Was passiert, wenn die Eiswürfel knapp werden?

Dieser Sommer bringt schon mancherlei Absurditäten. Wie wir den täglichen Wetterberichten entnehmen können, war es und ist es in Spanien heuer besonders heiß. (Auch „unsere“ Hitze kommt aus dieser Ecke). Und das hat Konsequenzen: Eiswürfel sind im gesamten Land Mangelware. Die Knappheit stellt die Gastronomie inzwischen teilweise vor Probleme. Und auch Supermärkte haben den Verkauf von Eis mancherorts beschränkt.

Angeheizt wird die Knappheit offenbar auch durch gestiegene Produktions-, Lagerungs- und Transportpreise. Im Winter ist wegen der hohen Strompreise anders als sonst praktisch überhaupt nicht auf Vorrat produziert worden. Die Nachfrage im Sommer ist von sonst vier auf acht Millionen Kilo pro Tag gewachsen. Dabei werden täglich nur zwei Millionen produziert. Die Eispreise haben sich derweil zum Teil versechsfacht.

In den Supermärkten in Madrid und Barcelona, auf Mallorca und Ibiza sind die Eiswürfel-Tiefkühlfächer inzwischen fast immer leer. Lieferfirmen und große Supermarktketten rationieren das Eis bereits seit Tagen. Viele Firmen beliefern nur noch Stammkunden.

Spanien-Reisende werden in Restaurants und Bars möglicherweise bald auf ihre Sangria verzichten müssen. Für das wohl beliebteste Sommergetränk Spaniens sind nämlich Eiswürfel unerlässlich!

Die Gewinner der Krise sind Bars, die über eine eigene Eismaschine verfügen.

Ich kann hier – also in Österreich – auch im heurigen Sommer recht gut ohne Eiswürfel leben. Aber einmal sind die fehlenden Eiswürfel schon zu einem „Problem“ geworden. Amerikanische Freunde waren zu Besuch bei uns in Wien – im Sommer. Es war heiß (wenn auch nicht so heiß wie jetzt). Wir zeigten ihnen „unser Wien“. Nach einem anstrengenden Spaziergang kamen sie zu uns nach Hause, und baten umgehend um Wasser. Stolz auf unser köstliches Hochquellwasser brachte ich einen Krug und die dazugehörigen Gläser (natürlich ohne Eis).  Sie verlangten nach Eiswürfeln – es war mir recht peinlich, denn ich hatte keine.

Naja, ich finde unser Wasser kommt meist ohnedies ziemlich kalt aus der Leitung. Und Cocktails, für die ja die Eiswürfel unerlässlich sind, trinke ich ohnedies nicht.

Aber Wasserknappheit bedroht uns schon: derzeit z.B. im Burgenland: die kleineren Seen sind fast ausgetrocknet, die Fische dort mussten gerettet werden. Der Wasserspiegel im Neusiedlersee ist bedenklich niedrig, Menschen, die ihre Häuser im See hatten, können sie nicht mehr erreichen, da die Boote dorthin im Schlamm steckenbleiben.

Und um die Gletscher muss man sich auch Sorgen machen, denn wenn sie verschwunden sein werden, wird auch unser Wasserzufluss geringer werden, und es geht nicht nur um die Verfügbarkeit von Trinkwasser sondern auch um die Stromerzeugung, die bei uns ja auf Wasserkraft beruht.

Naja, die Probleme des Klimawandels treffen uns jetzt – die wir noch auf hohem Niveau leben, solange das Wasser noch üppig fließt.

Was passiert, wenn die Eiswürfel knapp werden?

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