Verlust eines lieben Freundes

Ja, der Tod gehört zum Leben! Dennoch ein plötzlicher unerwarteter Tod eines guten langjährigen Freundes erschüttert mich sehr.  

Eigentlich war G. der Freund meines verstorbenen Mannes, die beiden sind zusammen ins Gymnasium gegangen, beide haben sie gleichzeitig in der Zeitung „die Presse“ gearbeitet. G. hat dann „die Presse“ verlassen, aber ihre Freundschaft blieb bestehen.

G. legte großen Wert auf seine Freunde, vor allem jene, die noch gemeinsam die Schule besucht haben. Er hat einen Jour Fixe eingerichtet, man traf einander einmal im Monat – eigentlich sehr häufig für Klassentreffen, im Roten Löwen im Alsergrund. G. lud alle jeweils persönlich ein, sorgte dafür das allenfalls ein Transport organisiert worden ist, anfangs war es noch eine stattliche Runde.

Wohl der Höhepunkt der Roten-Löwen-Runde war die gemeinsame Reise anlässlich des 50-jährigen Maturajubiläums nach Rom. Bei diesem Ausflug durften auch die Ehefrauen und gegebenenfalls Freundinnen mitkommen. Es war ein sehr erlebnisreicher besonders lustiger Ausflug gewesen. Ab   diesem Zeitpunkt waren auch die Ehefrauen etc. zu den monatlichen Treffen zugelassen. (Hunde waren das schon immer gewesen).

Die Herren waren fast alle Jahrgang 1932 gewesen, das bedeutete, dass die Runde immer kleiner wurde.  G. hat das immer sehr beklagt, zuletzt war sie auf 3 Personen beschränkt gewesen, wobei nicht nur Todesfälle zu beklagen gewesen waren, sondern auch Mobilitätsfragen eine Rolle gespielt haben.

G. und seine liebe Frau verfügen über einen Landsitz im Waldviertel. Damals, in den späten 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts waren Im nördlichen Waldviertel alte (verlassene) Bauernhöfe – aufgrund der Nähe zum Eisernen Vorhang recht günstig zu haben gewesen, und einige Journalistenfreunde hatten sich dort angesiedelt – uns hat man das auch angeboten, aber wir verfügten ja bereits über den Grund in Pernitz, als Wochenend- und Ferienwohnung.

G. und seine Frau sanierten dieses Bauernhaus und da sie beide sehr gastfreundlich waren, haben wir sie jeden Sommer einmal besucht, anfänglich haben wir auch noch die anderen Journalisten dort getroffen, aber manche von ihnen haben die dort „in der Einöd“ liegenden Häuser aufgegeben. Das Ehepaar hat sich auch einen Swimming-Pond gebaut, als man so etwas noch gar nicht kannte, also einen Naturteich – einerseits – anfänglich zum Karpfenzüchten, später dann nur noch zum Baden. Es gab auch einen Bauerngarten – auch mit Ribiselstauden, mit herrlichen spät reifenden Ribiseln. Der Ort, der eigentlich nur eine Ansammlung von ein paar Häusern ist, liegt auf 900 Metern Höhe, inmitten von riesigen Wäldern, wo die Beiden auch immer eifrig Schwammerln gesammelt haben. Zu Weihnachten bekamen wir immer einige Gläser eingelegter Eierschwammerln.

Selbst jetzt hatte G. im vergangenen Sommer dafür gesorgt, dass ich, die ich über kein Auto mehr verfüge, auf Besuch ins Waldviertel kommen konnte.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass der Kontakt mit dem Ehepaar nach dem Tod meines Mannes sehr eng war. Wir haben einander monatlich gesehen. Anfänglich noch abwechselnd bei ihnen und bei mir, zuletzt aber ausschließlich bei ihnen, weil G. doch nicht so gut zu Fuß war.

Ja, und bei unserem letzten Treffen hat G. mich zu seinem 90. Geburtstag eingeladen, der kommenden April hätte stattfinden sollen. G. war eher gesund, wie man das halt mit knapp 90 noch sein kann. Seine Atemwegsprobleme wurden durch lange Kreuzfahren gemildert, jetzt in der Corona-Zeit war das etwas schwierig, aber eine kurze, ist noch im heurigen Herbst gelungen. Ich war bei der längeren aber auch bei der letzten Kreuzfahrt vom Ehepaar eingeladen gewesen, mitzufahren. Habe aber das freundliche Angebot nicht angenommen. Sehr effektiv gegen die Atemwegsbeschwerden erwies sich der Wasser fall von Krimml.

Andere, Berufenere, werden über das Leben und die beruflichen Erfolge von G. schreiben und sprechen. Ich kann nur von einem sehr engagierten Ehemann, von einem liebevollen Familienvater und von einem wirklich treuen Freund berichten, immer zum Lachen bereit, also humorvoll.

Er wird uns allen fehlen. Meine Gedanken sind jetzt bei seiner Frau!

Verlust eines lieben Freundes

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