen, es ist weit wirtschaftlicher (Garage in meiner Gegend ist ziemlich teuer) und ich habe in Wien wirklich effiziente Öffentliche Verkehrsmittel, die mich überall hinbringen. Ich gebe zu, zuweilen hätte ich schon gerne ein Auto zur Verfügung – primär für Ausflüge in die Umgebung. Aber es finden sich dann schon Lösungen – und wenn nicht, was soll’s.

Aber prinzipiell: Dier Lebenserwartung steigt – trotz Corona – noch immer, wir alle werden immer älter, und diejenigen, die älter werden, sind meist auch ziemlich fit. Ich gebe zu, meine Reaktionen sind schon etwas langsamer geworden, besonders wenn ich müde bin. Aber ich traue mir noch immer zu, in Auto zu lenken.

Also meine Vorschläge:

Die Altersgrenze für Mietautos einfach hinaufzusetzen erscheint mir aufgrund der steigenden Lebenserwartung zwar sinnvoll, aber es sollten flankierende Maßnahmen gesetzt werden: z.B. eine höhere Pflichtversicherung.

Ich fände es ja überhaupt sinnvoll, ab einem gewissen Alter einen Gesundheitscheck („Fahrtauglichkeit“: Sehen – Hören – Reaktion) routinemäßig in festzulegenden Abständen einzuführen. Ein derartiger Test würde allerdings dann auch für Autovermieter gelten. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Oldies selbst für diesen Test zahlen müssten – außer in Härtefällen. Diese Maßnahme könnte zusätzlich die Verkehrssicherheit in Österreich erhöhen.

Und mit einem derart überprüften Führerschein müsste man dann auch ein Mietauto bekommen, egal wie alt man ist. Und derart unwürdige Lösungen, wie das Angewiesensein auf andere, könnte sich erübrigen.

Also: Ein Auftrag für die Pensionistenvertreter im Parlament!

Man hat es zuweilen nicht leicht, so als Oldie

2 Gedanken zu “Man hat es zuweilen nicht leicht, so als Oldie

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