Die gar nicht so friedlichen Mitbewohner

Ameisen und Motten

Ameisen sind eine Familie der Insekten innerhalb der Ordnung der Hautflügler. In Europa kommen etwa 200 Arten vor. Die ältesten fossilen Funde stammen aus der Kreidezeit und werden auf ein Alter von 100 Millionen Jahren datiert. Das Alter der Gruppe wird jedoch auf möglicherweise 130 Millionen Jahre geschätzt.

Im Frühling und Frühsommer kommen immer wieder die Ameisen, es sind sehr kleine schwarze, unendlich flinke Tiere, die sich gerne in der Küche, in der Speis und im Esszimmer (eh weniger) aufhalten und über alles Essbare herfallen. Ameisen leben von Zucker, Früchten, Honig, von Speiseresten, aber auch von Fleisch. Aber Ameisen verursachen kaum Schäden und können auch keine Krankheiten übertragen.

Wir haben vieles versucht: meine Haushaltshilfe, die in ihren Methoden noch etwas traditionell ist, hat überall, wo diese Viecher häufig auftreten, Gewürznelken und Zimtstangen aufgelegt. Ich lese, dass gegen Ameisen stark duftende Substanzen und Hausmittel wie Knoblauch, Zimtpulver, Lavendel, Nelken, Wacholder, Kerbel, Thymian, Majoran, Zitrone, aber auch Essig oder ätherische als Mittel zur Ameisen-Abwehr helfen. Ich glaube aber nicht, dass es diese Maßnahmen waren, die sie „vertrieben“ haben, sondern dass Ameisen sich ab Hochsommer wieder in den Ritzen verbergen und nicht mehr sichtbar sind, um im nächsten Frühjahr erneut wieder aufzutauchen. Ameisen legen ihre Nester in Wandritzen, unter Fußbodenbelägen und hinter Einbauschränken an. Oft befindet sich das Nest auch außerhalb des Hauses, an sonnigen Stellen, unter Steinen und Wegplatten und die Ameisen kommen nur in der warmen Jahreszeit zur Futtersuche ins Haus.

Ameisen sind zwar unerwünscht, unappetitlich, aber eigentlich richten sie kaum Schaden an.

Im Gegensatz dazu stehen die Motten. Sie richten viel Schaden an, sie nisten sich in Lebensmitteln ein und verderben sie. Selbst in ungeöffnete Packungen können sie eindringen.  Als Lebensmittelmotten, Speisemotten oder Küchenmotten werden umgangssprachlich verschiedene Arten aus der Familie der Zünsler bezeichnet, die oft als Vorratsschädlinge auftreten, im Einzelnen u. a. folgende Arten:

  • Dörrobstmotte (Farberscheinung: braun-weiß)
  • Mehlmotte (Farberscheinung: silbrig-grau)
  • Mehlzünsler (Farberscheinung: braun-gelb)

Der Dörrobstmotte kommt dabei in Mitteleuropa die größte wirtschaftliche Bedeutung zu. Nahrungsquellen der Tiere im Haushalt sind Reis, Mais, Mehl sowie auch Teigwaren, Gebäck, Gewürze, Nüsse, Trockenobst, Instantsuppen, Schokolade u. a., wobei Verpackungen aus Papier oder Karton kein Hindernis darstellen. Es sollten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln gut schließende Gläser oder Plastikboxen eingesetzt werden. Zur Bekämpfung können mit Pheromonen präparierte Klebestreifen oder Puppen der Schlupfwespen eingesetzt werden.

Da diese Motten sich bei uns auch sowohl an den Wänden als auch an der Decke festsetzen, werden sie von meiner sehr resoluten Haushaltshilfe mit dem Staubsauger „abgesaugt“.  Das ist ein ziemlich aufwändiger Prozess, denn auf einer Leiter herumjonglieren, den Staubsauger in halber Höhe halten ist nicht ganz einfach. Aber ist erst der Jagdinstinkt geweckt, geht die Jagd doch zügig voran. Wir haben auch allerhand dieser Klebedinger aufgestellt, es fangen sich viele Motten darin, aber nicht alle!

Noch ärgerlicher sind die Kleidermotten. Nachdem ich schon einige Pullover und Jacken durch ihr Tun verloren habe, habe ich beschlossen mir keine Kleidungsstücke aus reiner Wolle zu kaufen. Wobei Wolle ist nicht Wolle – zu mindestens für die Motten, z.B. Shetland- oder Kaschmirwolle zählt zu den Leibspeisen der Kleidermotten.

Die Kleidermotte ist ein Schmetterling (Nachtfalter) mit weltweiter Verbreitung. Die Kleidermotte bevorzugt Wohn- und Lagerräume. Das Weibchen legt 100 bis 250 weiße Eier. Diese werden einzeln auf Wollstoffen, Federn, Pelzen und Polstermöbeln abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa zwei Wochen gelb-weiße Raupen (Larve der Schmetterlinge). Die Entwicklung bis zum Schmetterling dauert je nach Umweltbedingungen 60 Tage bis mehrere Monate. Unter optimalen Bedingungen sind vier Generationen pro Jahr möglich.

Die Larven der Kleidermotte benötigen das in Tierhaaren (Wolle, Pelze, Felle) enthaltene Protein Keratin. Rein pflanzliche und synthetische Gewebe werden von den Raupen gefressen, jedoch nicht verdaut; insbesondere gemischte Kleidung mit Wollanteil ist daher gefährdet. Papier und Holz werden von der Kleidermotte nicht befallen.

Ausschließlich die Raupe der Kleidermotte verursacht den Schaden. Durch den Fraß der Raupen kommt es zu Löchern und kahlen Stellen an Textilien und Pelzen. Besonders gefährdet sind Kleider, an denen Haare und Hautschuppen haften, da diese eine zusätzliche Nahrungsquelle bilden. Befallen werden neben Kleidung auch Teppiche, insbesondere an Stellen über Bodenritzen und unter Möbeln, wo die Mottenentwicklung nicht durch Tritte gestört wird.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt sich das regelmäßige Staubsaugen, vor allem auf den Böden und in den Ritzen der Kleiderschränke und -kästen. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass sich das Mottennest auch im Staubsaugerbeutel befinden kann. Oje, oje! Des Weiteren sollte man nach der Quelle suchen und Kleidung regelmäßig kontrollieren.

Früher wurden die berüchtigten Mottenkugeln verwendet, wodurch die Kleider mitsamt den Personen stark danach rochen! Das letzte Mal habe ich Mottenkugeln gegen den Hamster im Motor verwendet, als er die Gummiteile angenagt hatte.

Natürliche Mottenabwehr wird mit Zedern-, Zirbelkiefer- oder Niembaumholz und deren ätherischen Ölen erreicht. Ebenso kann Lavendel, in kleinen Stoffsäckchen in den Schrank gelegt, Motten abwehren. Die Textilindustrie setzt synthetisch hergestellte Insektizide als Fraßgifte gegen Motten ein; damit werden die Textilien behandelt, um sie mottenecht auszurüsten.

Der Befall lässt sich auch durch vorsichtiges Einlegen in fast kochendes Wasser oder durch die Lagerung der befallenen Textilien im Tiefkühlschrank (für mindestens eine Woche) beseitigen; Waschen bei hohen Temperaturen kann zum Verfilzen der Wolle führen. Auch das haben wir schon erlebt!

Aber leider, wenn ich sie sehe, die graulichen Motten, erwische ich sie leider selten, um sie zu erschlagen. Egal, was man tut, sie kommen immer wieder! Lästiges Pack!

Die gar nicht so friedlichen Mitbewohner

2 Gedanken zu “Die gar nicht so friedlichen Mitbewohner

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