Leider nur sehr kurz in Salzburg

Schon wieder sitze ich im Zug, diesmal zurück nach Wien. Ein wenig besser ist hier das Wetter geworden, die Sonne versucht zu mindestens zuweilen hervorzublinzeln.

Die eigentliche Aufnahme der Sendung gestern abends war für mich fast ein Antiklimax, nach all den Vorbereitungen und Proben. Fasziniert hat mich aber die Arbeit der vielen Beteiligten schon. Vor allem dem Moderator der Sendung wird schon ein gerüttelt Maß an Flexibilität abverlangt. In den kurzen Pausen, wenn z.B. die vorbereiteten Filme abgespielt werden, relaxen alle im Studio ein wenig. Aber schon muss „umgeplant werden“, weil die Zeit schon fast überschritten ist …. Jedenfalls war ich nie in meinem Leben von so vielen Polizisten umgeben, wie in den Räumlichkeiten des Senders.

Nachdem die Sendung zu Ende war, gab es ein „gemütliches Zusammentreffen“ aller Beteiligten, auch der Kameraleute, und aller die auch sonst im Hintergrund wirken. Ich war allerdings nur ganz kurz dort, es war schon spät, ich war sehr müde, es war doch ein langer aufregender Tag gewesen. Ich war dann sehr froh, wieder zurück im Hotel zu sein, wo aber andere Gäste, hauptsächlich aus Ungarn, noch heftig feierten. Aber im Zimmer war es ruhig, ich konnte noch einen Blick auf die etwas träge vorbeifließende Salzach werfen.

Nicht nur mit den Steckern hatte ich in diesem Zimmer Probleme, auch mit den Schaltern, es gelang mir nicht, ein Lichtband abzuschalten, ich fürchtete schon um meine Nachtruhe, denn bei Licht kann ich schlecht schlafen, aber ich scheine so müde gewesen zu sein, dass es mir doch gelang.

Am Vormittag hatte ich noch ca. eine Stunde Zeit – für Salzburg. Ich spazierte entlang der Salzach Richtung Stadtzentrum und überlegte wohin ich gerne gegangen wäre, hätte ich mehr Zeit gehabt. Da wäre z.B. das Café Bazar gewesen, an dem ich sogar vorbeikam. Gerne hätte ich mich hineingesetzt und eine Tasse Kaffee getrunken – und vielleicht sogar ein Kipferl gegessen. Ich wäre ich sehr gerne in den Mirabell Garten gegangen, der lag aber „in der falschen Richtung“.

In den Dom wäre ich auch gerne gegangen, denn dort bin ich gefirmt worden. Und – natürlich – auf dem Domplatz habe ich einstmals den Jedermann gesehen – und viele Male danach im Fernsehen, das Stück hat mich schon immer bewegt.

Ich wäre auch gerne vorbei an der Pferdeschwemme durch das Neutor gegangen, denn dahinter hatten meine Verwandten in Salzburg gewohnt, und gegenüber dieser Wohnung lag ein Altersheim, in das die letzte überlebende Tante aus dieser Verwandtschaft zuletzt gezogen war, weil sie allein das Heizmaterial nicht mehr in die Wohnung schleppen konnte.

Und ich wäre gerne auf den Kapuziner Berg gegangen, gleich hinter dem Hotel Stein, in dem wir – mein leider verstorbener Mann und ich – manchmal gewohnt haben. Gesehen habe ich den Steig, leider diesmal nur von unten.

Auch in Richtung Nonnberg wäre ich gerne gegangen, denn dort stand das Haus eines lieben Freundes und seiner Frau – beide auch schon verstorben, in dem wir fröhliche Stunden verbracht haben. Die Gastfreundschaft dort war immer überwältigend gewesen.

Geschafft habe ich es heute nur in die Getreidegasse, schön war’s dort zu gehen, es war noch früh, es waren noch nicht viele Leute unterwegs, manche Geschäfte begannen gerade mit dem Aufsperren! Nur einen Blick hab in die bereits verstopfte Sigmund-Haffner-Gasse, wo wir auch einmal im Hotel Elephant während der Festspiele gewohnt haben. Von dort war’s halt nicht weit ins Festspielhaus.

Es scheint jedenfalls, dass ich wieder einmal auf ein paar Tage nach Salzburg fahren sollte, um alle diese Orte wirklich besuchen zu können.

Von der Bahnfahrt nach Wien kann ich nur berichten, dass je weiter nach Osten wir kamen, desto schöner wurde das Wetter. Sogar der Wallersee zeigte bereit ein helleres Bleigrau als am Vortag. Und in Linz wurde ein Anschlusszug nach Pregarten angekündigt, der Ort in dem ich in den Jahren 1944 und 1945 gelebt hat und das Kriegsende erlebt hatte. Das hat jedenfalls eine Flut von Erinnerungen ausgelöst.

Dazu ein andermal, das schreibe ich, wenn kein Zug ruckelt.

Leider nur sehr kurz in Salzburg

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