Wenn Clan-Termine clashen

Zu einem Familienfest

Es ist wirklich nicht mehr ganz so einfach, Familienzusammenkünfte auszurichten. Und war umfasst „Familie“ überhaupt? Früher waren bei derartigen Festen der (verstorbene) Bruder meines (verstorbenen) Mannes und seine Familie anwesend, das ist jetzt ein eigener Clan geworden, der ebenfalls seine „Standard-Feste“ abhält.

Gestern hat einer meiner Enkel seinen 30. Geburtstag und seinen Master mit seiner Familie „mütterlicherseits“ gefeiert; mit der Familie väterlicherseits wurde bereits an einem anderen Tag gefeiert – und die Freundeszusammenkunft war dann ein drittes Fest. Sicher war das auch „corona-bedingt“ (selbst wenn alle geimpft sind). Und selbst bei dieser Aufteilung  gab es einen Clash – mit der Familie der Frau des Geburtstagskindes, denn in deren „Clan“ wurde an diesem Tag eine Taufe gefeiert.

Aber alle zusammen – dafür bedürfte es schon einer großen Lokalität, oder eines Gartens – aber Gartenfesten wohnen Imponderabilien inne – wenn’s regnet, braucht man eine Ausweichlokalität.  

Wenn wir dennoch nicht „vollständig“ waren (ein Bruder des Geburtagskindes weilt im Ausland) kamen gestern 12 Erwachsene und 5 Kinder zusammen. Da es für ein Gartenfest jahreszeitlich schon zu spät war, fand es eben bei mir statt – ich habe die größte Wohnung. Die Organisation hatte meine Tochter übernommen, sie hatte einen Teil eingekauft, den anderen Teil hatte ihr Sohn, mein Enkel, Bruder des Gefeierten besorgt. Und Torte und Gugelhupf stammten von dem Geburtstagskind selbst.

Selbstverständlich wurde etwas „umgeräumt“, der große Esstisch ausgezogen, Sessel und Bänke herbeigeschafft, dass alle an einem Tisch sitzen können. Geschirr und Gläser gingen sich knapp aber gerade noch aus.

Gekocht hat ebenfalls meine Tochter – es gab einen Riesentopf köstliche Kürbiscremsuppe und Brot (das mein Sohn aus der Bäckerei mitgebracht hatte) und diverse Käse. Und es gab sehr viele unterschiedliche salzige Knabbereien.

Um 4 Uhr trafen die Gäste ein – bei uns müssen Festln früh stattfinden, damit die Kinder alle noch rechtzeitig ins Bett kommen können, den nächsten Tat ist schließlich Schule/Kindergarten!

Vielleicht noch ganz kurz zum Geburtstagkind, er wurde in den USA geboren, während eines Studienaufenthaltes seiner Eltern. Wir, die stolzen Großeltern reisten zu dem Ereignis an. Und wir schafften es – denn so genau konnte gar nicht geplant werden, nur ein paar Stunden nach der Geburt unseres „neuen“ Enkelkindes in der Klinik einzutreffen. Ich durfte dann seine ersten Lebenstage in Arizona begleiten. Mein Mann, damals noch nicht behindert, reiste zwischenzeitlich zu einem Freund in Washington.

Einige vom Ihnen wussten dann später von der schweren Krankheit dieses jungen Mannes, als seine Mutter nach Bangkok flog (wo er ein halbes Jahr studiert hatte), wo er schwerstkrank im Spital lag und seine Zukunft sehr ungewiss war. Ich bin fest überzeugt, dass ihn seine Mutter damals gerettet hat.

Derartige Feste haben ihren Ablauf. Zuerst wurde angestoßen, auf das Geburtstagskind – und weitere Familienmitglieder, die ebenfalls kürzlich runde Geburtstage gefeiert haben, es gibt neben dem Dreißiger auch einen Zwanziger und einen Zehner. Und eines weiteren Geburtstages musste gedacht werden, weil er erst diese Woche stattgefunden hat, aber nicht rund ist.

Auch die Masterarbeit lag zur Einsicht auf!

Jetzt war die Gelegenheit, dass jeder mit jedem reden konnte, denn bei Tisch, „saß man dann fest“. Natürlich war den „kleinen Kindern“ fad, und sie fingen an, unter dem Tisch herumzukrabbeln. Und das allein genügte auf die Dauer nicht, also wurden den um den Tisch Sitzenden die Schuhe ausgezogen und versteckt. Bald aber mussten die Kleineren nach Hause gehen. Die anderen blieben noch, und dann begann das große Schuhe-Suchen. Jeder war betroffen. Den Verursacherinnen hätte es mächtigen Spaß bereitet, als alle Erwachsenen jetzt überall Schuhe suchten. Das Nach-Hause-Gehen und das Wegräumen und Aufräumen verzögerten sich.  Es konnten dennoch nicht alle Schuhe gefunden werden, erst der Anruf bei den Eltern der jungen Damen brachte etwas Licht ins Dunkel. Ja, die Urenkelin erinnerte sich und konnte das Versteck auch recht gut beschreiben. Letztlich hatte jeder seine Schuhe wieder an, die große Tisch war wieder zusammengeschoben, die Sessel wieder an ihren ursprünglichen Plätzen und ein Teil des Geschirrs in der Geschirrwaschmaschine.

Mit Ausnahme eines Glases ist nichts kaputtgegangen. Es war ein schönes, ein erfreuliches Fest. (ein bissel erschöpft war ich schon hinterher, obwohl die meiste Arbeit eigentlich die anderen gemacht hatten). Ich für meinen Teil kann nur hoffen, noch weitere derartige Feste erleben zu dürfen.

Wenn Clan-Termine clashen

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