Jetzt bin ich aber echt krampensauer.

Es tut mir leid, jetzt bin ich nicht solidarisch, jetzt reiche ich die Hand nicht über Gräben, jetzt (also derzeit) ist mir der gesellschaftliche Zusammenhalt wurscht. Ich muss in den Lockdown, aber die Corona-Gegner dürfen morgen demonstrieren, und spreaden, und spreaden und spreaden. Besonders infam habe ich jene „Corona-Demonstranten“ vor einem Spital in Oberösterreich gefunden, die versucht haben, den Rettungszugang zu sperren. Was haben sich die Menschen dabei gedacht – denken Sie überhaupt?

Sollte ich krank werden (was ich, soweit das in meiner Macht steht, tunlichst vermeiden will) wird es für mich kein Bett geben, weil ich alt bin und es sich „für mich nicht mehr auszahlt“, ich darf dann vielleicht zu Hause verrecken, auch wenn eine Rettung im Spital möglich wäre! Weil vielleicht demnächst ein demonstrierender Corona-Gegner (ich verzichte somit wütend auch aufs Gendern) wegen Corona dieses Spitalbett benötigt.  

Ich habe mich weitgehend „brav“ (aus jetziger Sicht „dumm“ genannt) an die Vorgaben der Regierung gehalten, habe mich nicht früher impfen lassen (unter Angabe „gefährdet“), also erst im April, ich habe mich umgehend um den „dritten Stich“ bemüht und ihn auch erhalten. Ich trage Maske, wo es geboten ist (und lasse sie nicht herunterhängen), ich versuche (noch immer) Abstand zu halten (z.B. Öffentliche Verkehrsmittel), ich wasche mir die Hände und verwende Desinfektionsmittel – und dafür soll ich jetzt in den Lockdown, mir wieder alles verbieten lassen, was mir Freude macht – ins Theater gehen, ins Konzert gehen, in Ausstellungen und Museen gehen, ins Kino gehen, Freunde treffen?  

Und alles nur deshalb, weil manche Menschen nicht an Corona glauben (die Fakten sprechen zwar für sich) und sich teils aus „Bestemm“ nicht impfen lassen. Oder weil sie glauben, dass Corona-Partys besonders cool sind. Sie greifen lieber zu absonderlichen Mitteln, die ihnen ein ruchloser Politiker eingeredet hat, die sie dann möglicherweise ihr Leben bedrohen oder sie ins Spital bringen. Diese Mittel sind in einem Bundesland ausverkauft. Dieser Politiker sollte m.E. dringend rechtlich belangt und entsprechend bestraft werden.

Ja, und jetzt soll ich noch „an dem einen Strick ziehen“? Wer hat denn in jüngster Vergangenheit – in viele unterschiedliche Richtungen gezerrt? Oder auf dem im Dreck liegenden Strick herumgetrampelt? Denn ich sehe die Schuld nicht allein bei den Corona-Leugnern und Impfgegnern, sondern sehr wohl auch bei den „Politikern“. Deswegen müsste man sie strafverfolgen, viel eher noch als wegen sonstiger, derzeit unter Anklage befindlicher Vergehen!

Wer war das wohl, der wochenlang nichts getan „um die Oberösterreich-Wahl“ nicht „zu gefährden“? Waren die paar Stimmen wirklich Menschenleben wert? Ich fühle mich von dieser Chaos Truppe (aber auch von deren Gegnern) überhaupt nicht vertreten. Ich habe alles Vertrauen „in die Politik“ verloren. Es werden doch nur Machspielchen gespielt. Ich habe nicht den Eindruck, dass diesen verantwortungslosen Menschen „an der Spitze“ unser aller Schicksal am Herzen liegt. Wer hat eigentlich Herrn Mag. Alexander Schallenberg, LL.M. (Master of Laws) als Bundeskanzler „erfunden“?  Ich habe ihn und seinen Vorgänger nicht gewählt! Nur zur Erinnerung: an Schallenberg geht die Idee mit der Israel Fahne auf dem Dach des Bundeskanzleramtes zurück; er wehrte und wehrt sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingskindern z.B.  aus Lesbos. Er macht auf mich den Eindruck einer Marionette – oder er hat nur den Drang seine Vorgänger nachzuahmen.

Ich weiß, dass derzeit Neuwahlen nicht möglich sind, ich traue aber auch keiner anderen Truppe mehr zu, uns aus diesem Schlamassel herauszuführen. Einzig der Wiener Bürgermeister hat halbwegs ordentlich agiert. Ja, und der Gesundheitsminister hat sich wenigstens entschuldigt – nur er, er wurde aber bei Einführung von Maßnahmen behindert! Alle Parteien müssen sich radikal erneuern um überhaupt wieder wählbar zu werden.

Und warum kommt eigentlich die Impfplicht eigentlich erst ab Februar? Jetzt würde sie gebraucht. Ich weiß, dass es möglicherweise verfassungsmäßige Bedenken gibt, aber braucht man wirklich zweieinhalb Monate um diese zu überwinden. Wenn Not am Mann ist, könnte doch auch etwas schneller gearbeitet werden, das wird doch auch in anderen Branchen verlangt, z.B. von Krankenhauspersonal: es dürfen zwar keine Überstunden gemacht werden – aber dennoch müssen Überstunden gemacht werden!

Ich bedauere das Lehrpersonal, das jetzt plötzlich Präsenzunterricht abhalten soll und gleichzeitig den Zu-Haus-Bleibenden Fernunterricht bieten soll. Wie denn? Hat sich das jemand überhaupt überlegt?  Und von den Universitäten – Lehrenden und Studenten – war nicht einmal die Rede?

Ich bin nicht nur empört, ja verzweifelt, und, wie schon gesagt, krampensauer, ob der schieren Aussichtslosigkeit der Situation. Wann wird dies ein Ende haben?   

Jetzt bin ich aber echt krampensauer.

5 Gedanken zu “Jetzt bin ich aber echt krampensauer.

  1. Ich kann Sie total verstehen. Ich finde ja, dass, aus politischen und wahltaktischen Gründen, zuviel Rücksicht auf Impfgegner und Schwurbler genommen wird. Meinungsfreiheit und Demokratie hin oder her, so eine Demo hätte nie genehmigt werden dürfen.

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    1. Manche meinen, das „Gut“ Meinungsfreiheit wäre so hoch, dass man es aus demokratiepolitischen Gründen nicht aufgeben dürfe. Außerdem finden Demonstragionenim Freien statt, wo die Übertraugsgefahr etwas geringer ist

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  2. michis2019 schreibt:

    Ich verstehe Sie total, meine Freundinnen und ich sind alle geimpft, wenn möglich schon den 3. Stich geholt, FFP2 Maske auch getragen, wo sie nicht notwendig war (NÖ – Einkaufscenter, etc.) und ich bin auch stinksauer, ich gehe – wie sie – gerne ins Theater und habe mich auf einige Veranstaltungen schon sehr gefreut, habe auch im Theater und Kino IMMER die FFP2 Maske ordnungsgemäß getragen und mich gewundert wie viele Leute sie nicht tragen – weil mit 2G war sie nicht verpflichtend! Aber ein Blick auf die täglichen Inzidenzzahlen hätte doch genügt um mit ein bisschen Hausverstand die Regeln für sich selbst strenger auszulegen. Lieber 1,5 Stunden eine kleine Unannehmlichkeit in Form der Maske, als wochenlang Infusionen, starke Medikament, womöglich sogar Beatmung und als Draufgabe vielleicht noch Spätfolgen in Form von Long Covid oder bleibenden Lungenschäden.
    Und ja, es gibt einige Politiker, die ich wirklich sehr gerne in den Hintern treten würde, weil sie trotz aller Warnungen der Experten aus parteipolitischen Spielchen die Gesundheit und das Leben von Menschen bewusst aufs Spiel gesetzt haben. Hätten die anderen Bundesländer (ich bin keine Wienerin) die Wiener Maßnahmen in den letzten Monaten auch umgesetzt, statt darüber zu lästern, würde es jetzt in den Krankenhäusern anders aussehen.

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  3. Elena schreibt:

    Ich teile Ihr „krampenauer“, Frau Doktorin Chorherr. Und auch Ihr „nachlegen“: ja, es ist unfassbar, was manche Typen in der Politik Verheerendes anzurichten imstande sind.
    Darf ich dabei folgendes Zitat von Günter Traxler (Die Krise hat einen Namen) aus dem Standard von gestern beifügen:
    „Der Unterschied zwischen freier Meinungsäußerung und freiheitlicher Meinungsäußerung ist der Unterschied zwischen einem unverzichtbaren Gut und einem strafwürdigen Delikt.“
    Warum in Ö so lange gezögert wurde ist auch in diesem Kommentar nachzulesen.

    Aber trotz aller Einschränkungen derzeit: ich wünsche Ihnen alles Gute.
    Und uns allen Zuversicht, daß es ab jetzt aber wirklich besser werden möge..

    Herzlichst
    Elena

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