„Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen“.

Zum Lockdown

Selten treffen diese Worte mehr zu, als auf eilig ausgerufenen Lockdown Phasen. Man hat mir das schon als Kind „eingedrillt“. Und ich halte mich – aber nur bei gewissen Aktivitäten – daran. Ich „muss“ z.B. am Abend immer die Küche aufräumen. Aber vielem anderen prokrastinier‘ ich genüsslich. Z.B. beim Ablegen von Korrespondenz, oder überhaupt „Schreibtisch-Aufräumen“, oder auch Geschenke einkaufen. Das funktioniert bei mir nur „in letzter Minute“.

Also gestern, da war ich wirklich wütend, und heute bin ich es eigentlich auch noch, wenn die die vielen, vielen Demonstranten sehe. Aber inzwischen ist bei mir dennoch wieder Vernunft eingekehrt. Auch wenn wir felsenfest davon überzeugt sind, dass die Corona-Leugner und die Impfgegner nicht recht haben können, müssen wir einfach akzeptieren, dass das ihre Meinung ist, im Sinne unseres Zusammenlebens. Wir müssen sie auch achten und respektieren – wenn uns das auch schwerfällt. Denn sie sind Bürger unserer gemeinsamen Heimat. Und wir wollen, dass diese unsere Heimat demokratisch bleibt, wo Menschenrechte geachtet werden.  Es nützt gar nichts, wenn wir mit dem Finger auf die „Anderen“ zeigen, die vielleicht undemokratisch handeln und die Menschenrechte nicht achten. (Denn sie missachten die Menschenrechte, indem sie durch ihren „Freiheitsegoismus“ uns andere bezüglich Leib und Leben gefährden).

Aber wie können wir ihnen das klar machen, denn das ist unsere Aufgabe. Wir dürfen uns ihre Argumente nicht nur anhören, sondern wir müssen sie widerlegen. Ja, manche finden deren Argumente ein Geschwurbel, das mag sein, aber das nützt uns nichts. Ich selbst muss mich da am Riemen reißen, ich höre auch immer nur zu und warte bis der „Aufschrei“ vorbei ist – und wechsle das Thema. Ich muss mich mit den ihren Argumenten auseinandersetzen, wenn ich noch so ungern tue, aber im Sinne der Einheit unserer Gesellschaft – so finde ich – ist das notwendig. Viele werden wir nicht überzeugen können, aber wenn wir die Saat eines Zweifels ob deren Standpunkt säen könne, wäre das schon ein richtiger und auch wichtiger Schritt.

Ich bin wie viele andere, von unserer Regierung – sehr enttäuscht. Ich fürchte, sie helfen uns nicht. Es ist nicht nur die Regierung, es sind auch manche Landeshauptleute denen ich zutiefst misstraue. Einzig der Landesregierung von Wien vertraue ich noch! Jetzt eine Wahl durchzuführen, das geht nicht. Die Regierung gegen eine Expertenregierung kurzfristig auszutauschen geht auch nicht. Wir müssen noch durchhalten, bis diese Pandemie „in geordnete Bahnen“ kommt. Das wird nicht so bald sein. Und wir können nur hoffen, dass unsere Demokratie das aushält und nicht chaotische Verhältnisse eintreten, und Auseinandersetzungen nur mehr auf der Straße ausgetragen werden.  

Noch ein PS zu meinem morgendlichen Spaziergang durch die Stadt: Am Neuen Markt wurden drei doch relativ große Bäume gepflanzt. Von einem großen Ring aus Erde sind sie umgeben. In deren Schatten, auf dem Rand des Ringes wird sich’s in den heißen kommenden Sommern gut sitzen lassen. Ob sie wirklich hinpassen – da bin ich mir nicht so sicher

„Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen“.

2 Gedanken zu “„Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen“.

  1. Kathi schreibt:

    Wieso müssen wir deiner Meinung nach jetzt noch mit dieser beschissenen Regierung weitermachen?! Wieso soll man nicht jetzt wählen?! Ich bin so enttäuscht und politisch verzweifelt wie überhaupt noch nie. Eine solche Inkompetenz auf der ganzen Linie ist nicht tragbar, nicht in normalen Zeiten und ganz sicher nicht in einer Krise! Ich finde, die müssten alle zurücktreten – jetzt! Und dann kommt irgendeine Zwischenlösung a la Bierlein – das wäre eine segensreiche Atempause nach diesem talentbefreiten Gruselkabinett! Und dann wird gewählt. Und dann wird man sehen, wie es weitergeht……. Es gibt keinen Grund zu warten, bis die noch mehr ruiniert haben. So empfinde zumindest ich.

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