Zum Buch „Bewilderment“ (deutsch: Erstaunen) von Richard Powers.

Warum sind Bücher, die „angesagt“ – als mit Preisen versehen – sind, derzeit so hoffnungs- und trostlos? Sogar ein Roman, indem ein Kind die „Hauptrolle“ innehat.

Ich meine „Erstaunen“ (der englische Titel ist “Bewilderment“, das ich eher mit Verwirrung übersetzt hätte) von Richard Powers. Vorauszuschicken ist, dass in dem Buch viel die Rede ist von Astro– und Neurowissenschaft ist. Von beiden verstehe ich nicht einmal wenig, sondern viel eher garnichts. Aber grundsätzlich ändert das an der Lesbarkeit des Buches nicht besonders viel, mir unbekannte Begriffe musste ich halt leider überlesen.

Der Inhalt des Buches: alleinerziehender Vater, Astrobiologe, bemüht seinen neunjährigen Sohn – mit Asperger-Syndrom „gut“ zu erziehen. Die Mutter – Umweltaktivistin – ist durch einen Autounfall ums Leben gekommen. Der Bub hat große Schwierigkeiten in der Schule, die Lehrer drohen, dass er nur bleiben kann, wenn er entsprechende Medikamente nimmt. Das will der Vater vermeiden und nimmt den Sohn – auf dessen Drängen – aus der Schule, um ihn zu Hause zu unterrichten. Da bietet ein Bekannter (ehemaliger Freund? der verstorbenen Mutter) an, eine neue wissenschaftliche Methode anzuwenden. Die Methode selbst habe ich nicht ganz verstanden, jedenfalls werden Emotionen der Mutter auf das Kind übertragen und der Bub entwickelt hierauf die Fähigkeit, mental vieles zu bewegen. Es findet auch eine Persönlichkeitsänderung statt, der Sohn wird ausgeglichener, entwickelt sich rasch und will Umweltaktivist werden, wie es seine Mutter war.  Sein Vater unterstützt ihn, etwas, das auch zu Beeinträchtigung seiner Tätigkeiten als Forscher und Lehrer – Astrobiologie führt. Der Bub will die Mission seiner Mutter vollenden: Er malt Plakate, demonstriert auf den Stufen des Kapitols, um die Natur zu retten. Der Vater unterstützt ihn nach Kräften.

Doch dann werden die staatlichen Mittel sowohl für die Weltraumforschung als auch Neurotherapie eingestellt. Die Demokratie verkommt. Der Sohn, der durch diese Neurotherapie so große Fortschritte gemacht hat degradiert wieder… Das Ende erzähl‘ ich Ihnen lieber nicht.

Manche finden das Buch nur „melancholisch“, wie ich festgestellt habe, ich finde es eigentlich todtraurig – ohne Hoffnung auf eine bessere Welt in Zukunft.  Dennoch hat die Gegenwart manche der düsteren „Vorhersagen“ des Buches überholt, Trump hat die Wahl nicht „unendlich“ verschoben. Nach jahrelangen Verzögerungen hat das James-Webb-Teleskop zu Weihnachten in Richtung Weltall abgehoben. Dort wird es – wie geplant – nun dennoch die Vergangenheit erforschen. Und es gibt zumindestenens internationale Vereinbarungen, die Umwelt besser zu schützen, dem Klimawandel besser Einhalt zu gebieten, Tierschutz zu beachten, Artensterben einen Riegel vorzuschieben, Bodenversiegelung zu verringern ….

Also wir sollten uns die Gegenwart durch diese „Doomsday-Propheten“ (Doomsday = Tag des Jüngsten Gerichts), also Autoren angesagter Bücher,  nicht vermiesen lassen und versuchen, die Zukunft so gut wie möglich gemeinsam zu gestalten.

Das Buch ist dennoch spannend, gut zu lesen und viele derzeitige Probleme (die aber teilweise dann doch nicht entstanden sind) werden darin verwoben.

Zum Buch „Bewilderment“ (deutsch: Erstaunen) von Richard Powers.

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