Trends aus den USA

Die von den Europäern übernommen werden, trotz unterschiedlicher Ausgangsituation.

Wir hier in Europa, übernehmen oft gesellschaftliche Trends, die in den USA entstanden sind. Vieles passt auch für uns, anderes – da wir andere kulturelle und historische Gegebenheiten haben, verkommt zum „Nachäffen“, und manchmal sogar zur Komik.

Also z.B. die „Me too” Bewegung. Es ist richtig, dass Fehlverhalten von Männern aufgezeigt und geahndet werden soll. Aber wir hier haben ein ganz anderes, m.E. viel gravierenderes Problem: die sich häufenden Femizide. Diese Morde erwecken kurz nach der Tötung großes Medienecho, aber keine „Bewegung“ entsteht, die das Thema nicht verloren gehen lassen will.

Die nächste Bewegung, die auch derzeit in den USA bestimmend ist: Black lives matter. No eh‘. Aber bei uns ist das nicht das Problem, bei uns gibt es andere Randgruppen, die marginalisiert werden. In den USA werden noch immer Afro-Americans in starkem Maße „behindert“. Das betrifft z.B. die Wahlen, in manchen Staaten kommt es zu einer Gesetzgebung, die viele Schwarze von den Wahlen ausschließt. Wir haben erlebt, dass die Pandemie die verschiedenen ethnischen Gruppen in unterschiedlichem Umfang getroffen hat. Besonders betroffen waren die armen Afro-Amerikaner. Black lives matter ist aber aufgrund von Morden entstanden, die Polizisten an Afro-Amerikanern verübt haben. Bei uns gibt es derartige Situationen nicht oder (höchstens) in Ausnahmefällen. Ich meine, each life matters, auch das von umgebrachten Frauen.

Europa ist anders und sollte auch andere Bewegungen haben, ja wir haben Fridays for future, aber sonst keine länderübergreifende EU-Bewegung.

Bei uns im Land leben wenige Afro-Europäer, ich weiß nicht einmal ob das die richtige Bezeichnung ist. Aber das N-Wort (steh hier für Ne..r und nicht für Nazi, wie ich beim Lesen eines Zeitungsartikels zuerst angenommen hatte) darf also nicht ausgesprochen oder geschrieben werden. Bei uns werden sie bestenfalls als Asylwerber besonders beobachtet, weil manche von ihnen vielleicht oder auch nicht mit Narkotika dealen. Und Schwupps, ist auch gleich das M..r -Wort „bös“ geworden. Dass – und verzeihen Sie, dass ich das jetzt ausschreibe, das Wort Mohr kommt von Mauren, aber bereits im Mittelalter wurde es verallgemeinert für Menschen mit dunkler Hautfarbe verwendet, ab dem 16. Jahrhundert zunehmend in dieser erweiterten Bedeutung. Mohr ist eine veraltete deutschsprachige Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Heutzutage wird darüber gestritten, ob Mohr als rassistische, diskriminierende Bezeichnung gedeutet werden muss. Der Begriff wird vielerorts aus Firmennamen, Produktbezeichnungen, Straßennamen etc. entfernt, z.B. wird der M..r-im-Hemd einfach nicht mehr angeboten. Schade!

 Als Kind wurde mir noch der nicht purgierte Struwwelpeter vorgelesen: „Es ging spazieren vor dem Tor/Ein kohlpechrabenschwarzer M o h r./Die Sonne schien ihm auf Gehirn, /Da nahm er seinen Sonnenschirm“. Der große Niklas sprach sich gegen die Hänseleien der anderen Buben aus: „Und laßt den Mohren hübsch in Ruh! /Was kann denn dieser Mensch dafür, /Daß er so weiß nicht ist wie ihr?“ Bestraft wurden in dieser Erzählung die hänselnden weißen Kinder, indem sie in ein Tintenfass gesteckt wurden und nun ebenso schwarz waren, wie der Mohr.

Und der von uns allen so geliebte Hatschi Bratschi wurde auch mehrmals umgeschrieben, wegen seiner rassistischen Darstellungen. Denn der böse Zauberer Hatschi Bratschi (er entführt Kinder) wird je nach Ausgabe auch als „Türke“ beschrieben.

Das Wort M..r wird seit dem Ende des 20. Jahrhunderts nur noch selten gebraucht, und wenn, dann im historischen oder literarischen Zusammenhang oder als Teil von Bezeichnungen, zum Beispiel als Wappenfigur in der Heraldik. Die Bezeichnung und das Bild des „Mohren“ fanden außerdem Eingang in zahlreiche Folgebezeichnungen, zum Beispiel im Bereich der Fauna und Flora. Bildliche Darstellungen des Mohren dienten als Unternehmenslogo und in der Werbung für bestimmte Produkte, aber auch im Rahmen unterschiedlicher Bräuche.

Seit etwa 1960 wird auf die Zwiespältigkeit des Wortes zwischen historischer Entwicklung und Verwendung als stereotype Bezeichnung hingewiesen, die eine bestimmte Vorstellung von einem Schwarzen wecke, was zu Diskussionen um dessen diskriminierenden Charakter führte. Im nördlichen Afrika lebende Menschen waren zumeist Mauren, zu einer Zeit, als das Mittelmeer noch das Mare nostrum war, und beide Seiten, der Norden und der Süden zum römischen Reich gehörten. Und es waren die höher qualifizierten Mauren, die in Spanien die andalusische Kultur schufen.

Ich hoffe nur, dass der amerikanische Wahn, den Rassismus betreffend, nicht zu uns überschwappt.  
ich denke nicht, dass man bei uns altphilologische Institute schließt, weil Perser und Römer Sklavenhalter waren, und damit Vorbild für andere Nationen wurden. Ich hoffe auch, dass in allen Opernhäusern der Welt weiterhin „die Entführung aus dem Serail“, aufgeführt wird, obwohl Seeräuber Menschen auf einem Sklavenmarkt verkaufen.

Es gibt noch eine Reihe anderer „gebotenen“ Verhaltensweisen, die nicht notwendigerweise aus den USA kommen, das Gendern, denn die englische Sprache kennt keine Geschlechter. Daher gehe ich in diesem Zusammenhang nicht darauf ein – obwohl’s mich juckt! –

Trends aus den USA

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