Schon aus gesundheitlichen Gründen: ich sollte mehr lachen

Zur Gelotologie

ich stelle fest: ich lache zu wenig! Früher – als meine lieber verstorbener Mann noch lebte – haben wir viel miteinander gelacht. Er war, wie man auf wienerisch sagt: eine Lachwurzn. Er konnte Probleme einfach „weglachen“, dagegen waren Andere einfach hilflos.

Er hat ein Buch „“Über das Lachen“ geschrieben. Eigentlich sollte es sich in unserer Bibliothek befinden, aber ich habe es leider nicht gefunden.  Und vergriffen ist es, glaube ich, auch. Also, Amazon bietet noch ein paar übertragene Exemplare an. Dort werde ich eines erwerben.

Dabei darf ich nicht klagen. Mir geht’s gut, aber es gibt wenig zu Lachen. Unsere WG besteht nur mehr sporadisch, und es gibt wenig Zeit, ernsthaft miteinander zu reden, und schon gar nichts zu lachen.

Und allein vor sich hin-lachen – das käme mir recht komisch vor. Ja, und die derzeitige Situation, in der wir leben, regt nicht sehr zum Lachen an. Ich nenne ganz bewusst zuerst die Situation an der Grenze zur Ukraine, die mir wirklich zu schaffen macht, naja, und die Pandemie ist auch nicht vorüber – sogar – wenn manche Länder sie von der pandemisch zu endemisch herunterstufen (den Unterschied habe ich auch erst heute gelernt).

Ich könnte ja über das Verhalten der Impfgegner zeitweilig lachen, aber das schaffe ich nicht. Nur heute – Samstag – scheine ich Glück zu haben (denn ich habe eine Einladung – und es sind auch die Ringwagen, die ich für Hinkommen benötige). Impfgegner oder auch sonstige Unzufriedene scheinen nicht großflächig zu demonstrieren (ich höre jedenfalls keine der sonst am Samstag am Nachmittag üblichen Polizeihubschrauber). Wahrscheinlich, weil sie das schon am vergangenen Donnerstag gemacht haben, oder weil der Wetter heute doch zu unbeständig ist.  Es hat kürzlich erst „gegraupelschauert“, war lustig anzusehen, aber eigentlich auch nicht zum Lachen.

Und der Wiener Fasching findet auch nicht statt – alle die großen Bälle sind abgesagt. Jetzt muss ich mir zum Trost Faschingskrapfen kaufen gehen! Aber auch dabei gibt’s eigentlich nichts zum Lachen!

Können Sie mir ganz spontan einen Grund zum Lachen nennen?

Lachen ist eines der wichtigsten angeborenen emotionalen Ausdrucksverhalten des Menschen, das nicht nur, aber vor allem in der Gemeinschaft mit Mitmenschen seine Wirkung entfaltet. Lachen unterscheidet sich vom bloßen Lächeln, dabei oder bei Schmunzeln verändert sich nur der Gesichtsausdruck). Lachen ist

  • eine Reaktion eines Menschen auf komische oder erheiternde Situationen,
  • eine Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren,
  • eine Methode zur Abwendung drohender sozialer Konflikte und zur Festigung sozialer Beziehungen,
  • ein Abwehrmechanismus gegen spontane Angstzustände.

Es gibt auch einen Wissenschaftszweig, der sich mit dem Lachen beschäftigt, das ist die Gelotologie. Das Wort „lachen“ selbst ist durch Lautmalerei entstanden. Nur der guten Ordnung halber sei’s gesagt: nicht nur wir Menschen können lachen, auch bei einigen Tierarten ist Lachen oder ein dem menschlichen Lachen ähnliches Verhalten bekannt. Aber vielleicht wirkt das nur so?

Im menschlichen Miteinander wird das Lachen als Ausdruck für Sympathie und gegenseitiges Einverständnis verstanden und entfaltet dadurch eine besänftigende, konfliktbegrenzende Wirkung, die dem Zusammenleben in Gruppen förderlich ist. Na vielleicht sollten wir Biden und Putin das gemeinsame Lachen empfehlen? Oder den Mullahs im Iran oder den Taliban Afghanistan ein wenig Lachen beibringen? Denn im Lachen wird jeder Anspruch auf Respekt und Ehrbezeugung grundsätzlich verneint. Personen und Institutionen, deren Status auf ebensolchen Ehrbezeigungen beruht, sind durch das Lachen daher prinzipiell bedroht und müssen im Interesse des eigenen Machterhalts danach streben, den Drang zur Heiterkeit in andere Kanäle und von sich weg zu leiten. Oje, wahrscheinlich können sie nicht mehr lachen, all de Diktatoren und Populisten.

Nach ein paar Lachanfällen sind im Blut mehr Abwehrstoffe als sonst erkennbar. So etwa die Killerzellen: Sie stürzen sich auf Viren, so wird man bei einer Erkältung schneller wieder gesund. Killerzellen können auch Tumor-, also Krebszellen, vernichten. Hat schon jemand auf dem Gebiet geforscht? Sind durch Lachen ausgelöste Killerzellen auch gegen COVID-19 erfolgreich?

Beim Lachen werden Herz-Kreislauf-System, Zwerchfell und Bauchmuskeln stark angeregt, was zu einer Art innerer Massage des Unterbauchbereichs führt. Durch die Ausschüttung von Hormonen wird das Immunsystem gestärkt und dadurch auch Krankheiten vorgebeugt. Man nimmt zum Beispiel an, dass der Körper beim Lachen Endorphine aktiviert und dadurch euphorisierende Wirkungen auslöst. Sogar die Schmerzempfindung wird verringert. Studien der Gelotologie ergaben, dass Schmerzpatienten nach nur wenigen Minuten Lachen eine Erleichterung erfahren, die mehrere Stunden anhalten kann. Dies geschieht auch durch körpereigene entzündungshemmende Stoffe, die vermehrt produziert werden.

Durch Lachen kann man bei manchen Krankheiten den Heilungsprozess fördern. Hierbei macht man sich das mit dem Lachen verbundene gesteigerte Wohlbefinden zunutze, das zum Abbau von Stress und somit zu einer Verbesserung des Allgemeinzustands eines Patienten beiträgt.

Schon im antiken Griechenland war Lachen ein zentrales Medium religiösen Ausdrucks und ein Charakteristikum der Welt der Götter. So gab es mit altgriechisch Gelos einen eigenen Gott für das Lachen, bisweilen war auch Dionysos, der Gott des Weines, für das Lachen zuständig. Im Christentum war das Lachen dagegen lange verpönt. Mir fällt dazu nur das Osterlachen ein – mit dem die Gemeinde auf Witze des Priesters in der Osterpredigt reagierte.

Ich würde mich demnächst sehr freuen, wenn ich einen guten Grund zum Lachen fände!

Schon aus gesundheitlichen Gründen: ich sollte mehr lachen

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