Besuch beim Reinthaler in der Gluckgasse

Gestern habe ich eine feierliche Auferstehungsmesse besucht, gemeinsam mit vielen, vielen anderen, von denen ich einige gekannt habe. Sie war, wie sie sein sollte, erhebend, mit guten Worten, schöner Musik, in der ehemaligen Hofpfarrkirche.

Und wie’s so geht, mag man nach einem derartigen Erlebnis nicht unmittelbar nach Hause gehen. Also entschlossen wir (meine Freunde und ich) uns noch etwas gemeinsam essen zu gehen. Als wir die Kirche verließen fing es gerade zu regnen an. Vorsorgliche hatten viele ihre Schirme mitgebracht, ich freute mich über den Regen, auf den wir schließlich schon lange warteten. Bei mir ging’s sich gerade noch aus, schnell etwas in der Umgebung zu besorgen und dann trafen wir einander im Reinthaler, in der Gluckgasse. Ich gehe oft an dem Restaurant vorbei, Freunde preisen es (besonders die Innereien) – als Wiener Beisl an, aber hinein habe ich es noch nie geschafft.

Die Italiener haben ihre Trattoria, die Deutschen ihre Kneipe und die Franzosen ihr Bistro. Und die Wiener haben ihr Beisl. Beisln gibt es nur in Wien, nicht „am Land“ in Österreich. Ist ein Beisl wirklich eine dunkle, etwas enge holzgetäfelte Wirtsstube?  Und gibt es dort deftige Hausmannskost?

Alsdann: meine Freunde sind dorthin vorausgegangen, ich kam nach. Einige der Gäste saßen im Freien, im Schanigarten, naja, kalt war es nicht, aber geregnet hat es. Aber es war die Marquise ausgefahren – also saß man dort im Trockenen. Ich stieg die Stiege hinunter – und schaute mich um. Es stimmt,  es ist sehr eng, und es war sehr voll, zu bedenken ist, dass es gerade 6 Uhr abends war. Ich durchschritt den ersten Raum, auch im zweiten Raum keine Spur von meinen Freunden, dann muss man an der Küche vorbei, an gehetzten Kellnern, die die Speisen abholen, auch in diesem nächsten Raum sah ich keine Spur von meinen Freunden, dann in einem Eck versteckt, saßen sie. Und einen Tisch hatten sie nur bekommen, wenn wir um ½ 8 das Lokal wieder verlassen würden. (Wir hatten nicht vorbestellt).

Beisln sind halt beliebt, in Wien, besonders an einem Freitag am Abend!

Die Speisekarte war lang, ich konzentrierte mich auf das Tagesangebot – auch lang!  Wir waren zu dritt, meine Freunde tranken Bier, ich nahm einen Apfelsaft. Meine Freunde wählten gebackenen Kabeljau mit Erdäpfelsalat (ich glaube letzterer war für die Wahl ausschlaggebend), ein Fiakergulasch (d.h. mit Ei und Würstel) und ich nahem eine geröstete Leber mit Erdäpfeln.  Das Essen wurde bald gebracht. Das Fiakergulasch wurde sehr gelobt,  der Fisch sah nicht nur trocken aus – er war es auch (Fisch mache ich mir am liebsten selber). Naja, und meine Leber war – für meinen Geschmack – doch ein wenig zu hart. Die Erdäpfel und der Saft waren gut. Die Bedienung war sehr freundlich.

Es war noch Zeit und mein Freund bestellte einen Mohr im Hemd (ich weiß schon, so darf er nicht mehr heißen, aber ich kenne ihn noch so, als ihn meine Mutter gemacht hat). Ich durfte ihn kosten und er entsprach durchaus meinen Vorstellungen.

Ich bekam dann noch einen Macchiato, ich brauch halt einen Kaffee nach dem Essen.

Die Preise sind noch durchaus moderat hier. Kurz vor  ½ 8 wurden unser Tisch abgeräumt, grad die noch nicht leeren Gläser wurden uns gelassen und dann wurden wir darauf aufmerksam gemacht, die die Leute, die eben für diese Zeit bestellt hatten, schon da wären.

Wir verließen das Lokal. Es regnete, in einem neu eröffneten Lokal ebenfalls in der Gluckgasse standen dicht gedrängt viele junge Leute (was dort verkauft wird, konnten wir aus dem Namen nicht schließen, und gesehen haben wir auch nicht hinein), sodass man kaum an ihnen vorbeikam. Es regnete noch  – aber nicht mehr lang. Mehr Regen hätten wir schon noch gebraucht!

Jetzt war ich auch im Reinthaler gewesen!

Besuch beim Reinthaler in der Gluckgasse

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