Der dreigeteilte Tag

Gemeinschaftliches Schuhe-Kaufen, gutes Essen (und ein Museumsbesuch)

Eigentlich war es heute kein Prinzessinnentag, aber im Schuhhimmel waren wir dennoch. Wir, in diesem Fall eine meiner Enkeltöchter – ein shoemaniac – ihre Mutter, deren Schwester und ich besuchten das Popup Store von Wunderl (beheimatet in Sollenau) in der Berggasse, im Ballhaus. Diesen Ort habe ich schon einmal beschrieben: wer’s genau wissen will – https://christachorherr.wordpress.com/2021/05/29/prinzessinnentag-2021-der-schuhhimmel-im-ballhaus/

Auch diesmal war vorne eine Corona Teststelle – gut besucht. Für den bezaubernden herbstlichen Garten war es aber leider heute schon zu kalt. Wir probierten uns durch das Angebot, tranken Espresso und tratschten. Schließlich sind die Wunderls Verwandte von mir (den Grad der Verwandtschaft erspar‘ ich Ihnen). Nachdem wir alle Verwandten „durchgetratscht“ hatten, kamen wir zur wirtschaftlichen Situation der Schuhbranche, na, die ist nicht so gut. In unsicheren Zeiten wird weniger eingekauft (traf auf uns heute nicht grad zu), besonders da jetzt manche Branchen von diesem eingeschränkten Lockdown für Ungeimpfte wieder stärker betroffen sein werden. Firmen-, Weihnachtsfeste etc., für die man sich „schön anzieht und unbedingt neue Schuhe braucht“, fallen auch zunehmend aus. Aber die Schuhmodebranche sieht einen kalten Winter voraus, es gibt viele feste – teils gefütterte – Schuhe und Stiefel mit dicken Sohlen (nicht mehr unbedingt weiß, es ist ja Winter). Obwohl ich nun wirklich keine neuen Schuhe brauche, und auch fast keine in meiner Größe gefunden habe (ich lebe auf großem Fuß), fand sich dann ein Paar, von dem ich zu hören meinte, dass es Christa rief. Sie passten – und ich habe schicke neue Schuhe, keine mit – Stiletto – Absatz, also flach und mit rutschfester Sohle, das sind leider Grundbedingungen in meinem Alter geworden. Wenn schon, will ich sicher zu Fuß unterwegs sein – obwohl ich gerne und lange hohe Absätze getragen habe.

Und nun war es Mittagszeit geworden und wir gingen schwer bepackt mit neuen Schuhen in ein nahe gelegenes Gasthaus. In dieser Gegend – Servitenviertel – ist es wirklich nicht schwer ein gutes Wirtshaus zu finden.

Das Serviten-Viertel (ich habe es schon einmal in einem anderen Zusammenhang beschreiben) ist ein Grätzl im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund im Bezirksteil Rossau. Diese Bezeichnung geht auf das 1639 gegründete Servitenkloster geht. Einst bestand diese Gegend aus mehreren Inseln, die von Seitenarmen der damals unregulierten Donau getrennt wurden. Die Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt vor allem mit der Fischerei und Schifffahrt. Zu den Sehenswürdigkeiten des Serviten- Viertels zählen die in seinem Zentrum stehende Serviten Kirche mit ihrem Kirchenplatz, die Peregrini-Kapelle, sowie der Jüdische Friedhof Rossau, der älteste jüdische Friedhof Wiens. Als ich ein Kind war, besuchte ich mit meiner Mutter den einmal jährlich stattfindenden Peregrini-Markt und bekam jedes Mal eines der köstlichen großen Peregrini-Kipferln. Besonders in den letzten Jahren haben einige hippe Cafés und Lokale dem Grätzl ihren eigenen Charme verliehen. Manche meinen, dass das Servitenviertel das pariserischste Eck in Wien wäre. Die Geschäfte bieten hier allerlei – auch Kulinarisches – an (z.B. eine Nudelmanufaktur, eine Käsegeschäft) aber auch hübschen Schmuck oder schickes Gewand. Und es gibt eine Reihe renommierter Lokale – teilweise „besternt“. Ich gehe gerne ins Servitenviertel.  

Diesmal aber blieben wir in der Berggasse (Ecke Porzellangasse), im Gasthaus Rebhuhn. Der Schanigarten war schon weggeräumt, außerdem wäre es ohnedies zu kalt gewesen. Also die einzigen waren wir nicht dort, es war sehr voll – und demgemäß eher laut, neben uns saß eine Gruppe … Corona-kontrolliert wurden wir nicht, aber die Tische stehen relativ weit auseinander! Die Akustik des Lokals ist eindeutig verbesserungsfähig, aber gegessen haben wir sehr gut. Ich würde die Speisekarte als „gehobene lokale Küche“ bezeichnen. Bei uns gab’s als Vorspeise – Salate mit Mozzarella oder Blunznradeln (sehr gut!) bzw. eine Frittatensuppe. Als Hauptspeise wurden Kasnudeln gewählt (wurden sehr gelobt) und ich aß einen Hering /Hausfrauenart (also in Rahm mit Äpfeln und Zwiebel) und dazu geröstete Erdäpfel mit Speck, hat mir sehr geschmeckt und weil halt Desserts doch nicht fehlen dürfen gab’s Maroni-Püree auf Schlagbors und Kompott und hinreißend flaumige Topfenknödel mit Sauerkirschen. Natürlich durfte ein Espresso nicht fehlen.

Ich hatte jetzt die Wahl nach Hause zu gehen (oder auch zu fahren) und ein Mittagsschläfchen zu halten, oder in das gegenüber liegende Freud-Museum zu gehen.

Im nächsten Blogbeitrag können Sie dann über den Besuch im Freudmuseum lesen.

Der dreigeteilte Tag

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