Eine Überraschung

Gestern hat‘s bei mir geläutet, eigentlich war ich schon fast im Mittagsschlaf. Erwartet habe ich niemand, daher war ich ziemlich misstrauisch. Naja, der Mann vor meiner Tür meinte, er käme von DHL. (Ich dachte, dass das eigentlich jeder sagen könne, auch wenn er „böse Absichten“ hätte.) Unsere Briefträgerin und „unseren“ Paktzusteller von der Post, die kenne ich beide.  Zögerlich machte ich dann doch die Tür auf. Draußen stand ein Mann mit einem Paket in der Hand, das an mich adressiert war. Er fragte mich nach meinen Namen, verglich ihn mit der Adresse und war zufrieden. Ich musste noch unterschreiben, naja mit dem Finger auf einem Gerät (was eine derartige „Unterschrift“ wohl aussagt?) Ich bat den Herrn noch einen Moment zu warten, ich wollte ihm doch ein Trinkgeld geben – ich glaube, diese Paketzusteller verdienen nicht besonders viel.

Da machte er sich dann doch ein wenig verdächtig, indem er eines der Bilder in unserem Vorzimmer betrachtete, und mich fragte, wo das wohl wäre. Auf dem Bild ist das Elternhaus meines Mannes in der Schönbrunner Straße zu sehen. Gemalt hat dieses Bild Franz Zadrazil (* 27. November 1942; † 25. Oktober 2005), bekannt ist er für seine fotorealistischen Darstellungen von Wiener Häuserfassaden, Geschäftsportalen und Stadtbahnstationen. Der junge Mann meinte, wie nett diese Ansicht wäre, mit den vielen kleinen Geschäftsportalen …

Naja, neugierig war ich schon, was wohl in diesem Paket enthalten wäre. Ich versuchte es auszupacken – das war schwierig, ich gehe davon aus, dass mehrere Rollen Tixo für die Verpackung verwendet worden sind. Der Begleitzettel war extrem klein bedruckt, daher fand ich auch keinen Absender. Nachdem ich die äußere Hülle entfernt hatte, kam eine Schachtel zutage, auf der Bamix Switzerland stand. Ich war einigermaßen enttäuscht, denn erstens habe ich ein derartiges Gerät, zweitens fand ich keine Rechnung und überlegte mir bereits, die ganze Sache an den Absender zurückzuschicken. Na gut, weiter Auspacken wollte ich nicht, um dieses ungewünschte Gerät ordnungsgemäß zurückschicken zu können.

Abends kam meine Tochter vorbei. Sie sah das teil-geöffnete Paket herumstehen und fragte mich, was das wohl wäre. Ich erzählte ihr meine Gedanken, sie aber meinte, das könnte doch auch ein frühes Weihnachtsgeschenk sein, und der Sender hätte nur eine verfügbare Schachtel zur Verpackung verwendet.  Gemeinsam schnitten wir weitere Tixo Bänder durch, hoben den Schachteldeckel auf – und fanden vielerlei Köstlichkeiten, wie z.B. allerhand getrocknete Früchte und mancherlei zum Kochen Geeignetes.

Meine Tochter meinte, dass man im Ausland möglicherweise den Eindruck habe, dass es im Lockdown in Österreich nichts zu essen gäbe …

Ich verpackte wieder alles fein säuberlich, schließlich ist es ein Weihnachtsgeschenk, das man doch erst am 24. Dezember öffnen dürfe.

Jetzt galt es noch den Absender zu klären – eine Vermutung hatte ich ja aufgrund des Inhalts ja. Auf dem Begleitzettel fanden wir, höchst kleingedruckt, den Namen des Absenders – eigentlich der Absenderin – einer sehr lieben Freundin aus Griechenland, die meine Vorlieben beim Naschen sehr gut kennt.

Vielen herzlichen Dank, Liebe A.

(Der Inhalt dieses Pakets hat mich an ein anderes Weihnachtspaket erinnert, das ich vor 67 (!) Jahren von Freunden aus Kalifornien erhalten habe, die mir eine Auswahl von unterschiedlichen Nüssen, die dort geerntet wurden, geschickt haben)

Eine Überraschung

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