Heute und vor 2500 Jahren:

Flüchtlingselend

Neulich habe ich den alten „Technicolor-Film „Die 10 Gebote“ mit Charlton Heston wiedergesehen. Vieles kommt einem heute dann doch komisch vor. Aber die Geschichte ist auch Inhalt der Bibel, und um nicht nur Heston als Moses vor mir zu haben, habe ich Bibelgeschichte wiedergelesen.

Und da bin ich gleich zu Anfang auf eine Textstück gestoßen, das mich jetzt sehr an das Hier und Jetzt erinnert. Es geht um die Israeliten in Ägypten: „Seht nur, das Volk der Israeliten ist größer und stärker als wir. Gebt Acht! Wir müssen überlegen, was wir gegen es tun können, damit es sich nicht weiter vermehrt.  Wenn ein Krieg ausbricht, könnte es sich unseren Feinden anschließen gegen uns kämpfen, und aus dem Lande hinaufziehen.“

Dieser Text stammt aus dem Buch Exodus, ist über mehrere Jahrhunderte allmählich gewachsen, und im 5. Jahrhundert zu seiner endgültigen Form gelangt. Sehr viel anders sprechen manche unserer heutigen (rechten) Politiker auch nicht. So wird über Migranten, Flüchtlinge und sehr oft auch von Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen.

Aber es war schon zu Moses Zeiten falsch. Die Israeliten haben dann nur noch einen Führer benötigt, der es sich mit der „Obrigkeit“ angelegt hat, und dieser hat die Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens geführt.

Vielleicht sollten wir nachdenken, wer denn diese heutigen Sklaven sind: mir fällt z. B. sofort das Pflegepersonal ein. Wir haben jetzt – in Corona, besonders in Omikron Zeiten – einen Notstand. Es gibt nicht genug Pfleger und Pflegerinnen, sowohl in den Spitälern, als auch in Pflegeheimen wie auch im privaten Sektor. Wer sind denn die Pflegerinnen im 24-Stundendienst? Meist liebevolle aufopferungsbereite Menschen, die für ziemlich geringes Geld hier arbeiten, oft ihre Kinder den Großeltern überlassen müssen.  

Viele von diesen Menschen mit Migrationshintergrund bringen uns die Zeitung in der Früh, sie stellen die vielen, vielen (Amazon-)Pakete zu, sie bringen das bestellte Essen aus den Restaurants, meist freundlich, fahren sie bei Wind und Wetter und stellen zu.

Auf ihre Staatsbürgerschaft müssen sie sehr oft lange warten. Und selbst wenn sie fleißig lernen, oder eine Lehre machen, sind sie vor Abschiebung nicht gefeit.

Wir Europäer sitzen in unserer Wohlstandfestung, und lassen die Menschen nicht in unsere Länder, sei es aus den griechischen Inseln, sei es aus dem Grenzgebiet von Belarus.

Wir hätten schon Platz, wenn wir nur wollten, aber wir haben Regeln gemacht, die uns daran hindern.

Ich finde, dass unsere Haltung eine Schande ist.

Heute und vor 2500 Jahren:

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