Derzeit Lawinenstufe 4! Eine Wiederveröffentlichung

Derzeit herrscht Stfue 2 dennoch sindf binnen einer Woche sind in Kärnten drei Lawinen abgegangen: auf Turrach, Goldeck und Katschberg. 

Am kommenden Wochenende beginnen die Semesterferien. Derzeit schneit es in vielen von Österreichs Schigebieten. Und vor Lawinenabgängen wird dringend gewarnt. Leider werden derartige Warnungen nicht immer und nicht von allen wahrgenommen.

Auch ich bin als Jugendliche nach Weinachten, in den Semesterferien oft auch noch zu Ostern schigefahren. Und damals (etwa beginnend 1948) gab’s noch nicht so viele präparierte Pisten oder gar Schilifte. Wir mussten selbst „aufsteigen“ mit „Fellen“, die an den Schiern befestigt waren. Das war anstrengend, und daher fuhren wir halt dann auch nur einmal ab.

Aber weil wir stets (oder meistens) im Neuschnee unterwegs waren, hatten wir vorher „Lawinenkunde“ erlernen müssen. Für mich erfolgte diese Ausbildung in der Jugendgruppe des Alpenvereins. Zuallererst lernten wir, welche Lawinenarten es überhaupt gib, weil nämlich dann das Verhalten auch unterschiedlich sein muss. Man unterscheidet zwei grundsätzliche Arten von Schneelawinen, und zwar nach der Art ihres Anrisses Schneebretter und Lockerschneelawinen, daneben teilt man sie auch nach ihrem Umfang und Ausmaß ein.

Bei Schneebrettern rutschen ausgedehnte Schichten der Schneedecke – oft aus Triebschnee –auf einer Gleitschicht zunächst zusammenhängend ab. Im Verlauf des Abgangs kann sich eine Schneebrettlawine zu einer Staublawine entwickeln. Ein sogenanntes Schneebrett kann sich spontan lösen oder durch die zusätzliche Belastung im Gelände ausgelöst werden. Gefahren für Opfer einer Schneebrettlawine sind Ersticken, Verletzungen durch Aufprall an Felsen, Absturz oder der Druck der oft tonnenschweren Schneemassen. Schneebrettlawinen treten in der Regel bei Hangneigungen zwischen 30° und 50° auf. Sie sind aber auch schon bei geringeren Hangneigungen möglich.

Eine Lockerschneelawine wächst durch eine Kettenreaktion die Lawine. Solche Lawinen kommen vor allem in unverfestigtem Schnee vor. Es wird weiter in trockene Lockerschneelawinen und in nasse Lockerschneelawinen  unterteilt. Lockerschneelawinen verlangen eine etwas höhere Hangneigung als Schneebrettlawinen (etwa 40–60° Hangneigung).

Staublawinen entstehen, wenn eine große Schneemasse einen steilen Hang hinabstürzt und dabei weiteren Schnee aufnimmt. Der Schnee wird aufgewirbelt, sodass ein Schnee-Luft-Gemisch (Aerosol) entsteht. Eine Staublawine kann eine Geschwindigkeit von über 300 km/h erreichen. Einher mit der Staublawine gehen gewaltige Luftdruckschwankungen (Druck vor der Front, dahinter Sog), die sehr gefährlich sind. Gelangt das Schnee-Luft-Gemisch in die Lunge von Menschen oder Tieren, so kann dies nach kurzer Zeit zum Tode durch Ersticken führen.

An der Entstehung einer Lawine sind viele Faktoren beteiligt, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Man kann die Entstehung einer Lawine nicht unabhängig von der Art der Lawine betrachten. Auch die Gefahrenbeurteilung erfolgt darum je nach Lawinenart unterschiedlich. Eine große Menge Neuschnee innerhalb kurzer Zeit erhöht die Lawinengefahr. Während bei sehr günstigen Verhältnissen bis zu 50 cm Neuschnee fallen können, bevor die Lawinengefahr ansteigt, können bei ungünstigen Verhältnissen schon 10 cm Neuschnee gefährlich werden. Unter ungünstigen Verhältnissen versteht man sehr tiefe Temperaturen, starken Wind und eine bestehende instabile Schneedecke.

Eine große Rolle spielt auch die Neigung des Geländes. Die Neigung des Geländes ist auch bezüglich der Sonneneinstrahlung relevant: Fällt das Licht mehr oder weniger rechtwinklig auf den Boden, dann nimmt der Schnee mehr Wärme auf, als wenn die Sonne in flachem Winkel auf den Schnee scheint. Dies spielt zum Beispiel bei Nassschneelawinen eine Rolle. Eine wesentliche Rolle spielt die Hanglage. Nord-Hänge sind (in nördlichen Breiten) der Sonneneinstrahlung am wenigsten ausgesetzt, wodurch sich die Stabilisierung der Schneedecke verlangsamt und Gefahrenstellen länger konserviert werden. Umgekehrt sind Südhänge im späten Winter heikler, da größere Wärme Nassschneelawinen begünstigt. Je nach Windsituation sammelt sich Triebschnee auch an spezifischen Hanglagen. Die Bodenbedeckung ist ein weiterer Faktor, der die Entstehung von Lawinen beeinflusst. Dichter Wald kann den Abgang von Schneebrettern erschweren, umgekehrt begünstigt Altgras u. ä. den Abgang von Grundlawinen, eingeschneiter Reif oder Eisschichten begünstigen Oberlawinen. Der Wald kann das Anreißen von Lawinen verhindern, aber große Staublawinen nicht stoppen.

Wenn viel Schnee in kurzer Zeit auf einem Hang zu liegen kommt, wächst die Belastung der Schneedecke durch das zusätzliche Gewicht schneller, als die Setzung und Verfestigung voranschreiten kann. Der Druck auf die unteren Schichten wird so groß, dass diese der Belastung nicht mehr standhalten.

Je tiefer die Temperatur, desto länger dauert es, bis sich der Neuschnee verfestigt. Lawinengefährdete Hänge behalten so ihr Gefahrenpotenzial lange bei. Bei einem raschen Temperaturanstieg kann die Lawinengefahr zunehmen – wegen der Durchfeuchtung bis auf den Boden, beziehungsweise durch die Umwandlung von Schneekristallen. Letztlich gilt auch wegen der Mittagswärme die bergsteigerische Faustregel, dass man den Gipfel am Mittag oder vorher erreicht haben sollte, um rechtzeitig mit dem Abstieg zu beginnen.

Und halten Sie sich an die Anweisungen der Hüttenwirte, der (lokalen) Schilehrer, der Einheimischen im Allgemeinen. Wir hatten damals nur Lawinenschnüre bei uns (rote Schnüre, die man auswerfen sollte, wenn man in eine Lawine geriet – die würde dann nach oben gewirbelt und man konnte eventuell schneller gefunden werden). Heute steht Besseres Zur Verfügung: LVS-Gerät, und wie früher auch: Lawinenschaufel, Lawinensonde, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Kommunikationsmittel zur Verständigung der Bergrettungsdienste (Funkgerät, Handy, Trillerpfeife, Leuchtmittel). Ergänzend dazu existieren der Avalanche-Ball, Lawinenairbag. Durch Einhalten von Sicherheitsabständen, gute Spuranlage und vorsichtige Fahrweise bei der Abfahrt in einem Hang kann das Risiko weiter minimiert werden. Halteriemen von Stöcken und Ski sollten vor einer Abfahrt gelöst werden, da sie im Verschüttungsfall den Sportler nach unten ziehen können.

Also passen Sie auf und kommen Sie dann heil und gut erholt wieder von ihrem Schiurlaub zurück.

Derzeit Lawinenstufe 4! Eine Wiederveröffentlichung

Vienna – windy City

Wieso in Wien immer Wind bläst

Wind ist eine Bewegung der Luft, eine Verlagerung von Luftteilchen. Diese Verlagerung wird in der Meteorologie mit zwei Größen beschrieben: Richtung und Geschwindigkeit. Und warum ist es in Wien fast immer windig?

Bei der Windgeschwindigkeit wird die horizontale Bewegung der Luft gemessen und in Kilometern pro Stunde (km/h) angegeben. Ab 75 km/h spricht man von einem Sturm, ab 117 km/h von einem Orkan. Die Messung erfolgt meist mit einem Anemometer (Windmesser, so werden verschiedene Messinstrumente zur lokalen Messung der Geschwindigkeit eines Strömungsfeldes bezeichnet, insbesondere der Windgeschwindigkeit). Na, heute, bei so eine Böe hätt’s mich fast „verwaht“. Zum Glück war mein Rucksack nach dem Einkauf ziemlich schwer.

Natürlich kann man den Wind nicht immer und überall exakt messen. Dann wird die Windstärke nach der Beaufort-Skala geschätzt. Die Beaufort-Skala beschreibt Windstärken. Sie reicht von Windstärke 0 (Windstille) bis zu Windstärke 12 (Orkan). Die Skala arbeitet dabei nicht mit exakten Messungen, sondern mit Beobachtungen. Benannt ist die Beaufort-Skala oder BFT-Skala nach dem britischen Seefahrer Sir Francis Beaufort (1774–1857), der die Skala zur Beschreibung des Windes in seinen Tagebüchern verwendete. Manche von Ihnen kennen diese Skala von der Seefahrt – etwas als Segler oder als Benützer von Kreuzfahrtschiffen.

Neben der Geschwindigkeit spielt beim Wind auch die Richtung eine Rolle. Weht der Wind von Norden nach Süden, spricht man von einem Nordwind – man nennt also immer die Herkunft der Luftteilchen. Im Lauf der Zeit hat sich eine Einteilung in 8 verschiedene Windrichtungen eingebürgert (Nord, Nordost, Ost, Südost, Süd, Südwest, West, Nordwest).

Hauptursache für die Entstehung von Wind ist der Luftdruck. In einem Tiefdruckgebiet steigt die Luft großräumig nach oben. In einem Hochdruckgebiet sinkt die Luft dagegen ab. Ganz einfach gesagt: Aus einem Tiefdruckgebiet wandert die Luft nach oben ab, in einem Hochdruckgebiet kommt sie von dort oben wieder in Richtung Boden zurück. In Bodennähe fließt nun diese Luft wieder vom Hoch ins Tief zurück – praktisch, um es wieder „aufzufüllen“. Dies geschieht so lange, bis der Luftdruck ausgeglichen ist.

Kurzum: Wind entsteht durch die Bewegung der Luft vom Hoch ins Tief. Der kürzeste Weg zwischen diesen beiden Punkten ist die Gerade. Weil die Luft aber von der Corioliskraft abgelenkt wird (bei uns, auf der Nordhalbkugel, in Bewegungsrichtung nach rechts), bewegt sie sich um ein Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn und um ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn.

Was ist jetzt wieder die Corioliskraft (vielleicht müsste ich das wissen, vielleicht habe ich in der Schule nicht ordentlich aufgepasst – oder es einfach wieder vergessen. Also jetzt für jene, denen es auch so geht:) die Corioliskraft ist dafür verantwortlich, dass sich Luftmassen um Hoch- bzw. Tiefdrucksysteme im bzw. gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Benannt ist die Kraft nach dem französischen Mathematiker Gaspard-Gustave de Coriolis (1792-1843), der sie im Jahr 1835 beschrieb. Die Corioliskraft entsteht praktisch durch die Erdrotation. Die Corioliskraft ist von großer Bedeutung für die Wettersysteme. Sie bewirkt, dass auf der Nordhalbkugel die Luft um ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn fließt und um ein Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn – auf der Südhalbkugel ist das genau umgekehrt. Auch die Westwinddrift (die Westwindzone, Westwindlage oder Westwinddrift ist eine atmosphärische Luftzirkulation in der Rotationsrichtung der Erde von West nach Ost in den mittleren Breiten der Erde, also etwa zwischen 40° und 60°, teilweise bis 70° geographischer Breite, sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel), die in mittleren Breiten (und damit im Großteil Europas) die Abfolge der Großwetterlagen steuert, ist der Corioliskraft zu verdanken.

Ein Blick in die Wind-Statistik in Wien zeigt, dass im Süden und Osten des Stadtgebiets nur jeder 10. Tag windstill ist. Im Norden und Westen der Stadt finden sich gar nur 3 bis 4 windstille Tage im Jahr. Die Hauptwindrichtungen in Wien sind West bzw. Nordwest (über 160 Tage im Jahr) und Südost (knapp über 40 Tage im Jahr).

Generell herrschen in Mitteleuropa, bedingt durch die typischen Großwetterlagen, Westwinde vor. Weil die Hügel des Wienerwaldes die Stadt nach Westen zu umgeben, wird der dort ankommende West- bzw. Nordwestwind entlang der Donau oder im Wiental kanalisiert und strömt somit verstärkt in die Stadt. Bei den selteneren Südost-Lagen hat der aus dem flachen Wiener Umland kommende Wind keine Hindernisse zu überwinden. Im Sommer bringt dieser Wind heiße Luft aus der Ungarischen Tiefebene, im Winter dagegen transportiert er kontinentale Kaltluft in die Stadt. Ich kann diesen Wind mit meiner Nase diagnostizieren. Denn er riecht nach der Erdölraffinerie Schwechat.

Jedenfalls heute war die Windgeschwindigkeit in der Inneren Stadt (wo ich unterwegs war) 76 km/h. Als knapp – ein Sturm. Und das bei den tropfenden Dächern – der Schnee dort schmilzt gerade ab, eine ungemütliche Kombination!

Vienna – windy City

Ghandi und sein Mörder

Über den Scherbenhaufen in Niederösterreich können Sie derzeit ohnedies überall lesen –  ich möchte heute eher auf den Tod Mahatma Ghandis aufmerksam machen, er wurde an einem 30. Jänner 1948 ermordet. Sein Mörder war Nathuram Godse. Obwohl, die Parallel zu Niederösterreich ist nicht ganz parallel, aber hie wir dort spielt der Nationalismus eine große Rolle.

Gandhis gewaltlosen Kampf für die Freiheit seit 1915 empfand der Attentäter als „gesammelte Provokation aus 32 Jahren“. Zwar räumte Godse ein, dass Gandhi auch sehr viel Gutes zugunsten der Inder in Südasien bewirkt habe, aber insgesamt sei Mahatma Gandhi schlecht für Indien gewesen. Godse und seine Komplizen waren davon überzeugt, dass Gandhis Politik zur Teilung Indiens und den dabei geschehenen Gräueltaten geführt habe. Unmittelbarer Anlass für das Attentat könnte eine Aktion Gandhis vom 15. Januar 1948 gewesen sein: An diesem Tag begann er einen Hungerstreik, um gegen eine Entscheidung der indischen Regierung zu protestieren, 550 Mio. Rupien, die sie der pakistanischen Regierung zugesagt hatte, zurückzubehalten. Aus Respekt vor der Persönlichkeit Gandhis wurde das Geld dann doch überwiesen, worin Hindu-Nationalisten einen Affront sahen.

Godse tötete Gandhi am 30. Januar 1948 in Delhi durch drei Pistolenschüsse in die Brust. Dafür wurde er zum Tode verurteilt und am 15. November 1949 im Gefängnis von Ambala durch Hängen hingerichtet.

Nehru (Jawaharlal Nehru, * 1889; † 1964; indischer Politiker, Widerstandskämpfer und von 1947 bis zu seinem Tod erster Ministerpräsident Indiens) und zwei von Gandhis Söhnen hatten gegen die Hinrichtung protestiert, da sie darin einen Widerspruch zur Philosophie Gandhis sahen, der ein Gegner der Todesstrafe war. Von vielen indischen Gruppierungen wird er für seine Tat als Nationalheld verehrt. Die im 21. Jahrhundert immer breitere Akzeptanz hindu-nationalistischer Anschauungen in der indischen Bevölkerung führte zu Bestrebungen, ihn posthum zu rehabilitieren.

Für uns – damals Jugendliche in einem Nachkriegsösterreich – war Ghandi ein Held. Es war seine Meinung, dass Krieg unweigerlich zur Diktatur führten, nur Gewaltfreiheit in Demokratie mündete, die uns beeindruckte. Sein Spinnrad erschien uns damals doch ein wenig suspekt: „Das Spinnrad ist das Symbol der nationalen Prosperität und darum auch der Freiheit. Es ist ein Symbol nicht des Handelskriegs, sondern des Handelsfriedens. Wenn die Menschen durchs Spinnen selbstständig geworden sind, dann sind sie auch in der Lage, dass wir mit ihnen über Freiheit und Unabhängigkeit reden können. Die, die ihnen Arbeit bringen und die Möglichkeit, ein Stück Brot zu verdienen, werden auch die sein, die sie den Hunger nach Freiheit verspüren lassen werden. Das ist der politische Wert des Spinnrads…“

Mohandas Karamchand Gandhi (genannt Mahatma Gandhi; * 2. Oktober 1869; † 30. Januar 1948) war ein indischer Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist, der zum geistigen und politischen Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung wurde.

Bereits an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert setzte sich Gandhi in Südafrika für die Gleichberechtigung der Inder (mit den britischen Besatzern!) ein und entwickelte dabei Methoden des gewaltlosen, politischen Kampfes. Nach seiner Rückkehr nach Indien 1915 unterstützte er den Widerstand der Kongresspartei gegen den britischen Raj (Britisch-Indien) und stieg in den 1920er Jahren zum entscheidenden Vorkämpfer für ein freies Indien auf. Als einer der ersten setzte er den Hungerstreik als politische Waffe ein. Gandhi wandte sich gegen koloniale Ausbeutung und forderte die Einhaltung der Menschenrechte auch für Dalit, die so genannten Unberührbaren, ohne jedoch das indische Kastensystem insgesamt in Frage zu stellen. Er wünschte sich Indien als säkularen Staat, in dem Hindus und Moslems friedlich zusammenleben sollten. Er favorisierte eine auf Arbeit beruhende Autarkie und ein Wirtschaftssystem auf landwirtschaftlich-kleinbäuerlicher Grundlage. Die Unabhängigkeitsbewegung, die Gandhis Ideen von gewaltfreien Aktionen und zivilem Ungehorsam aufgriff, erreichte im August 1947 das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien. Ein halbes Jahr danach fiel Gandhi, der die mit der Unabhängigkeit verbundene Teilung Indiens stets abgelehnt hatte, dem Attentat eines Hindu-Nationalisten zum Opfer.

Gandhi verbrachte in Südafrika und Indien insgesamt acht Jahre in Gefängnissen. Seine Grundhaltung Satyagraha, das beharrliche Festhalten an der Wahrheit, hat er in zahlreichen Schriften dargelegt und immer weiterentwickelt. Es umfasst neben Ahimsa, der Gewaltlosigkeit, noch weitere ethische Forderungen wie etwa Swaraj, was sowohl individuelle als auch politische Selbstkontrolle und Selbstbestimmung bedeutet.

Schon zu Lebzeiten weltweit bekannt, ist Gandhi bis heute für viele ein Vorbild. Er wurde mehrmals für den Friedensnobelpreis nominiert, der in seinem Todesjahr aus symbolischen Gründen nicht vergeben wurde. Ebenso wie Nelson Mandela oder Martin Luther King gilt er als herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Kolonialismus, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit.

Ghandi und sein Mörder

Zu den Faschingskrapfen

Heute an einem Sonntag, mitten im Fasching, gehe ich in eine sehr renommierte Konditorei, um Faschingskrapfen zu kaufen – ich kaufe Krapfen eben nur im Fasching. Die sehr freundliche Verkäuferin teilt mir mit – wir haben heute keine Krapfen. Eigentlich war ich empört – führe das aber wohl auch auf den Personalmangel in der Branche zurück.

Aber nicht weit davon entfernt, gibt es eine weitere renommierte Konditorei und dort gab es Krapfen, sogar auch die sogernannten Puppen- oder Jourkrapfen, also eine kleine Ausgabe, die ich ohnedies vorziehe.

Krapfen sind typischerweise süße Gebäckstücke aus Hefeteig (Germteig), die dem Siedegebäck zugerechnet werden. Typisch ist die Zubereitung durch das Ausbacken in heißem Fett. Früher, als meine Tante P. selbst Krapfen zu Haus gebacken hat, durfte man während des Backprozesses die Küchentüre nicht aufmachen, alle Fenster waren geschlossen, denn sonst fielen die Krapfen in sich zusammen, d.h. sie würden speckig. Das geht gar nicht!

„Krapfen“ geht auf althochdeutsch krapho, mittelhochdeutsch krapfe ‚Kralle‘ oder ‚Haken‘ zurück. Zugrunde liegt eine Erweiterung *greb- der indogermanischen Wurzel *ger- ‚drehen‘, ‚winden‘. Die Übertragung auf das ursprünglich hakenförmige Gebäck ist seit dem 9. Jahrhundert nachgewiesen.

Aber eigentlich reicht die Geschichte des Gebäcks bis in die Antike zurück. Bereits die Römer buken rundes Gebäck (Globuli) in Fett und verfeinerten es mit Honig und Mohn.

Ursprünglich galten Krapfen hauptsächlich als Festtags- und Fastengebäck und wurden in den katholisch geprägten Gebieten zunehmend in der Faschingszeit populär. Bei der Rückführung des Wortes auf die Hofratsköchin Cäcilie Krapf aus dem Jahr 1690 handelt es sich jedoch um eine Legende. Mittelalterliche Kochbücher kannten sowohl süße als auch pikante Krapfen, doch wurden sie damals nicht aus Germteig zubereitet. Auch gab es Schmalzkochereien, in denen Krapfen hergestellt wurden. In Österreich werden Krapfen bereits in Schriften aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Aus dem Jahr 1486 stammen erste Rezepte in der Köchordnung der Stadt Wien. Die Köchinnen wurden als Krappffenpacherinnen bezeichnet. Am Hof von Kaiser Karl VI. (1685 bis 1740) gab es wiederholt ein Faschings- oder Krapfenschießen. Während des Wiener Kongresses im Jahr 1815 sollen etwa 10 Millionen Krapfen gegessen worden sein. (Vielleicht hat man damals nicht so sehr auf eine schlanke Figur geachtet?) Im 19. Jahrhundert war es in Wien unter jungen Leuten Brauch, einen Krapfen auseinander zu brechen und zu teilen, was als Zeichen der Verlobung angesehen wurde.

Gefüllte Krapfen werden in Österreich als Faschingskrapfen bezeichnet. Krapfen ohne Zusatzbezeichnung sind immer mit Marillenmarmelade gefüllt, andernfalls muss dies angegeben werden (z.B. Vanille-Krapfen).

Franz Anton Maulbertsch, hat sogar ein Bild über eine Krapfenverkäuferin gemalt, (La venditrice di krapfen) , so ca. 1785–90 herum. Sie dürfte diese im Freien auf einem Herd backen, und hat gleich Kind und Hund dabei. Reich dürfte sie mit diesem Gewerbe nicht geworden sein.

Manchmal werden auch Bauernkrapfen angeboten, sie bestehen auch aus Germteig, werden ebenfalls in heißem Fett (oft noch immer Schmalz) herausgebacken aber sie haben eine Einbuchtung in der Mitte, in die nach dem Backen Marmelade gefüllt wird.

Es gibt natürlich auch noch Punschkrapferln oder Husarenkrapferln, sowie Kaffeekrapfen oder Indianerkrapfen (möglicherweise sind diese aber schon umbenannt worden, im Rahmen der „political correctness“ Bestrebungen) , die haben aber mit den Faschingskrapfen nichts gemein.

Wenn jemand über  Schlutzkrapfen redet, dann meint er eine regionale Nudelspezialität aus Tirol. Sie ähneln den italienischen Ravioli.

In Wien wurde heuer ein Krapfen-Ranking veröffentlicht, also wo man die besten Krapfen kaufen kann. Ich verlasse mich diesbezüglich lieber auf meinen eigenen Geschmack. Dazu muss ich natürlich die Krapfen überall kosten.

Zu den Faschingskrapfen

Gedanken zu relativer Armut

In Zeiten wie diesen, mit stetig steigenden Preisen und daher hoher Inflation kommt es häufig zu Armut.

Armut bezeichnet im materiellen Sinn (als Gegenbegriff zu Reichtum) primär die mangelnde Befriedigung der Grundbedürfnisse (vor allem nach Nahrung, Wasser, Kleidung, Wohnraum, Gesundheit). Der Mangel an Geld ist hingegen nicht zwangsläufig mit Armut gleichzusetzen, sofern Möglichkeiten vorhanden sind, mit denen die Bedürfnisse anderweitig gedeckt werden können (z.B. Eigenproduktion – in der Landwirtschaft). Prinzipiell ist Armut ein soziales Phänomen, das als Zustand gravierender sozialer Benachteiligung verstanden wird.

Arm habe ich mich immer nur im Vergleich mit anderen gefühlt, z.B. während meiner Gymnasialzeit – manche meine Mitschülerinnen kamen aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, bei uns zu Hause herrschte nie Hunger, aber meine Mutter empfand es als Schande z.B. um ein Stipendium für mich anzusuchen. Denn es gibt die absolute Armut, bei der einer Person weniger als 1,90 PPP-US-Dollar pro Tag zur Verfügung stehen, zum anderen die relative Armut, bei der ein Einkommen deutlich unter dem mittleren Einkommen eines Landes oder Staates liegt. Wir waren nicht „arm“, damals, wir hatten eine ordentliche Wohnung,  wir hatten genug zu essen, aber ohne zusätzliche Arbeit meiner Mutter wäre vieles nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Und die Arbeit meiner Mutter war schlecht bezahlte Heimarbeit.

Wir verfügten über kein Auto, und erst sehr spät wurde ein Viertel-Telephon eingeleitet. Wir gingen oft zu Fuß, sogar weite Strecken, um uns das Geld für den Fahrschein zu sparen (für die Fahrt in die Schule hatte ich eine Schülerkarte, die galt aber nur für die Strecke zur Schule). Man nahm weite Wege in Kauf, um Dinge billiger zu erwerben. Bei uns wurde vieles sehr lange repariert (geflickt , gestopft, repassiert), bevor man sich zu einer Neuanschaffung entschloss. Meine Eltern waren nicht „auf Urlaub“ gefahren, sondern man fuhr zu den Verwandten am Land, wo man in einem kleinen Zimmer wohnte und den Verwandten in der Landwirtschaft half. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern je in ein Restaurant essen gegangen waren.

Mein Schikurs war eine finanzielle Herausforderung und zum Glück gab es das Theater der Jugend, mit billigen Karten für Schüler. Meine Mutter sparte an sich selbst, um mir eine „ordentliche“ Kleidung zu ermöglichen.

Schulbücher bezog ich aus der „Schülerlade“, oder aus dem Antiquariat, bis dann die Gratisschulbücheraktion kam. Lesestoff bezog ich aus einer Leihbücherei und später, als mein Englisch schon besser war aus den Büchereien z.B. des British Council. (Damals begann man erst, Taschenbücher herzustellen).

Ein Kostenfaktor, den eine Eltern in Kauf nahmen, waren die Kosten für meine Klavierlehrerin. Aus jetziger Sicht wäre es klüger gewesen, sie hätten sich das gespart. Sogar ein Klavier hatten sie mir angeschafft – einen Konzertflügel – und ich habe das Klavierspielen gehasst! Ich habe das Üben vermieden, wo ich nur konnte.

Auch eine andere Ausbildung, die mir meine Eltern ermöglichten, habe ich nicht wollen: einen Maschinschreibkurs (in den Ferien!) – Stenographie hatte ich in einem Freifach in der Schule gelernt – in der Handelsschule Weiß (so hieß sie, glaube ich). Meine Eltern meinten, dass das Grundvoraussetzungen für einen späteren Beruf wären. Ich musste es zum Glück nie praktisch einsetzen.

Die Eltern mancher meiner Freundinnen waren damals ziemlich wohlhabend, einige ließen es mich „spüren“, dass meine Eltern nicht so wohlhabend waren, sie protzten, andere im Gegensatz dazu versuchten diskret zu helfen. Und damals waren die Einkommensunterschiede noch nicht so groß, wie sie heute sind.

Und leider schämte ich mich dieser relativen Armut, anstatt stolz gewesen zu sein, auf das Bemühen meiner Eltern mir  eine Ausbildung zu ermöglichen. Und nicht nur die Ausbildung: So ein Schikurs konnte schon eine Herausforderung sein, wenn auch die Ausrüstung damals eine ungleich einfachere als heute war.  

Politische Gleichheit ist eine der Voraussetzungen für Demokratie: Jeder Bürger sollte im Idealfall die gleiche Stimme haben. Ein der Praxis gibt es kaum eine Gleichheit der Stimmen, speziell bei der Frage der gesellschaftlichen Umverteilung bzw. des Wohlfahrtstaates. Die Einstellung von Gruppen mit niedrigerem Einkommen ist in der Regel unterrepräsentiert, während Gruppen mit höherem Einkommen überrepräsentiert sind. Und Armut prägt auch die psychische Gesundheit der Menschen.

Kinder kosten auch heute viel Geld, selbst wenn sie nicht in Privatkindergärten oder -schulen gehen. Ich kenne die Aufwendungen für Schultaschen, diverse Arten von Stiften etc. jetzt schon bei meinen Urenkelinnen. Ich bin meinen Eltern noch heute unendlich dankbar, dass sie mir – unter großen Opfern ihrerseits – eine Ausbildung ermöglicht haben, die mir erlaubt hat, der Armutsfalle zu entgehen.

Gedanken zu relativer Armut

Die Gewaltspirale dreht sich bedrohlich

In der Ukraine und im Nahen Osten

Ich muss zugeben, dass ich mich geärgert habe, als gelesen habe, dass ein wahlkämpfender Donald Trump verkündet hat, er können den Russland-Ukraine Angriffskrieg innerhalb 24 Stunden beenden. Trump, der sich seit der Veröffentlichung seines Besteller-Buchs „The Art of the Deal“ als Verhandlungskünstler versteht, prahlte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social über sein angebliches Verhandlungsgeschick. „Wäre ich Präsident, wäre der Russland/Ukraine-Krieg nie passiert“, schrieb Trump – gänzlich in Großbuchstaben – am Donnerstag (26. Januar 2022). Weiter versicherte der Republikaner, der bereits eine Kandidatur für die US-Wahl 2024 angekündigt hatte, dass er als Präsident den Konflikt jetzt noch rasch beenden könnte.

In einem weiteren Beitrag hatte Trump die kürzlich von Washington angekündigte Lieferung von Abrams-Panzern kritisiert. „Erst kommen die Panzer, dann kommen die Atombomben“, schrieb er.

Unabhängig von den Behauptungen Trumps sieht die Realität gänzlich anders aus. So sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag (23. Januar), dass Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau derzeit „unmöglich“ seien, „da es weder de facto noch de jure Bedingungen dafür gibt“. In den vergangenen Monaten forderte der Kreml als Verhandlungsgrundlage unter anderem die Anerkennung der vier annektierten Oblaste Saporischschja, Cherson, Luhansk und Donezk, sowie den Rücktritt von Wolodymyr Selenskyj.

Der wiederum erklärte am Donnerstag in einem Interview, er sei „nicht an Verhandlungen“ mit Putin interessiert. Der russische Präsident wolle schließlich auch „keine Verhandlungen, weil er keinen Frieden will“. Aber die Vereinigten Staaten wären für die Eskalation des Ukraine-Kriegs verantwortlich, behauptet Kreml-Sprecher Peskow. Der Westen hingegen erkennt das Recht der souveränen Ukraine an, sich gegen den russischen Eroberungskrieg zu wehren und unterstützt sie dabei massiv. Ohne diese Waffenhilfe könnte die Ukraine dem russischen Angriff kaum weiter standhalten.

Statt nach einer Lösung zu suchen, hätten die USA den Weg der Eskalation gewählt, kritisierte Peskow. So sei etwa der Beschluss zur Lieferung europäischer Kampfpanzer an die Ukraine unter dem Druck der USA gefallen. Tatsächlich waren es aber viele NATO-Partner und die Ukraine, die Deutschland zu einer Lieferung von Leopard-Panzern gedrängt hatten. Peskow warf den USA auch vor, keine Schritte in Richtung einer Verhandlungslösung zu tun.

Russland spricht der Ukraine jedoch das Existenzrecht ab, und es blieb weiter unklar, worüber dann verhandelt werden könnte. Die Ukraine hält Gespräche mit Moskau frühestens dann wieder für möglich, wenn sich die russischen Truppen von ihrem gesamten Staatsgebiet einschließlich der schon 2014 völkerrechtswidrig annektierten Krim zurückgezogen haben.

Sosehr ich mir Frieden in diesem Gebiet wünsche, fürchte ich jedoch, dass jegliches Nachgeben gegenüber Putin  nur zu weiteren Angriffen führen wird. Hat nicht Putin den Vorsatz, alle von Russland im Zweiten Weltkrieg eroberten Gebiete wieder unter seine Kontrolle zu bringen? Merkt auf, Österreicher, das wäre wohl dann auch der Osten Österreichs bis zur Enns. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die NATO-Partner  Ungarn, Slowakei und Tschechien Soldaten zu unserem Schutz opfern würden (besonders, wenn sie schon selbst unter russischer Kontrolle stünden).

Ich meine allerdings, dass diese Ambition Putins sich nur sehr schwer realisieren ließe, und mache mir daher für Österreich diesbezüglich keine großen Sorgen.

Aber die Ukraine ist nicht der einzige Ort, wo sich die Gewaltspirale  dreht. Wiederum ist es der Nahe Osten, insbesondere Israel-Palästina.

Mindestens acht Tote und mehr als 55 Verletzte soll es bei einem israelischen Angriff auf den Gazastreifen gegeben haben, melden Palästinenser. Als Reaktion auf einen Raketenangriff hat Israel in der Nacht ein Ziel im Gaza-Streifen beschossen. Die Raketen aus dem Gazastreifen wurden laut der israelischen Armee von ihrem Luftabwehrsystem abgefangen. Verletzte wurden in Israel dabei nicht gemeldet. Zunächst übernahm niemand die Verantwortung für die Angriffe aus dem Gazastreifen. Später teilte aber die radikale Gruppierung Islamischer Jihad mit, die Raketen seien „Teil einer Botschaft“ gewesen, um zu zeigen, dass „palästinensisches Blut nicht billig ist“.

Daraufhin sind in einer israelischen Siedlung in Ost-Jerusalem sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet worden. Es wird  von einem Anschlag auf eine Synagoge mit mindestens sieben Toten berichtet. Der Angreifer wurde auf der Flucht getötet. Ob der Täter direkt mit der Hamas in Verbindung stehe, sei bisher jedoch unklar. Ersten Erkenntnissen nach handele es sich um einen 21-jährigen Bewohner von Ost-Jerusalem. Medienberichten zufolge eröffnete der Angreifer das Feuer auf Besucher einer Synagoge. Die Attacke ereignete sich am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts (Befreiung von Auschwitz).

Die Sicherheitslage in Israel und den palästinensischen Gebieten hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas teilte mit, bei diesem Anschlag handele es sich um eine Vergeltung.

Netanjahu hat nun wiederum eine entschlossene Reaktion angekündigt. Die Sicherheitskräfte würden entschlossen und energisch gegen den Terror handeln und jeden Beteiligten an diesem Anschlag erreichen.

Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.

Sehr nach Frieden schaut das alles nun wirklich nicht aus.

Die Gewaltspirale dreht sich bedrohlich

Ein beschwingter, fröhlicher Abend

Mit dem Aureum Saxophon Quartett

Manchmal bedarf es einiger Anläufe um mich zu motivieren, aber ich habe Freunde, die es eben nicht gleich aufgeben.

Man hat mich schon mehrmals zu Performances von „Aureum – Golden Roots“ eingeladen, aber ich habe immer gemeint, das wäre eher nichts für mich. Aber gestern gab es eine Vorstellung im Haus der Musik, wirklich, gleich um die Ecke von uns zu Hause, da hatte ich dann zugesagt. Daher hat mich auch der Schneeregen gestern am Abend nicht besonders gestört – ein Wetter, bei dem ich sonst abendliches Weggehen meiden würde.

Jetzt möchte ich noch vorausschicken, dass ich (wie von der Familie behauptet, mit gusseisernen Ohren ausgestattet) völlig ungeeignet bin, über Musik zu schreiben. Außerdem kann ich nur entscheiden, ob mir etwas gefällt oder nicht (z.B. mich langweilt), aber das war gestern überhaupt nicht der Fall – mir hat’s sehr gut gefallen. Ja, ich war sogar begeistert.

Aber auch viele andere haben dem Wetter getrotzt, es sind mehr Leute gekommen, als erwartet wurden. Menschen jeden Alters. Beim Eingang gab es ein ziemliches Gedränge, bis man zu seinen Karten gekommen war und den Mantel abgegeben hatte (ich war zwar ziemlich zögerlich, denn in diesem großen Foyer des Hauses der Musik kann es gar nicht besonders warm werden, denn es handelt sich doch um einen gedeckten Hof).

Das AUREUM Saxophon Quartett  ist ein österreichisches Saxophon-Quartett, das vor allem in der Klassischen Musik und im Crossover tätig ist. Es besteht aus den vier österreichischen Musikern Martina Stückler (Sopransaxophon), Johannes Weichinger (Altsaxophon), Viola Jank (Tenorsaxophon) und Lukas Seifried (Baritonsaxophon). Als ich die gestrige Performance gesehen habe, war ich fasziniert, von der Unterschiedlichkeit dieser vier Instrumente. Und von der ungeheuren Fingerfertigkeit, mit der sie gespielt wurden und von der Vielfalt der Töne, die ihnen entlockt werden konnten.

Wie sie so auf der Bühne agierten: fröhliche, gutgelaunte junge Menschen, von denen man ausgeht, dass sie anderen – dem Publikum mit ihrer Musik und ihrem Auftreten eine Freude machen wollen. Sie spielen alles ohne Noten, perfekt aufeinander abgestimmt, und noch dazu sich frei bewegend auf der Bühne, getaucht in wechselnde Lichtspiele.

Die vier Mitglieder lernten sich während ihres Studiums an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien kennen und gründeten 2015 das Ensemble. Nun spielen sie bereits auf Bühnen berühmter Häuser und be renommierten Festivals.

Anfangs hat man den Eindruck, dass hier (echte)  Volksmusik – auf höchstem Niveau – gespielt wird, aber sogleich folgt klassische Musik von Edvard Grieg und von Ludwig van Beethoven.  Aber dann folgt gleich drauf – nach humorvoll gestalteter Ansage – die Knödelpolka.

Ich gebe zu, in der Pause habe ich mir dann den Mantel geholt – andere übrigens auch, denn ich wollte mir das Konzert nicht durch Frieren verpatzen lassen.

Gut gelaunt, ging es in den zweiten Teil – mit einem Weingalopp, der sitzend gespielt wurde, wobei Bewegungen dabei nicht gefehlt haben. Es war dann schon etwas Besonderes, wenn mit Saxophonen – Jodler – noch dazu aus verschiedenen Regionen gespielt werden. Aber auch alles, was nun darauffolgte, hat mich eher gefangen genommen. Aber nicht nur mich, das Publikum war begeistert, es gab selbstverständlich Zugaben (Galopp und Walzer) und eine Einladung für nachher – ins gegenüberliegende Müllner Beisl, der ich aber dann nicht gefolgt bin.

Ja, ich kann’s nur empfehlen, sollten Sie auf irgendeinem Programm in Zukunft irgendwo dieses Aureum Quartett entdecken, dann sichern Sie sich Karten dafür, Sie werden es nicht bereuen und beschwingt und fröhlich hinterher das Konzert verlassen.

Ein beschwingter, fröhlicher Abend

Adieu, Ilse Brandner Radinger

Heute erst erfahre ich, dass Ilse Brandner Radinger kürzlich gestorben ist. Sie war 79 Jahre alt geworden. Sie war Journalistin bei der inzwischen eingestellten AZ (Arbeiter Zeitung), von 1990 bis 2010 Generalsekretärin des Presseclubs Concordia. Sie war Mitglied und Vorsitzende des ORF Publikumsrat aber auch im Presserat.  

Ich habe sie im Rahmen dieser genannten Funktionen zuweilen, aber immer wieder getroffen, unsere Bekanntschaft stammte aus „anderen Umständen“.

Wir hatten gleichaltrige Kinder und wir wohnten im gleichen Gemeindebau in Hernals, in dessen Hof wir einander trafen. Unsere Kinder waren so befreundet, dass es ihnen egal war, wer von den Eltern /Großmutter ihnen das Butterbrot und den Apfel brachten, wer von diesen ihnen das Pflaster auf die aufgeschundenen Knie pickte. Man ging ja auch gemeinsam in den Kindergarten. Es war Ilses’ Sohn und unsere Tochter, die in diesem Hof Freundschaft geschlossen hatten.

Ich erinnere mich an Ilse, als sie -in eben jenem Hof sitzend, die Kinder im Auge behaltend,  Manuskripte bearbeitet hatte – sie studierte damals noch (und es war noch nicht die Zeit der Laptops und I-Pads, als unsere Kinder klein waren). Unsere Kinder hatten immer für ihre Eltern recht verstörende Ideen. Z.B. rissen sie die Rosen in dem Hof ab, verkauften sie auf der Straße und erstanden um das Geld: Eis!

Wir erlebten aber auch Ilses  damalige Scheidung – die unsere Tochter zutiefst verstörte.

Irgendwann war es dann soweit, wir zogen aus, man traf einander nicht mehr – im Hof.

Nur mehr zuweilen „liefen wir einander über den Weg“, bei Veranstaltungen der Concordia, dann wechselten wir ein paar meist belanglose Worte,  fast immer über die „Kinder“ und deren Entwicklungen und Schicksale  (die letztendlich beide Ärzte geworden waren).

Ilse war eine großartige Frau, die ihre mühsame Rolle als studierende, arbeitende Hausfrau und Mutter mit Bravour gespielt hat.

Jetzt ist sie mir vorausgegangen, R.I.P. liebe Ilse!

Adieu, Ilse Brandner Radinger

Der Freistaat Fiume

1920 – 1924

Kalt ist’s draußen, es flankerlt ein wenig, aber es schneit nicht wirklich. Und wenn da das Wort „Fiume“ – oder „Rijeka“ fällt, kommen doch gleich wunderschöne sommerliche Erinnerungen auf – oder?

Wussten Sie, dass es den Freistaat Fiume gab – eine Zeitlang zu mindestens. Er bestand von 1920 – 1924.  Das Staatsgebiet umfasste die Stadt Fiume und das nördliche Umland sowie einen Korridor, der es mit Italien verband, insgesamt eine Fläche von 28 km².

Wie war es dazu gekommen? Fiume wurde 1719 durch ein Dekret des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. zum ersten Mal als Freihafen selbstständig. 1779 erhielt die Stadt während der Herrschaft der Kaiserin Maria Theresia den Status corpus separatum unter der Bezeichnung Fiume város. Die Stadt verlor ihre Selbstständigkeit im Jahr 1848, erhielt aber 1868 als Bestandteil des Königreichs Ungarn diesen Status zurück. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Stadt ganz überwiegend von Kroaten bevölkert, die ungarische Regierung förderte aber den Zuzug von Italienern, die Ende des 19. Jahrhunderts zur größten Volksgruppe angewachsen waren. 1869 wurde die Anstalt k.u.k. Marine-Akademie von Triest nach Fiume verlegt.

Außer Kroaten und Italienern lebten in der Stadt auch Deutsche, Slowenen, Ungarn und Einwohner anderer Nationalitäten, in wechselnden Anteilen an der Gesamtbevölkerung. Dieser Status einer multinationalen Stadt galt als etwas Besonderes und schuf bei der Mehrheit der Bevölkerung eine eigene Identität. Die offiziellen Sprachen waren Ungarisch und Deutsch, die Geschäftskorrespondenz wurde auf Italienisch geführt, während die meisten Familien den kroatischen Dialekt Čakavisch oder einen Fiuman genannten italienischen Dialekt sprachen.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde die Frage des Status von Fiume zu einem internationalen Problem. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und dem Königreich Italien sprachen sich die Siegermächte für die Schaffung eines unabhängigen Pufferstaates aus. Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson wurde zu einem Vermittler im jugoslawisch-italienischen Disput über die Zukunft der Stadt. Er schlug vor, dass Fiume unabhängig und eventuell ein zukünftiger Sitz des Völkerbundes werden sollte. Außerdem sprach er sich im September 1919 dafür aus, dem Freistaat sämtliche Inseln des Quarnero zuzusprechen.

Der Streit zwischen dem südslawischen und dem italienischen Nationalkomitee führte zu gesetzlosen Zuständen und schließlich zur Landung britischer und französischer Truppen, die die Kontrolle in der Stadt übernahmen. Die nach wie vor ungeklärte politische Situation wurde von dem italienischen „präfaschistischen“ Nationalisten und Dichter Gabriele D’Annunzio genutzt, der Fiume mit seinen Freischärlern am 12. September 1919 besetzte. Nach einer 15-monatigen Zeit gesellschaftlichen Chaos und ein Jahr nach dem Scheitern von Verhandlungen mit der italienischen Regierung proklamierte D’Annunzio die Italienische Regentschaft am Quarnero.

Am 12. November 1920 unterzeichneten das Königreich Italien und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen den Grenzvertrag von Rapallo, in dem beide Parteien die Anerkennung eines freien und unabhängigen Freistaates Fiume vereinbarten und sich verpflichteten, dessen Unabhängigkeit in Ewigkeit zu respektieren. Der neue Staat wurde umgehend von den Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien anerkannt. D’Annunzio lehnte den Vertrag ab und wurde in der „Blutigen Weihnacht“ vom 24. bis 30. Dezember 1920 von regulären Truppen der italienischen Armee aus der Stadt vertrieben.

Im April 1921 bestätigten die Wähler in Fiume den Plan des italienischen Ministerpräsidenten zur Gründung des Freistaates und eines italienisch-fiumanisch-jugoslawischen Konsortiums zur Verwaltung des Hafens von Fiume. Die Autonomisten und der pro-italienische Nationale Block gewannen die ersten Parlamentswahlen. Die Autonomistische Partei, die von der Mehrheit der kroatischen Bevölkerung unterstützt wurde, erreichte die Mehrheit. Der Führer der Autonomisten wurde Präsident. Am 3. März 1922 übernahmen italienische Faschisten mit einem Staatsstreich die Macht, die legale Regierung floh.

Im Januar 1924 stimmte das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen in dem Vertrag von Rom der Annexion der Stadt durch Italien zu, die am 16. März vollzogen wurde. Die Exilregierung des Freistaats erklärte die Besetzung für unrechtmäßig und nach internationalem Recht für ungültig und setzte ihre Aktivitäten fort.

Um die in Italien bestehenden Hindernisse für die Ehescheidung zu umgehen, nahmen zahlreiche Italiener vorübergehend die Staatsangehörigkeit des Freistaats Fiume an, da dessen Gesetzgebung eine Scheidung ermöglichte. Auch aus anderen Ländern Europas kam es zu einem regelrechten Scheidungstourismus, der eine Haupteinnahmequelle der Hotels und Anwälte gewesen sein soll.

Mit der Kapitulation Italiens im Zweiten Weltkrieg wurde die Rijeka-Frage wieder aktuell. 1944 veröffentlichte eine Gruppe von Bürgern das „Liburnia-Memorandum“, in dem die Bildung eines Bundesstaates aus den drei Bezirken Rijeka, Sušak und Bistrica vorgeschlagen wurde. Die Inseln Krk, Cres und Lošinj sollten dem Kondominium beitreten. Auch Präsident der Exilregierung befürwortete die Wiederherstellung des Freistaates.

Die Truppen der jugoslawischen Befreiungsarmee, die die Stadt am 3. Mai 1945 von der deutschen Besetzung befreit hatten, vereitelten diesen Plan. Mit dem Friedensvertrag von Paris wurden Rijeka und Istrien 1947 offiziell Teil der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien.

Rijeka – Fiume einen multinationale, jetzt eben europäische Stadt! Freuen wir uns, auf unseren nächsten Besuch dort – aber lieber im Sommer.

Der Freistaat Fiume

Gedanken zu „laufenden Nachrichten“

Angriffe auf Kirchen – auch in Europa und neue, 4000 Jahre alte Funde in Sakkara

In Wien weist Kardinal Schönborn auf verfolgte Christen hin, im südspanischen Algeciras tötete ein Marokkaner einen Mesner (den er möglicherweise für einen Priester hielt) und in Ägypten, in der antiken Totenstadt Sakkara  wurden 4.000 Jahre alten Objekte (eine goldverzierte Mumie und Inhalte von vier Gräbern) in der Nekropole entdeckt. Aber in Sakkara befindet sich auch das  Jeremias Kloster aus christlicher Zeit!

Was können wir daraus schließen?

 Extrem fundamentalistische Muslime, egal wo sie leben, verfolgen Christen, und verfolgen bedeutet für sie in dem Zusammenhang der Versuch Christen zu töten. Wenn das in Algeciras passiert, dann findet es den Weg in die Zeitungen (wobei für Muslime Südspanien – also Andalusien – ja als ehemals muslimisches Territorium gilt, das es zurückzuerobern gilt). In Nigeria kam vor zwei Wochen ein Priester ums Leben. Unbekannte hatten das Pfarrhaus angezündet und einen weiteren, vor den Flammen fliehenden Priester angeschossen. Gewalt gegen Christen, Entführungen, Ermordungen sind in Nigeria keine Seltenheit. Darüber wird in den Medien kaum je berichtet. Mehr als 5.000 Menschen wurden dort im vergangenen Jahr getötet, nur weil sie Christen waren. Mehr als 360 Millionen Christen werden weltweit verfolgt und diskriminiert, so bilanziert die Hilfsorganisation Open Doors. Christen werden in Nordkorea, Afghanistan, Jemen, sowie in Teilen Afrikas verfolgt. Es gehört viel Mut dazu, sich dort zu seinem Glauben zu bekennen.

Nur ein „kleines“ Beispiel (für die Menschen dort aber ein großes Problem): Ende Dezember 2022 kam es in einem Dorf nahe der Stadt Alexandria während Reparaturarbeiten an einer Kirche zu Übergriffen durch die muslimische Bevölkerung. Dabei wurden mehrere Christen verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden und die Arbeiten mussten abgebrochen werden. Um die Lage zu beruhigen, wurde die Schließung der Kirche angeordnet; sie ist bis heute nicht wiedereröffnet.

Bei uns herrscht Religionsfreiheit –  in Österreich traten im Jahr 2022 mehr als 90.000 Christen aus der katholischen Kirche aus.

Wenn wir nach Ägypten reisen, dann besuchen wir meist Sakkara, um die antike Totenstadt zu besichtigen. Es wird ja den  Archäologen derzeit vorgeworfen, dass sie sich von der Politik „benützen“ lassen. Sie sollen nicht so sehr forschen, sondern neue Sensationsfunde präsentieren, die dann von der Tourismusindustrie zur Steigerung der Besucherzahlen genutzt werden können.

Sicher, die Klöster in Ägypten sind nicht so alt wie die Pyramiden, aber sie sind auch ein Teil des etwas vernachlässigten antiken Erbe,  das für Christen relevant ist. Über das Jeremias Kloster habe ich nichts, als die Tatsache seiner Existenz, in den on-line Unterlagen, gefunden. 

Aber die Idee des christlichen Mönchtums, wie wir es jetzt kennen,  stammt aus Ägypten. Die Entstehung des christlichen Mönchtums in Ägypten fällt nicht zufällig mit den Christenverfolgungen von 303 bis 311 unter Diokletian und seinen Nachfolgern zusammen, als viele schon damals verfolgte Christen in die Wüste flüchteten, um am Ende der Verfolgungszeit, während der sogenannten konstantinischen Wende (311-313), festzustellen, dass sie bei ihrer Rückkehr von ihrer Familie und ihren Glaubensbrüdern als Feiglinge und Verräter beschimpft wurden. „Fliehe den Bischof und die Frau“, war deshalb die Losung dieser Mönche. Sie vertraten die Auffassung eines sogenannten unblutigen Martyriums, das nicht auf den Hinrichtungsstätten des Römischen Reiches, sondern durch die Abtötung ihrer Bedürfnisse in der Einsamkeit der Wüste erlitten wurde.

Antonius gilt als Begründer des christlichen Mönchtums. Er gründete (vielleicht um 305, während der diokletianischen Christenverfolgungen) die ersten Gemeinschaften christlicher Anachoreten, mehr oder weniger lose Zusammenschlüsse von getrennt lebenden Einsiedlern. Diese Art von Leben wurde in der „Regel des Antonius“ zusammengefasst. Dagegen entstanden durch die Initiative des Pachomios (ca. 292–346), eines jüngeren ägyptischen Eremiten, um 320-25 die ersten christlichen Klöster, in denen die Mönche gemeinsam als Koinobiten (Mönche, die im Kloster unter Regel und Abt dienen) lebten und arbeiteten.

Ein Teil der frühen Klöster in Ägypten befindet sich in der Wüste, südlich von Alexandria. Zu diesen Mönchsvätern und -müttern setzte Mitte des 4. Jahrhunderts ein regelrechter Tourismus ein; außerdem waren die Beziehungen zum Bischof von Alexandria gut und führten dazu, dass einige Mönche später in Bischofsämter aufstiegen. Im 5. und 6. Jahrhundert bevölkerten mehrere tausend Mönche diese Wüstenlandschaften (am bekanntesten: das Weiße Kloster in Atripe). Zum Schutz vor Beduinen schlossen sich Mönchssiedlungen zu Großklöstern zusammen, die typischerweise von einer hohen Mauer umgeben sind.

Über den Anteil der Christen an der ägyptischen Bevölkerung gibt es stark abweichende Zahlen. Die meisten Schätzungen gehen von 5 bis 8 Millionen aus (zwischen 6 und 10 % der Gesamtbevölkerung). Der Fischer Weltalmanach nennt eine höhere Zahl von 6 bis 15 % Kopten.

Ursprünglich bezeichnete der Ausdruck Kopten diejenigen Einwohner Ägyptens, die als ihr Idiom die ägyptische Sprache verwendeten. In römischer, byzantinischer und frühislamischer Zeit wurde das Wort ohne Rücksicht auf die Religionszugehörigkeit gebraucht. Die koptische Sprache entstand aus dem Ägyptischen im 3. Jahrhundert nach Christus. Seit der zunehmenden Arabisierung und Islamisierung Ägyptens wird der Begriff allein für Christen der koptischen Kirchen verwendet. Aufgrund von Spannungen zwischen Kopten und Muslimen, die mitunter auch in Gewalttaten islamistischer Gruppen münden, und wegen des Wunsches nach wirtschaftlicher Verbesserung sind viele Kopten ausgewandert, auch nach Österreich.

Gedanken zu „laufenden Nachrichten“