Der heurige Nationalfeiertag ein großes, fröhliches Volksfest

Wiederveröffentlichung: so war es 2017

Heute waren wir am Heldenplatz, am Nationalfeiertag.  Heuer war es etwas anders als sonst, da das Bundesheer sein Gerät verteilen musste, da durch die Ausweichquartiere für das Parlament nicht alles am Heldenplatz Raum finden konnte. An einem strahlend schönen Herbsttag tat das aber dem Publikumsandrang und der positiven Stimmung keinen Abbruch.  Das haben wir versäumt: die Kranzniederlegungen: Bundespräsident Alexander Van der Bellen und die Bundesregierung gedachten am Äußeren Burgtor der toten Soldaten und Opfer des Widerstandes. Höhepunkt des Festaktes war die Angelobung von 1.321 Rekruten aus ganz Österreich am Heldenplatz. Danach folgte der Fallschirmsprung von drei Soldaten des Jagdkommandos. Diese sind allerdings aufgrund der Windverhältnisse nicht wie geplant am Heldenplatz, sondern im Burggarten gelandet.

Viele sind gekommen, aus allen Bevölkerungsschichten, aus allen Altersklassen, Touristen und Österreicher waren dabei, aber auch solche mit Migrationshintergrund. Ein gutes Zeichen für Österreich.  Sogar die umstrittene verkleidete Figur, die bei der Polizei Anstoß erregt hatte,  fand sich vor einem Hinweise auf die Demokratiewerkstatt und war von Kindern umlagert. Es wurde viel photographiert, die Kinder bekamen bunte Luftballons in der Form von Flugzeugen und Hubschraubern. Die Ansprachen anlässlich der Angelobung der jungen Rekruten gingen fast unter, auf einer großen Leinwand konnte man aber den Vorgang und das offizielle Österreich sehen.  Auch die hohe Geistlichkeit aller Denominationen war vertreten. Natürlich, und es wäre nicht Österreich, gab es verschiedene Standeln, wo allerhand Essbares angeboten wurde.  Aber auch die EU betrieb einen Informationsstand sowie diverse Ministerien. Die Garde marschierte mit ihrer Musikkapelle auf.

Der Ring war wieder einmal gesperrt (mit Ausnahme der Straßenbahn, Radfahrern und Fußgängern). In der Stadt gab es viel Gedränge, weil sich die Interessierten zu den verschiedenen Plätzen, wo Gerät ausgestellt war, begaben.  Die öffentlichen Gebäude waren allesamt mit Fahnen geschmückt, die fröhlich im Wind flatterten.

Der österreichische Nationalfeiertag wird seit 1965 jährlich am 26. Oktober begangen, dem Tag, an dem 1955 die beschlossene österreichische Neutralität in Kraft getreten ist und die letzten Besatzungsmächte Österreich verlassen haben. Dieser Gedenktag löste den vormaligen Tag der Fahne als Nationalfeiertag ab. Am 12. November feierte die Erste Republik ihre Entstehung.  Später änderte sich das Datum auf den 1. Mai. An diesem Tag war die Verfassung des Ständestaates feierlich verkündet worden. Im Juli 1955 erlangte Österreich durch den Österreichischen Staatsvertrag die Souveränität zurück. Der Abzug der Alliierten Besatzungsmächte geschah am 25. Oktober 1955. Um schließlich nicht dieses Ereignis zu feiern, sondern die Neutralität Österreichs, wurde das Datum 1956 auf den nächsten Tag verlegt. Seither wird am Nationalfeiertag die österreichische Flagge gehisst, weswegen man oftmals auch vom “Tag der Fahne” sprach. 1967 wurde der Nationalfeiertag den übrigen gesetzlichen Feiertagen in Österreich gleichgestellt und ist seither arbeitsfrei.

Anfänglich fanden unter dem Motto „Fit am Nationalfeiertag“ hunderte Breitensportveranstaltungen im ganzen Land statt, vor allem für Läufer und Wanderer („Fit-Märsche“), aber auch für Radfahrer, Skater oder Walker. Leider ist dieser Aspekt über die Jahre verloren gegangen.

Nun ich verstehe jene Menschen, die in den sozialen Medien posten, dass man den Nationalfeiertag nicht unbedingt mit Zurschaustellung von Kriegsgerät feiern müsste, sondern andere Errungenschaften der Bürger dieses Staates darstellen sollte. Aber man sollte auch nicht vergessen, warum es anfänglich diese militärischen Darstellungen gab, die inzwischen zur Tradition geworden sind. Man wollte nach allen Seiten nachdrücklich beweisen, dass Österreich sehr wohl seine Neutralität verteidigen könne, und das war im Kalten Krieg kein unwesentlicher Aspekt. Jetzt ist es zum Volksfest geworden, auch nicht so schlecht.

Das Angebot der „Offenen Türen“ (Hofburg und Kanzleramt) nahmen wir nicht an. Vielmehr lasen wir die Plakate der Demonstranten vor der Hofburg (rund um die neuen glänzenden Poller), die gegen die FPÖ gerichtet waren.  Und vom Michaelerplatz kommend war eine andere Demonstration  im Gange, gegen Atomraftwerke, insbesondere gegen Bohunice, so nahe an Österreich.

Ich lebe gerne in einem friedlichen Land, das seinen Nationalfeiertag als Volksfest begeht.

Der heurige Nationalfeiertag ein großes, fröhliches Volksfest

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