Verschiedene Beobachtungen und Abwägungen

Leider hauptsächlich zu COVID

Viele Medien, besonders aber der ORF legen den Schwerpunkt ihrer Berichterstattung – auf COVID.  Es liegt nahe, denn die Gesundheit betrifft auch alle Menschen. Aber „Ausschließlichkeit“ ist auch keine Strategie. Jaja, wir lesen hören und sehen auch noch über das Klima – primär als Berichterstattung aus Glasgow – kürzlich. Und ein wenig über internationale Politik – Biden und Xi Jinping haben miteinander telephonisch geplaudert.

Zu COVID gibt es festgefahrene Meinungen, von denen niemand wirklich gerne abrücken will. Man kann einander auch nicht mehr wirklich überzeugen.  Einig scheint man sich nur zu sei, dass die Regierung inkompetent und chaotisch agiert, dass sich manche Regierungsmitglieder wie Marionetten verhalten, die von anderen mit Schnürln gelenkt werden, andere obstinat sind …. Und jeder meint, dass er/sie es eigentlich besser machen könnte.

Aber wie? Jeder meint, dass „sein Weg“ wohl der bessere wäre. Aber wenn ich ein kleines Geschäft betreiben würde, dessen Hauptumsatz in der Vorweihnachtszeit stattfindet, wäre ich vehement gegen einen Lockdown. Als ungeimpfter Arbeiter oder Angestellter würde ich mir einen kompletten Lockdown wünschen, mit verpflichtendem Home-Office für alle, mit geschlossenen Schulen etc. Als an Intensiv-Stationen oder überhaupt in Spitälern Arbeitenden, würde ich mir auch einen kompletten Lockdown wünschen, damit endlich der Zustrom an Corona-Patienten versiegen würde.

Es ist schwer, es allen recht zu machen: dem Christkindlmarkt-Standler, dem Ballarrangeur, dem Hochzeitsplaner, etc. etc. Bei manchen hängen halt fast alle Einkünfte vom Offenhalten ab, andererseits ist „Gesund-Bleiben“ der Mehrzahl der Bevölkerung oberstes Ziel!

Ich kann nur sagen, was ich mir persönlich wünsche (als Pensionistin, die ihre Pension regelmäßig, unabhängig von Corona-Entwicklungen erhält): ein möglichst umgehender Lockdown für alle (das würde dieses „Grabendenken“ vielleicht etwas mildern) für maximal 2 bis 3 Wochen. Und strenge Regeln auch nachher. Ich habe bereits drei Stiche, lebe in Wien, ich fühle mich nicht gefährdet, aber aus Solidarität mit den Spitalspersonal, denen ich Triagen ersparen will, würde ich mich diesem spontanen aber kurzen Lockdown unterziehen. Trotzdem sollte versucht werden, die Impfquote zu erhöhen, sie aber dennoch möglichst nicht als Bestrafung darstellen.

Denn wie richtig gesagt wurde, total überlastete Spitäler stellen eine Gefahr für uns alle dar (ob geimpft oder ungeimpft), denn wir alle sind nicht gefeit gegen Herzinfarkte, Schlaganfälle oder auch schwere Unfälle. Aber dann wäre möglicherweise kein Platz für uns im Spital, der Intensivstation, und die Rettungswägen, mit uns drinnen, würden quer durch Wien fahren, um ein Intensivbett – aus dem vielleicht grad einer gestorben ist, aufzutreiben. Und wenn Sie es nicht selbst sind, dann könnte es jemand aus Ihrer Familie treffen!

Andererseits verursacht ein totaler Lockdown einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Jetzt schon toben Geschäftsleute, dass ihnen der Lockdown für Ungeimpfte große Umsatzeinbußen und Gewinnminderungen bringen, den sie sogar beziffern können. Sie wünschen sich Kompensationen, die wieder aus dem Haushalt des Bundes bezahlt werden müssen, den aber wir alle alimentieren.  

Eigentlich bin ich sehr dankbar, dass ich das alles nicht entscheiden muss und beneide jene, die dies tun müssen, sicher nicht. Ich weiß, dass „Corona“ eine Querschnittmaterie ist, und jeder Minister „mitreden“ soll, kann und darf. Aber wie es geschehen ist, finde ich bestenfalls „unwürdig“, die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, und die Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort haben einfach dem Bundeskanzler auf den Gesundheitsminister „nachgeschimpft“, ohne sachlich auf die Vorschläge – aus Sicht ihres Ministeriums einzugehen, mich erinnerte das an frühere wortgewaltige Marktweiber oder Marionetten.  

Aber genau jene Regierenden sollten sich auch mit den anderen anstehenden Problemen befassen. Z.B. ist der Gesundheitsminister meines Wissens auch für „Soziales“ zuständig, es heißt doch Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege, und Konsumentenschutz.

Ich meine nur, dass es woanders auch nicht viel besser ist.

Empfehlen kann ich derzeit nur, sich die (dänische) Netflix-Serie „Borgen“ anzuschauen, um genau erfassen zu können, wie Politik wirklich funktioniert – sehr spannend.

Verschiedene Beobachtungen und Abwägungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s