Ein Spaziergang in Padua und die Fahrt in die Toskana

Weitere Familienmitglieder (Enkel) waren mit der Bahn angereist, womit unsere Familienreisegruppe schon fünf Erwachsene und ein Kind (meine Urenkelin) umfasste.

Schön war’s, in Padua spazieren zu gehen, am Abend und untertags. Die Stadt mit ihren vielen, langen Arkadengängen ist so lebendig, untertags ein Marktplatz, abends ein Platz voller Bars und Restaurants.  Hübsche Geschäfte gibt’s mit wirklich sehenswerter origineller Handwerkskunst.  Viele junge, gut gelaunte Menschen sind unterwegs, das verdankt sich natürlich der Universität.

Die Universität Padua wurde 1222 gegründet. Sie ist somit eine der ältesten Universitäten Europas und nach Bologna die zweitälteste Universität Italiens. Sie entwickelte sich nicht infolge eines speziellen kaiserlichen oder päpstlichen Privilegs. Die Universität konstituierte sich als „Universitas scholarium“, eine freie Körperschaft von Studenten, welche sich nach eigenen Gesetzen richtete und selbstständig regiert wurde. Die Stadt Padua gab sich alle Mühe, die Universität zu schützen, ihre Selbstständigkeit zu respektieren und den Studentenzulauf zu fördern. Auf den Lehrstuhl ad mathematicam kam 1592 Galileo Galilei nach Padua. Er blieb dort achtzehn Jahre und veröffentlichte kurz vor dem Verlassen der Stadt die erste Reihe seiner großen astronomischen Entdeckungen. Das Gebäude ist wirklich sehenswert, ein Anbau ist eindeutig der Mussolini-Zeit zuzurechnen, und in einem Garten der Universität wachsen nicht nur Granatapfelbäume, dort ist alles voller Büsche und Blumen – hier kann man sich jeden Gelehrten trefflich vorstellen, der seine Studenten um sich schart – und doziert.

Aber nicht nur die Universität in bedeutend. Gerade der Adel hat hier eine bedeutende Rolle gespielt. Das merkt man auf der Piazza dei Signori, aber auch der Handel war bedeutend: mit den Markthallen in Piazza delle Erbe und Piazza della Frutta und dazwischen dem Palazzo della Ragione (Justizpalst) wird das nachdrücklich dargestellt.

Natürlich wanderten wir zur Basilika des Heiligen Antonius. Sie enthält Kunstschätze berühmter Bildhauer wie Donatello, der die aus 30 Skulpturen bestehende Figurengruppe unter dem Hochaltar und ein Kruzifix schuf. Die Seitenkapellen sind mit Freskomalereien dekoriert Hinter dem Altar befindet sich die Kapelle des Heiligen Antonius mit den Reliquien. Die Legende besagt, dass bei der Graböffnung im Jahr 1263 die Zunge des Heiligen Antonius noch unversehrt war. Es gibt die von mir so geschätzten Kreuzgänge, auf die man auch faszinierende Blicke auf die imposante Architektur werfen kann.

Gern wären wir auch in die Cappella degli Scrovegni gegangen, aber dafür muss man sich vorher anmelden und erhält dann einen Slot. Wir haben mit der Kirche degli Eremitani, vorliebgenommen. Besonders berühmt wurden die Freskenmalereien von Andrea Mantegna, die bereits von Goethe während seiner Italienreise bewundert wurden. Leider stürzte die Wand mit den Fresken bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg ein. Man hatte vorsorglich Fotos der Wandfresken angefertigt. Nach der Zerstörung rief man die Bevölkerung dazu auf, die Fragmente der Fresken zu sammeln und abzugeben, um die Gemälde wieder herstellen zu können. Die verblieben 88.000 Stücke des Freskos wurden in ein an die Wand gemaltes Bild wieder hineingepasst.

Nachdem unser Frühstück in eine Konditorei stattgefunden hat, speisten wir zu Mittag „al fresco“, in einem der Arkadengänge der Altstadt. Sie enthält Kunstschätze berühmter Bildhauer wie Donatello, der die aus 30 Skulpturen bestehende Figurengruppe unter dem Hochaltar und ein Kruzifix schuf. Die Seitenkapellen sind mit Freskomalereien dekoriert Hinter dem Altar befindet sich die Kapelle des Heiligen Antonius mit den Reliquien. Die Legende besagt, dass bei der Graböffnung im Jahr 1263 die Zunge des Heiligen Antonius noch unversehrt war.

Leider mussten wir dann das liebliche Padua verlassen, und fuhren mit der eingleisigen Straßenbahn zum Auto zurück, in dem es dann allerdings etwas eng war.

Ich mag diese Fahrten auf den italienischen Autobahnen, denn Italien beginnt für mich, sobald ich die ersten Zypressen und Pinien sehe. Ich mag auch diese dichten völlig künstlich angelegten Baumgruppen, von denen man mir gesagt hat, dass sie dem Windschutz dienen. Ich mag die Fahrt über den majestätischen Po, die historischen Städte sieht man nicht, nur eventuelle Sehenswürdigkeiten aus deren Nähe. Ja, ich muss es zugeben, und auch hier gibt es Schallschutzwände unterschiedlicher „Schönheit“.

Nachdem wir Florenz endlich umrundet hatten, verließen wir die Autobahn und begaben uns – auf immer enger werdenden Straßen durch hübsche kleine Ortschaften zwischen Weinbergen, letztlich fast auf Feldwegen zu unserem Quartier. Dieses entsprach noch keineswegs den Feldwegen, aber darüber werde ich Ihnen dann morgen Genaueres berichten.

Ein Spaziergang in Padua und die Fahrt in die Toskana

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