Europa soll die russischen Flüchtlinge willkommen heißen!

Warum ich glaube, dass es für alle Beteiligten vorteilhaft wäre

Erstaunt habe ich gestern Bilder von der Flucht junger Männer aus Russland gesehen, die nicht in einen Krieg ziehen wollen, der nicht einmal so genannt werden darf, den sie nicht unterstützen – es geht – für sie – ja nicht um die Verteidigung ihrer Heimat – wie bei den Ukrainern. Sie fliehen zumeist in Gebiete, die vormals Teile der Sowjetunion waren, dort spricht man ihre Sprache, dort ist man ebenfalls nicht an diesem Krieg interessiert.

Dazu gehören aber auch Länder, die schon Teil der EU sind, die aber in geographischer Nähe zu Russland liegen, und die nun fürchten, ebenfalls unter dem Vorwand „Russen befreien zu müssen“, einen Angriff von Russland ausgesetzt zu sein – das sind primär die baltischen Länder, in denen schon seit der Abspaltung von der Sowjetunion eine Vielzahl von Russen lebt.

Die EU möchte – den russischen Flüchtlingen gegenüber – gerne eine einheitliche Haltung zeigen. Das ist vom Standpunkt der Kommission verständlich, aber das wird nicht möglich sein. Denn die Baltischen Staaten werden, ja müssen das aus ihrer Sicht ablehnen – uns das muss gelten. Aber wir andere sollten unbedingt diese jungen Männer bei uns willkommen heißen.

Dass Ungarn nicht zustimmen wird, kann als sicher angesehen werden – aber das hat wiederum ganz andere Gründe und muss daher gesondert gesehen werden.

Es hat in der Geschichte schon immer Flüchtlinge aus Russland gegeben – schon aus dem Zarenreich. Und sie haben meist zu den intellektuellen Eliten gezählt, hier in Europa. Ich gehe davon aus, dass diese flüchtenden jungen Männer zur „denkenden“ Schicht gehört, die hinterfragt, was passiert und warum das so ist.

Wenn sie zu uns kommen, sollten wir sie aufnehmen, ihnen beweisen, dass wir hier im Westen (im Gegensatz zur russischen Propaganda) die Menschenrechte (Flüchtlingsrechte) leben. Bei uns können sie sehen, wie Demokratie funktioniert.

Ich gehe davon aus, dass sich – irgendwann – in Russland etwas grundlegend ändern wird (müssen). Dann sind es diese, dann „ehemaligen“ Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückkehren können, und dort am Aufbau von demokratischen Strukturen mitarbeiten können.

Ich halte sie nicht für „Deserteure“, denn sie wollen in keinen Krieg ziehen, der nicht ihr eigenes Land bedroht. Und das Narrativ, das Putin aufbaut, von der Bedrohung Russlands durch den Westen, ist schlicht falsch. Der Westen hat kein Interesse an einem „Angriff“ auf Russland, sehr wohl aber Interesse, totalitäre Strukturen eben durch demokratische zu ersetzen.

Man fürchtet das Eindringen von Spionen und „Demokratie-zersetzenden Elementen“ in die EU unter dem Deckmantel dieser Flucht.  Diese „Elemente“ kommen sowieso, die benötigen keine „Verkleidung“ als „Fahnenflüchtige“.  

Ich glaube, wir können einen wertvollen Beitrag für ein späteres demokratischeres Russland leisten, indem wir diese jungen Männer nicht als Fahnenflüchtige, sondern als Flüchtlinge willkommen heißen.

Ob ihnen, wie bei uns diskutiert wird, einen Status wie den Ukrainern gewährt wird, hat letztlich die Politik zu entscheiden, ich würde es aber eher befürworten, vor allem, um ihnen die Möglihckiet zu geben, hier zu arbeiten.  

Wichtig erscheint mir, die Angelegenheit – sine ira et studio – zu diskutieren, dann aber rasch sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene zu entscheiden, die Zeit drängt, diese Männer stehen an unseren Grenzen.

Europa soll die russischen Flüchtlinge willkommen heißen!

2 Gedanken zu “Europa soll die russischen Flüchtlinge willkommen heißen!

  1. Du sprichst von einem späteren demokratischen Russland – hm, das ist aber sehr optimistisch. Hat es in Russland je eine Demokratie gegeben?
    Danke für deinen Beitrag.
    Schönes Wochenende
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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