Ausflug zur Schallaburg

Heute stand die Schallaburg auf dem Programm. Mein Mitbewohner hat sich ein Auto von seinem Bruder für diesen Tag ausgeborgt, wir sind Richtung Westen gefahren. Ein strahlender Tag, nur über der Donau lag Nebel, der sich aber später auflöste. Warum die Windräder sowohl beim Hinfahren als auch beim Zurückfahren stillgestanden sind, kann ich mir leider nicht erklären.  

Kurz vor der Abfahrt erblickten wir auf der einen Seite Melk in seiner ganzen Pracht, andererseits zeigte sich schon der Turm der Schallaburg.

Die Burg wurde im 11. Jahrhundert errichtet. Ab 1540 erfolgte der das heutige Erscheinungsbild prägende Um- und Ausbau zu einem Renaissanceschloss. Funde beweisen eine Besiedelung des Burgberges schon um die Römerzeit. Als erster Besitzer ist Sieghard von Schala bekannt, der 1104 in Regensburg ermordet wurde. Schon kurze Zeit später starben die Grafen von Schala aus. Im Jahr 1242 scheint die Burg in einer Urkunde erstmals als Feste Schala auf. Von 13. bis in das 15. Jahrhundert war sie im Besitz der Herren von Zelking. Von 1450 bis 1614 war die Schallaburg im Besitz der Herren von Losenstein In diese Zeit fällt auch der wesentliche Ausbau der Burg zu einem Renaissanceschloss. Im nahen Loosdorf gründete Hans Wilhelm von Losenstein eine Hohe Schule für die protestantische Jugend, dadurch wurde die Schallaburg im 16. Jahrhundert zum Zentrum der Protestanten in Niederösterreich. Die Besitzer der Burg wechselten häufig. 1762 erwarb Bartholomäus III. von Tinti die Burg. Karl Gustav Freiherr Tinti ließ von 1906 bis 1908 den großen Arkadenhof renovieren. Der verarmte Hugo Freiherr von Tinti verkaufte schließlich im Jahr 1940 das Schloss an Josef Freiherr von Nagel-Doornick aus Westfalen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg als deutsches Eigentum den USIA-Betrieben einverleibt und nach dem Staatsvertrag von der Republik Österreich übernommen. 1968 kaufte das Land Niederösterreich die Anlage, renovierte sie und eröffnete 1974 darin ein Ausstellungszentrum auf internationalem Niveau.

Schön is sie schon die Burg, derzeit werden die markanten Kamine auf den Dächern restauriert, wobei das mittels alter Handwerkskunst durchgeführt wird. Das hat den Vorteil, dass die Baustelle überhaupt nicht laut ist. Man hört jedenfalls den plätschernden Brunnen.

Wir besichtigten nicht nur die heurige Ausstellung (darüber berichte ich dann gesondert) sondern auch die anderen Gebäudeteile, den weiteren Hof, etc. Wir wurden vor Mauerbienen gewarnt! Leider kann man nicht in den Turm hinaufsteigen. Allerdings hat man von einer Rampe einen wunderbaren Blick in den Barockgarten.

Wir ergriffen die Gelegenheit beim Schopf und gönnten uns nach dem Besuch der Ausstellung gleich ein gutes Mittagessen im Burghof. Es gab viele Eierschwammerlgerichte – es ist doch anzunehmen, dass diese derzeit aus der Umgebung kommen? Und Marillenknödel gab es auch noch – diesmal mit einem recht flaumigen Erdäpfelteig. Und nach dem Essen stellte sich die Müdigkeit ein, heiß war es auch geworden und nun war guter Rat teuer.  Wir beschlossen den Barockgarten aufzusuchen. Und fanden dort nicht nur Lauben, Sessel, Stockerln und – Liegestühle vor. Sie können sich sicher vorstellen, wie geruhsam es sich unter einem Apfelbaum, dessen Äpfel oben schon langsam rot zu werden begannen, in einem Liegestuhl schlummern lässt. Wir drehten noch eine Runde durch den Garten und fanden eine Hecke aus Ribiselstauden, die nur teilweise geerntet worden waren. Waren diese Früchte süß.

Da wir nun gut ausgeruht waren, beschlossen wir, noch einen kleinen Spaziergang durch die Umgebung zu machen. Der Weg führte teilweise durch den Wald, dort blühen schon die Zyklamen, und teilweise über Felder, manche davon waren schon abgeerntet. Auch an einem recht sumpfigen Gebiet kamen wir vorbei. Unterwegs entdeckten wir stachelige Brombeersträucher, und einige der Brombeeren waren schon reif – und köstlich. Mein Enkel wagte sich dran, weil ich wirklich fürchtete sonst in die Brombeerhecken zu fallen.

Dann kamen wir in ein schmuckes, eher sehr modernes Dorf, es wirkte komplett ausgestorben, aber über einen Zaun wuchsen – Himbeeren, wiederum sehr reif und sehr süß. Was kann man sich von einem Spaziergang sonst noch wünschen?

Bald kamen wir zum Parkplatz zurück, wir genossen wir dann die Klimaanlage des Autos. Neben diesem Parkplatz steht – zu meiner großen Freude eine uralte Platane – ein Naturdenkmal.

Das war nun ein sehr geglückter Ausflug.

Ausflug zur Schallaburg

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