Eine unerfreuliche Überraschung: Essen im Heuer

Heute habe ich mich auf ein Treffen mit einer Freundin sehr gefreut. Unsere Gespräche sind immer sehr interessant, und trotzdem können wir viel und gut miteinander lachen. Ich bin wirklich sehr dankbar, für die vielen Freunde, die ich von Tommy, meinem leider verstorbenen Mann „geerbt“ habe. Wir trafen uns im Heuer am Karlsplatz, trotz trübem Wetter war’s nicht kalt, wir konnten im Freien – wohlweislich unter einem Schirm – sitzen. Die Kontrolle des Grünen Passes erfolgte gründlich, allerdings für das Contact-Tracing war nicht vorgesorgt (ich kenn mich leider bei den Regelungen nicht mehr so gut aus: ist das überhaupt noch erforderlich?)  

Wir erhielten die Getränke – mittags klarerweise nur alkoholfrei – und die Speisekarte. Es ist schwierig für mich, mit einer Speisekarte zurecht zu kommen, die Gerichte aufweist, mit vielen mir unbekannten Ingredienzien. Außerdem gab es zwei Speisekarten und die Tagesgerichte. Wir entnervten den Ober ein wenig, weil wir so viele Erklärungen verlangten. Selbst die Tagesgerichte erschienen uns einigermaßen „suspekt“. Es ist ja nicht so, dass ich nur Schnitzel mit Erdapfelsalat gerne esse, aber allzu exotisch (oder scharf) mag ich’s dann doch nicht.

Nach im Grunde langem Hin-und-Her entschieden wir uns, nur je ein Hauptgericht zu nehmen. Meine Freundin nahm irgendwelche Bällchen auf einem Salat und ich bestellte Oktopus (denn den mag ich immer) auf irgendwelchen Saucen. Wir bekamen unsere Speisen. Meine war recht seltsam und schaute gar nicht nach Oktopus aus, außerdem schmeckte das Gericht nach Champignons und war garniert mit Spinatblättern. Naja, ich bin ja der Typ, der gelernt hat zu essen, was auf den Tisch kommt.

Plötzlich schoss ein Ober mit einem Teller zu mir: er bedauere, die Küche hätte mir das Falsche geschickt, und er brächte jetzt das Richtige. Ich wies drauf hin, dass ich das „Falsche“ (es hätten Steinpilze sein sollen, kleingehackt – naja, erkannt habe ich sie nicht) schon fast verspeist hätte. Macht nix, meinte der Ober. Der Oktopus war dann wirklich weich – das sei lobend angemerkt, auf einer roten Sauce (?) mit so etwas wie Schlagobers dazu – ja und ein wenig Salat. Ich verspeiste nur den Oktopus – möglichst ohne die Saucen und das Schlagobers – und den Salat. (Wenn ich an das köstliche Abendessen gestern in der Feinkosterei zur Kleinen Dreifaltigkeit am Judenplatz zurückdenke: welcher Unterschied!)

Wir verzichteten auch auf ein Dessert. Der Kaffee war dann wieder ganz ordentlich. Dennoch blieben wir lange sitzen – um zu reden und zu lachen, die Welt konnten wir dennoch nicht retten. Wir beschlossen uns wieder zu treffen, aber nicht im Heuer, (hier waren wir zwei Mal: des erste, aber auch das letzte Mal) um den Weltrettungsversuch erneut zu versuchen.

Eine unerfreuliche Überraschung: Essen im Heuer

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