Allenthalben wird zum (Energie-)Sparen aufgerufen

Aber gar so einfach ist das nicht, in privaten Haushalten

Soll ich jetzt wirklich auf Sparmodus umschalten? Wahrscheinlich ist es besser für mein Wohlbefinden und meine Brieftasche, als mich über Wladimir Putin zu ärgern. Früher, viel früher, als ich noch im Arbeitsprozess steckte und wieder einmal Einsparungen gefordert wurden, galt der Spruch: 10% gehen immer.

Also was steht mir als Konsumenten offen? Ich kann bei mir selber sparen und ich kann Vorschläge machen, wie öffentlich etwas eingespart werden könnte, (letzteres bringt zwar nichts, aber wenn ich es also ausspreche, geht’s mir besser).

Wie könnte ich die 10% bei mir selbst sparen. Das ist gar nicht so einfach, denn ich habe kein Auto und benütze (fast) nur öffentliche Verkehrsmittel – da ist kein Potential für mich. Wir sind bei der Urlaubsplanung schon von Auto und Flugzeug auf Bahn umgestiegen, da ist auch nicht viel zu holen. Zu Hause habe ich keine Klimaanlage, da gibt es nächtliche Fensteröffnen, da kann ich auch keine Prozente sammeln. Sicher kann ich mich bemühen, immer das Licht abzudrehen, wenn ich einen Raum verlassen, aber wieviel kann ich wirklich damit einsparen?  Also im Winter, da werde ich vielleicht mehr diesbezüglichen Erfolg haben, aber sehr viel Spielraum habe ich auch da nicht. Denn wir haben eine Hauszentralheizung auf Fernwärmebasis.  Ich werde jedenfalls an den Heizkörperregulierungen drehen, um sie weniger warm werden zu lassen. Vielleicht werde ich mich auch bemühen, die Fenster immer gut zu zumachen, Fensterpolster gibt’s bereits …

Vielleicht werde ich bei guter Gelegenheit die Gastherme für das Badezimmer austauschen. Aber so viel wird diese auch wieder nicht benutzt, da ich nicht bade, sondern nur dusche. Die Waschmaschine und Geschirrwaschmaschine werden ohnedies nur dann angeworfen, wenn sie gut gefüllt sind. Auf den Eiskasten und die Gefriertruhe kann ich kaum verzichten. Und selbstverständlich koche ich „mit Deckeln“, letztlich schon des Geruchs wegen, aber dazu benötige ich Gas. Den Luxus des elektrischen Quirls und besonders der Nespresso-Maschine möchte ich nicht missen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass davon mein Energieverbrauch erheblich betroffen wäre. Gut, auf die Brotschneidemaschine kann ich leicht verzichten. Und von einem nicht-elektrischen Bügeleisen habe noch nichts gehört. Es gäbe z.B. auch keine Klopfstange mehr, um die Teppiche nicht zu saugen, sondern im Hof, über eine Stange gehängt mit einem Pracker zu klopfen.

Da sind dann noch die Radios (also ja, mehrere, aber meist batteriebetrieben und sie laufen nicht gleichzeitig) und der Fernsehapparat. Die werde ich behalten. Stereoanlage habe ich keine. Mein Computer plus Zusatzgeräte sind Arbeitsmittel, irgendwo muss ich ja auch meinen Blog schreiben.

Fällt Ihnen noch etwas ein, das wir alle (meist im Haushalt) benutzen und das viel Energie benötigt und wo man Einsparungen machen könnte?

Und was mit so an Einsparungen für meine Umgebung einfällt:  Ich verstehe viele Gründe dafür, aber alles ist wahrscheinlich doch nicht notwendig. Für die nächtliche Straßenbeleuchtung bin ich jedenfalls sehr dankbar, und die wird in der Nacht jedenfalls heruntergeschraubt. Aber es müssen doch nicht alle Leuchtreklamen nächtens blinken (ja, natürlich die von Bars und Clubs schon), alle Häuser – in denen exklusive Wohnungen zu kaufen oder vermieten sind, müssen doch auch nicht die ganze Nacht angestrahlt werden. Auch nicht alle Geschäfte müssen die ganze Nach ihre Auslagen beleuchten.

Und jetzt komme ich auf ein heikles Thema, denn ich sitze gerne in einem Schanigarten, auch wenn es schon kühl wird – ja dann schätze ich die Heizkörper dort, aber sind sie energietechnisch zu rechtfertigen. Ähnliches gilt für die jetzt immer häufiger eingesetzten Verdunster über den Sonnenschirmen und Marquisen, natürlich kühlen sie, aber ist der Energieverbrauch dafür gerechtfertigt?

Also wenn ich so nachrechne, kann ich die Minderlieferungen aus Russland leider nicht kompensieren. Manchmal bin ich wirklich dankbar, dass ich nicht für derartiges verantwortlich bin.

Allenthalben wird zum (Energie-)Sparen aufgerufen

6 Gedanken zu “Allenthalben wird zum (Energie-)Sparen aufgerufen

  1. Ich investiere derzeit einiges Geld in Uhrmacherarbeiten – schon seit Jahren trage ich energiesparende Uhren; jetzt soll auch an der Wand eine Uhr ohne Batterie ticken.
    Klein Vieh macht auch Mist.

    Na ja, das ist eher selbstironisch gemeint. Was wir tatsächlich einsparen könnten (aber da streite ich mit meinen Mitbewohnerinnen), ist Heizenergie. Müssen denn so viele Räume auf 21 Grad geheizt sein? Aber wenn wir Türen schließen, sind die Kater beleidigt, denn dann können sie nicht mehr aufs Klo und an die Näpfe. Und die Raumtemperatur um ein Grad senken (das spart 7% Energie), dafür wärmere Kleidung anlegen? Die Damen sind nicht begeistert.
    Jetzt wird mit Holz geheizt. Der Ofen ist allerdings eigentlich ein Kohleofen; mit Holz braucht er mehr Flamme und Zug – und heizt das Zimmer auf 24 Grad, trotz offener Türen.

    Auf die Kaffeemaschine möchte ich auch nicht verzichten; hier spare ich nur indirekt Energie, indem ich auf Kapseln verzichte und eine Siebträgermaschine verwende: Aluminiumproduktion verbraucht sehr, sehr viel Energie.
    Die Heizung der Freiterrassen im Winter (und ihre Kühlung im Sommer) ist vermutlich eine Gewissensfrage, ähnlich wie Tomaten im November. Moment, da geht ja auch noch was: Obst und Gemüse jahreszeitlich entsprechend kaufen, dann wird es nicht um die halbe Welt transportiert.

    Meine Energieeinsparungen betreffen offenbar weniger das Erdgas (das wir eh nicht im Haus liegen haben) als indirekte Energieverbräuche.

    Doch, es geht sicher bei jedem etwas; bei manchen schneidet es allerdings schon deutlich in den Komfort ein, während es bei anderen nur in den Unsinn eingreift – etwa bei jenen, die ihre Automotoren stundenlang laufen lassen oder mit 180 über die Autobahn donnern zu müssen meinen. Oder für 300 Meter Weg das Auto anlassen zu müssen.

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      1. Ich bin auf ein interessantes Buch gestoßen: „Energie sparen zu Hause“ von Rega Kerner. Sie setzt auf dem Festland um, was auf dem Binnenschiff unumgänglich ist. Nicht alles „muß“ man nachmachen, aber die Lektüre regt das Denken an.
        Es gilt auch immer wieder Kompromisse zu finden: häufiges Ein- und Ausschalten verkürzt die Lebensdauer der Leuchtmittel und Motoren. Bei den Preisen für LED-„Glühbirnen“ und dem Energieaufwand ihrer Herstellung… mir ist jetzt die erste kaputt gegangen, nach 19 Monaten Flurlichtdienst.

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  2. Sparen kann ich da, wo ich am wenigsten damit rechne: die Kaffeemaschine und das Bügeleisen fallen doch gar nicht ins Gewicht. Rollos an den Fenstern sparen Kühlung und Heizung. Frisches Essen statt Tiefgekühltes spart viel. Apfel statt Orangen, Wein aus der Nähe statt aus Übersee. Wo immer es geht, mit Freunden essen; ein Topf für vier braucht weniger Energie als vier Töpfe für einen… Kleidung länger tragen, Eleganz statt modisch. Gebrauchtes kaufen statt Neues.

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