Totimpfstoff – werden sich jetzt die Impfverweigerer damit impfen lassen?

Denn viele von ihnen wollten darauf warten

Wieder ein neuer Begriff, von dem ich nicht weiß was dahintersteckt, der aber derzeit – besonders von Impfverweigerern – gerne verwendet wird. („Ich lass mich erst impfen, wenn Totimpfstoff zur Verfügung steht“).  Totimpfstoff, ein Impfstoff, der nicht aus replikationsfähigen Pathogenen besteht, sondern aus einzelnen Bestandteilen. Im Gegensatz zu Totimpfstoffen bestehen Lebendimpfstoffe (derzeit in breiter Verwendung) aus Erregern, die noch replizieren können oder zumindest infizieren können.

Totimpfstoffe können schnell abgebaut werden, so dass zur Vermittlung einer starken Immunreaktion mehrfach geimpft werden muss. Daher impft man nach der Erstimpfung wiederholt und in bestimmten Abständen (Auffrischungsimpfungen).

Ich gebe zu, dass ich die folgenden Erklärungen nicht verstehe:

Bei der Grundimmunisierung werden von den B-Lymphozyten mittels T-Helferzellen (CD4+-T-Zellen) IgM-Antikörper mit niedriger Affinität gebildet. Der Anteil spezifischer IgG-Antikörper steigt danach kontinuierlich. T-Zellen bilden ein Immungedächtnis, bei erneuter Antigenpräsentation durch Auffrischungsimpfungen wird ein Booster-Effekt (stark beschleunigte Immunantwort) ermöglicht. Falls ein immunologisches Gedächtnis mittels T- und B-Zellen aufgebaut ist, kann eine Erkrankung mit denselben Antigenen verhindert werden.

Durch die Aktivierung der B-Lymphozyten sowie T-Helferzellen wird eine humorale Immunantwort erzeugt, nicht aber wie bei einer Lebendimpfung eine zelluläre.

Totimpfstoffe enthalten immunstimulierende Adjuvanzien – meistens Alumiuniumadjuvanzien –, um die Immunreaktion gegenüber den in den Impfstoffen enthaltenen Antigenen ausreichend zu erhalten. Hierbei wird das Antigen an beispielsweise Aluminiumhydroxid, MF59 oder AS04 absorbiert. Früher enthielten Totimpfstoffe auch noch Konservierungsmittel wie Thiomersal oder Thimerfonat. Durch den technischen Fortschritt konnte die aseptische Fertigung so verbessert werden, dass Einzeldosisrezepturen wie Kinderimpfstoffe ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden.

Im Zuge der Impfstoffentwicklung werden unter anderem Peptidimpfstoffe und genbasierte Impfstoffe (DNA-Impfstoffe, RNA-Impfstoffe und virale Vektoren) untersucht. Peptidimpfstoffe sind meistens per Peptidsynthese erzeugte Peptide. DNA-Impfstoffe bestehen meistens aus Plasmiden, die das Antigen codieren. Virale Vektoren basieren auf viralen Partikeln, die das Gen des Impfstoffs in eine Zelle einschleusen.

Das RKI gibt an, dass COVID-19-Impfstoffe (mRNA- oder Vektorimpfstoffe) mit Totimpfstoffen gleichgesetzt werden können, da sie keine Lebendimpfstoffe sind, also keine vermehrungsfähigen Viren enthalten.

Der US-Pharmakonzern Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union beantragt. Die in Amsterdam ansässige EU-Arzneimittelbehörde (EMA) teilte am Mittwoch mit, sie habe bereits mit der Prüfung begonnen und werde voraussichtlich in „einigen Wochen“ eine Entscheidung bekanntgeben. Bei dem Vakzin handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der für die Immunisierung also abgetötete Bestandteile des Coronavirus enthält. Eine Entscheidung könnte im Zuge eines beschleunigten Verfahrens innerhalb weniger Wochen fallen, „wenn die vorgelegten Daten ausreichend belastbar und vollständig sind, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität des Impfstoffs zu belegen“, hieß es. „Wenn die EMA zu dem Schluss kommt, dass der Nutzen von Nuvaxovid beim Schutz gegen Covid-19 die Risiken überwiegt, wird sie die Erteilung einer bedingten Marktzulassung empfehlen.“ Was der Impfstoff im Vergleich mit den jetzigen kosten wird, ist mir noch nicht bekannt. In der jetzigen, leider dramatischen Situation in Österreich, kommt der Impfstoff ein bissel spät.

Werden sich dann alle jetzigen Impfgegner mit Nuvaxovid impfen lassen?  Oder würde es auch dann noch einer Impfpflicht bedürfen. Bei diesem neuen Totimpfstoff gibt es derzeit nur einen Produzenten!

Früher, vor langer Zeit, gab es einmal eine Impfpflicht in Österreich. Diese fand erstmalig durch die deutsche Gesetzeslage mit dem Anschluss durch die Nationalsozialisten 1939, in Österreich Eingang, als deutsches Recht zu österreichischem wurde. Diese Pflicht zur Impfung gegen Pocken wurde 1948 mit dem Bundesgesetz über die Schutzimpfung gegen Pocken (Blattern) wieder eingeführt bzw. bestätigt. Und die (Im Mutter-Kind-Pass) empfohlenen Impfungen wurden weitgehend durchgeführt. Bei in Schulen für alle durchgeführten Impfungen konnten Eltern dies ablehnen. Das geschah aber nur in seltenen Fällen.

Kaum jemand fragte damals nach der Zusammensetzung der verwendeten Impfstoffe. Auch bei Reisen haben sich die Menschen an die Impfempfehlungen gehalten, sonst konnten sie ja das ersehnte Urlaubs-Ziel nicht erreichen. Soweit ich das beurteilen kann, hat keiner nach der Art des Impfstoffes gefragt, keiner hat nach dem Produzenten des Impfstoffes gefragt. Warum jetzt, bei Corona? Über die Impfreaktionen wurde man aufgeklärt – und hat sie hingenommen.

Wir sind derzeit für jeden Strohhalm dankbar, der uns aus der derzeitigen Krise führt. Nur dieser neue Impfstoff kommt ein wenig zu spät um JETZT zu helfen.

Totimpfstoff – werden sich jetzt die Impfverweigerer damit impfen lassen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s