Zum Thema Reiß- und Klettverschluss

An einem 29. August, im Jahre 1893 erhält der US-amerikanische Tüftler Whitcomb Judson ein Patent auf den von ihm erfundenen Reißverschluss.

Whitcomb L. Judson (* 7. März 1846; † 7. Dezember 1909) war ein US-amerikanischer Erfinder. Er hatte nach einem Ersatz für die langen Schnürsenkel an Stiefeln gesucht. Der Reißverschluss wurde zwar auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt, wurde aber von der Öffentlichkeit ignoriert. Erst nach Judsons Tod wurde der Reißverschluss langsam ein Erfolg. Im Ersten Weltkrieg setzte die US-Armee ihn etwa ab 1917 in größerem Umfang bei der Herstellung wetterfester Kleidung für Lotsen der US Navy ein.

Bevor der Reißverschluss seinen Siegeszug antreten konnte, wurden Kleidungsstücke mit Schnüren, Bändern, Nestelbändern, Fibeln, Knebeln und Knöpfen sowie Haken und Ösen zusammengehalten.

Der Reißverschluss wurde ab 1851 von mehreren Erfindern entwickelt. Der von Elias Howe 1851 patentierte Automatische, ununterbrochene Kleiderverschluss fand noch keine praktische Verwendung. Die erste praktikable Idee dazu hatte der US-Amerikaner Whitcomb Judson aus Chicago im Jahr 1890; er meldete sie 1892 und 1893 zum Patent an („clasp locker“, „Klemmöffner für Schuhe. Er diente hier zum Öffnen und Schließen der Stiefel). Im selben Jahr wurde der Reißverschluss von seinem Erfinder auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert. Hier konnte er aber weder das Interesse von möglichen Anwendern noch beim allgemeinen Fachpublikum wecken. Daraufhin gründete er gemeinsam mit Colonel Lewis Walker (1855–1938) eine Firma, die das Patent weiterentwickeln und mögliche Fertigungsmaschinen dafür konstruieren sollte. 1905 war zwar eine Produktionsmaschine fertig gebaut, aber das Ergebnis vom praktischen Gebrauch noch weit entfernt. Davon enttäuscht, gab Judson auf und überließ Walker die Firma Automatic Hook and Eye Company.

Ursprünglich waren Reißverschlüsse mit feinen Metallzähnen aus Messing, Neusilber oder Aluminium bestückt, die beim Schließen durch einen Schieber ineinander gehakt werden. In modernen Reißverschlüssen werden häufiger Kunststoffzähne (meist aus Polyoxymethylen) verwendet, die im Spritzgussverfahren an die Stoffstreifen angespritzt werden. Ebenso sind Reißverschlüsse mit Kunststoffspirale üblich.

Erst 1912 stellte der Schwede Gideon Sundbäck dank einiger Verbesserungen die Kunden zufrieden, nachdem er seine Ideen erstmals im Jahr 1909 in Deutschland hatte patentieren lassen. 1923 erwarb Martin Othmar Winterhalter aus St. Gallen (Schweiz) das Patent für Europa, entwickelte den ursprünglich aus Kügelchen und Klemmbacken bestehenden Verschluss weiter und ersetzte diese durch die noch heute üblichen Rippen und Rillen. Er gab dem Produkt den Namen RiRi (= Rinne-Rippe). In seinem Unternehmen Riri in Wuppertal (später und bis heute in Mendrisio) wurde dann der erste serienmäßig gefertigte Reißverschluss der Welt produziert.

Erstmals in großem Umfang wurden Reißverschlüsse 1917 in der US Navy bei wetterfesten Anzügen von Lotsen eingesetzt. Die allgemeine Umsetzung in Alltagskleidung begann um 1930. Seitdem haben Reißverschlüsse im Textilbereich an vielen Stellen die Knöpfe ersetzt.

Seit Mitte der 1950er Jahre setzten sich zunehmend Kunststoffreißverschlüsse durch.

In Deutschland allein werden jährlich um die 70 Millionen laufende Meter an Reißverschlüssen produziert. Der weltgrößte Produzent von Reißverschlüssen ist das japanische Unternehmen Yoshida Kōgyō.

Also ich mag sie ja nicht sonderlich gerne, die Reißverschlüsse, bei mir klemmen sie oft und das „Einfädeln“ dauert mir zu lange. Ich ziehe Druckknöpfe, ja sogar Knöpfe vor.  Ja, lieber sind mir sogar Klettverschlüsse, obwohl diese auch ihre Nachteile haben. Der Klettverschluss ist überwiegend ein textiles, fast beliebig oft zu lösendes Verschlussmittel, das auf dem Prinzip von Klettfrüchten beruht. Die bionische Umsetzung besteht in der typischen Form aus zwei gewebten Chemiefaserstreifen, wovon einer flexible Widerhäkchen, der andere Schlaufen hat. Zusammengepresst ergeben sie einen belastungsfähigen, aber reversiblen Schnellverschluss. Die gewebten Klettbänder bestehen aus Polyamid-, Polyester- und Polyolefinfasern. Für Sonderprodukte werden auch Fasern aus Polyaramiden eingesetzt. Bei den Hakenbändern werden die Haken während des Webens oder später eingearbeitet.

Und wie war es zum Klettverschluss gekommen: Der Schweizer Ingenieur Georges de Mestral unternahm mit seinen Hunden oft Spaziergänge in der Natur. Immer wieder kamen einige Früchte der Großen Klette mit dem Fell der Hunde in Kontakt und blieben darin hängen. Er legte die Früchte unter sein Mikroskop und entdeckte, dass sie winzige elastische Häkchen tragen, die auch bei gewaltsamem Entfernen aus Haaren oder Kleidern nicht abbrechen. Mestral untersuchte deren Beschaffenheit und sah eine Möglichkeit, zwei Materialien auf einfache Art reversibel zu verbinden. Er entwickelte den textilen Klettverschluss und meldete seine Idee 1951 zum Patent an. Vermarktet wurde das Produkt erstmals unter dem Namen „Velcro“, zusammengesetzt aus den französischen Begriffen velours (Samt) und crochet (Haken).

Ich kann mir gerade Kinderbekleidung ohne Klettverschlüsse kaum mehr vorstellen.

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