Wann werden wir wieder nach La Palma auf Urlaub fahren?

Was Sie vielleicht schon immer über La Palma wissen wollten!

Täglich sehen wir die Bilder von den Zerstörungen des Vulkans Cumbre Vieja. La Palma (eigetnlich: La Isla de San Miguel de La Palma) ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean und gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife. Ihre Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma.

Vor vielen vielen Jahren war ich kurzfristig, zusammen mit meinem leider verstorbenen Mann während einer Kreuzfahrt auf dieser Insel. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich nur an einen Ausflug in eine Bananenplantage erinnern kann, und an handarbeitende alte Frauen, die wunderschöne Stickarbeiten verfertigt haben. Und in Erinnerung geblieben ist mir noch, dass es dort erstaunlich gebirgig und waldreich dort war.

Das Klima auf der Insel ist ganzjährig mild, bedingt durch den Nordostpassat und den Kanaren Strom, dieser bezieht sein Wasser auch aus aufsteigendem nährstoffreichen Tiefenwasser. Dieses führt zur niedrigen Temperatur des Kanaren Stroms.   Das sorgt das ganze Jahr hindurch für ausgeglichene Temperaturen auf der Insel. Allerdings gibt es auch zeitweilig die Calima. Der mit Calima bezeichnete Wind, der über der Sahara entsteht, führt sehr trockene, heiße Luft und Sandstaub mit. Im Sommer kann er die Temperaturen bis auf 45 °C ansteigen lassen. Der feine Sandstaub verfärbt die Luft gelblich, setzt sich als Staubschicht ab, verschlechtert die Atemluft und beeinträchtigt die Sichtverhältnisse. Eine solche Wetterlage tritt auf La Palma mehrmals jährlich für jeweils etwa drei bis fünf Tage auf.

Und die Calima sorgt auch für Waldbrände, aber diese trugen wesentlich zur biologischen Evolution bei, wie durch Stimulation des Pflanzenwachstums, natürliche Verjüngung und Biodiversität. Nach einem Brand regeneriert sich der kanarische Kiefernwald in 8 bis 10 Jahren.

Aufgrund der Höhenunterschiede auf La Palma kann man dort fünf Vegetationsstufen (auch Höhenstufen) erleben, in denen sich unterschiedliche Vegetationsformen ausgebildet haben. Besonders aber sind die Lorbeerwälder. Berühmt ist die El Pino de la Virgen (Durchmesser von etwa 240 Zentimetern, Höhe von etwa 32 Metern), ihr Alter wird auf 800 Jahre geschätzt.

La Palma ist, wie alle Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs. Ihre Entstehung wird auf einen Hotspot im Erdmantel zurückgeführt, der auf dem – vom Atlantik überdeckten – Teil der Afrikanischen Platte die Kette der Kanarischen Inseln aufgebaut hat. Während die Afrikanische Platte über den stationären Hotspot nach Nordosten driftet, wuchsen in mehreren Millionen Jahren in anhaltenden Eruptionsserien Schildvulkane empor, die heute die Kanarischen Inseln bilden.

Ganz kurz noch zur Geschichte der Insel: Da die Ureinwohner weder Werkzeuge zum Bau seetüchtiger Schiffe noch nautische Kenntnisse besaßen, konnten sie auch die Verbindungen zu den anderen Inseln nicht aufrechterhalten. Bis zum 14. Jahrhundert entwickelten die Benahoaritas, die Ureinwohner der Insel eine eigene Kultur. Im 14. Jahrhundert wurden sie von den Europäern wiederentdeckt und umgehend wurde versucht sich die Insel zu Eigen zu machen. La Palma wurde als eine der Kanarischen Inseln in die Reiche der Krone von Kastilien eingegliedert. Der Anbau von Zuckerrohr stand am Anfang der wirtschaftlichen Entwicklung von La Palma. Der Handel mit Amerika begünstigte das Aufkommen weiterer Erwerbszweige wie Schiffbau sowie der Herstellung von Segeltuch. In neue Produkte wie Bienenwachs und -honig, Tabak und Seide wurde investiert. Mit der Anpflanzung von Maulbeerbäumen war La Palma führend in der Seidenherstellung auf den Kanaren. Um 1830 wurde die Cochenille-Laus eingeführt, eine Schildlaus, die einen begehrten karmesinroten Farbstoff liefert. Mit der Entwicklung von Anilinfarbe um 1880 war dieser Erfolg schon wieder zu Ende. Ab 1878 wurde der Bananenanbau auf die Kanaren gebracht, der bis heute ein wesentlicher und zunehmender Wirtschaftsfaktor auf der Insel ist.

Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) stand La Palma mehrheitlich an der Seite der Republikaner und bildete mit der kommunistischen Partei der Hauptort des Widerstands gegen das Franco-Regime auf den Kanaren. 1984 erhielt Las Palmas de Gran Canaria den Status einer autonomen Region. Mit dem Beitritt Spaniens 1986 in die Europäische Gemeinschaft und dem 1989 vollzogenen Beitritt der autonomen Kanarischen Region in die EG wurden den Kanaren auch die EU-Subventionen zuteil, die im Wesentlichen in den Aufbau der Infrastruktur der Inseln flossen.

Eine Untersuchung in den 1990er Jahren ergab, dass die Cumbre Vieja in ihrem Inneren wasserdurchtränkte, vertikale Schichten aus porösem Vulkangestein aufweist. Britische Geologen stellten die Theorie auf, dass die westliche Flanke der Cumbre Vieja bei einem erneuten Vulkanausbruch instabil werden und ins Meer abrutschen könnte. Dieser gewaltige Erdrutsch würde einen Megatsunami auslösen. Eine eingehende Untersuchung aus 2006 hält einen Bergsturz hingegen frühestens in 10.000 Jahren für wahrscheinlich und geht zudem von einem Abrutschen in mehreren Schüben aus, was einen Tsunami unwahrscheinlich macht. Hoffentlich!

Der Vulkanausbruch auf La Palma lässt die Kanareninsel auch wachsen! Durch den Lavastrom hat sich im Meer eine bereits etwa 20 Hektar große Landzunge gebildet, die rund mehrere Hundert Meter breit ist. Aber erst nach 11 Tagen erreichte die Lava schließlich den Atlantik. Auf ihrem etwa sechs Kilometer langen Weg dorthin dehnte sie sich auf mehr als 470 Hektar Land aus und zerstörte mehr als 740 Gebäude sowie einige Straßen. 6000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Weiterhin fließt Lava aus dem Vulkan. Explosionen oder „kochende“ Wellen wurden nicht verursacht. Von einer zunächst befürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bewohner durch giftige Gase, die bei dem Zusammentreffen von Lava und salzigem Meerwasser entstehen können, wurde zunächst nichts bekannt. Passatwinde aus Nordosten trieben die Wasserdampfwolken und giftigen Gase auseinander.

Jetzt bleibt uns allen nur Abwarten (und Tee trinken) bis sich die Cumbre Vieja wieder beruhigt haben wird.

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