Was ich immer schon über Oliven wissen wollte….

Wenn man hier in der Toskana spazieren geht, ist man meist von Olivenhainen umgeben. Und dicht auf den Zweigen befinden sich jetzt die bereits schwarzen Oliven. Neugierig, wie ich schon bin, habe ich gleich eine gekostet, naja, man sagte mir, das hätte ich wissen müssen – frisch und roh sind Oliven ziemlich bitter.

Ich überlegte mir, ob diese Früchte hier überhaupt  geerntet werden, oder ob die erforderliche „Manpower“ dazu zu teuer ist? Denn die reifen Früchte müssen vom Baum geschlagen werden. Unter den Bäumen ausgelegte Netze ermöglichen, dass die Ernte einfach zusammengeklaubt werden kann.

Bei der klassischen Zubereitung zum Oliven-Einlegen werden zunächst die angeschlagenen Früchte aussortiert, die guten Oliven werden mit einem scharfen Messer an den schmalen Enden eingeritzt und vollständig mit Wasser bedeckt. Das Wasser wird alle 2-3 Tage gewechselt. Nach wenigen Wochen verlieren die gewässerten Früchte ihre Bitterstoffe. Nach ca. 1 Monat werden die Oliven nicht mehr bitter schmecken, dann wird eine starke Salzlösung (ca. 7 EL Salz auf 1 l Wasser) zubereitet. Darin sollten die Oliven noch einmal ca. 1 Woche baden und können anschließend je nach Geschmack eingelegt werden. Z.B. ist dafür eine Marinade aus Olivenöl mit frischem Knoblauch, Thymian und Rosmarin zu verwenden, darin eingelegt ist die eigene Ernte viele Monate lang haltbar. Alternativ können die Oliven auch in der Salzlake mit geviertelten Zitronen oder Orangen, Knoblauchzehen, Thymian und/oder Rosmarin verbleiben. Die Salzlösung muss immer wieder aufgefüllt werden, damit die Oliven komplett bedeckt bleiben, ansonsten kann sich Schimmel bilden. Eine sich eventuell bildende weiße Schicht kann einfach abgehoben werden. Sie schadet den Oliven nicht.

Die industrielle Verarbeitung benutzt zum Einlegen Natronlauge – das ist schnell und effizient.

Wenn ich es mir so überlege: bei uns wird es auch immer wärmer. Als Kübelpflanze – auf meinem Balkon ließe sich so ein Olivenbaum mehr oder minder leicht kultivieren? Wichtig wäre für meinen Olivenbaum ein voll sonniger Standort (kein Problem) und die richtige Überwinterung. Aber was ist die richtige Überwinterung? Die Baumscheibe wird mit einer dicken Schicht Laub und Tannenreisig abgedeckt. Einen Olivenbaum im Kübel sollte man ebenfalls gut einpacken und an einen windgeschützten und überdachten Ort stellen. Im Haus lässt sich die Pflanze hell und bei kühlen Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius überwintern. Das geht leider nicht!

Wenn ich das so recht bedenke, werde ich mir doch lieber weiterhin die „fertigen“ Oliven im Glas kaufen.

Was ich immer schon über Oliven wissen wollte….

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