Familiengeschichte: eine wilde Spekulation oder Fakten?

Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch, das mir wieder einmal zeigt, wie wenig ich von der außereuropäischen Geschichte weiß. Das Buch heißt „Agent Sonya“, von Ben MacIntyre. Es is zwar ein Roman, erzählt aber eine wahre Spionage-Geschichte aus der Zwischenkriegszeit und aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen, bewege mich gerade so in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in Shanghai.  Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie es dort in er damaligen Zeit – in den ausländischen Gruppen – im Gegensatz zu der chinesischen Mehrheit zuging.

Vor allem hat mich das Engagement für die sowjetische Sache, das ja nicht nur in Shanghai damals groß war, sondern überall in Europa und den USA (Fellow Traveller) vertreten war, besonders in Deutschland, da ja da gerade Hitler und sein Faschismus groß wurden.

Und als ich da die Namen der beteiligten Journalisten las, ist mir eingefallen, dass meine Mutter öfters von einer amerikanischen Journalistin erzählt hat, die sie kennengelernt hatte. Leider habe ich damals nicht ordentlich aufgepasst (wer hat sich damals für die alten Geschichten der Eltern so besonders interessiert) und habe mir auch den Namen der Journalistin nicht vollständig gemerkt. Jetzt bilde ich mir aber ein, dass der Vornamen Dorothy gefallen ist.

Und jetzt habe ich im Internet nachgeschaut (Wikipedia sei Dank!)  und habe wirklich zwei Dorothys, Journalistinnen aus dieser Zeit gefunden. In dem oben genannten Buch angeführt ist eine Dorothy Parker, deren (leider kurze) Biographie keinen Aufenthalt in Wien enthält. Es gibt aber auch eine Dorothy – Thompson (* 9. Juli 1893, New York; † 30. Januar 1961 in Lissabon), eine amerikanische Schriftstellerin und Journalistin sowie Gründerin der „Weltorganisation der Mütter aller Nationen“ (W.O.M.A.N.). In der Zwischenkriegszeit ging Thompson als freiberufliche Korrespondentin für die Zeitungen Philadelphia Public Ledger und The New York Evening Post eine Zeitlang nach Wien.

Meine Mutter (1905 – 1990) hinwieder war von ihrer Stiefmutter schon mit 14 Jahren als „Hausmädchen“ in den „Dienst“ gegeben worden. D.h. dass sie im Haushalt dieser Familie lebte. Wo sie überall gedient hat, weiß ich leider auch nicht, aber die Rede war oft von einem „Herrn von Stein“. Da am Julius- Tandler-Platz 6 noch immer ein „Stiftungshaus – Stein“ steht, habe ich darüber einiges über die Familie Stein erfahren: Salomon Stein, 1844 in Jassy im Fürstentum Moldau (heute Rumänien) geboren, legte mit seinem 1863 in Kairo gegründeten Bekleidungsgeschäft den Grundstein für die später dominierende Stellung der Firma Stein im ägyptischen-österreichischen Bekleidungssektor. Ab 1869 in Wien nachweisbar, war er hier 1871–75 Inhaber der Fa. Salomon Stein, Produktenhändler. 1888 erhielt er mit seiner Familie die österr. Staatsbürgerschaft. Vor allem sein Sohn Doro Stein (11. 1. 1869 – 11. 12. 1940), der im neunten Bezirk am heutigen Julius-Tandler-Platz Nr. 6 1904 ein weitläufiges Verwaltungsgebäude als seine Zentrale errichtete, war es, der sukzessive in die Konfektionsbranche investierte und letztendlich zur überragenden Stellung Österreichs in diesem Bereich des Wirtschaftsaustausches mit dem Osmanischen Reich beitrug. 1888 erhielt er mit seiner Familie die österr. Staatsbürgerschaft. 1911 wurde Doro Stein mit dem Offiziers-Kreuz des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Die Kaufhäuser Steins gab es nicht nur in Kairo, sondern mit Stand 1914 noch in fünf weiteren ägyptischen Städten. Weiters verfügte Stein auch über eine Niederlassung in Saloniki. 1916 kam es zur Liquidierung des englischen Teils der Firma, während sich der österreichische Teil auf Heereslieferungen spezialisierte. Der Erste Weltkrieg und die damit verbundene neue Dominanz britischer Firmen in Ägypten hatten also den Niedergang des Warenhaus-Imperiums der Familie Stein eingeläutet, die 1938, mit der Besetzung Österreichs, zum völligen Niedergang führte. Doro Stein starb am 11. Dezember 1940.

Und während ihrer Dienstzeit im Hause Doro Stein, wo meine Mutter eine Lebensart vorfand, die ihr sichtlich sehr imponiert hat (und die sie mir später immer als vorbildlich empfohlen hat), könnte auch meine Mutter, damals Johanna Berger, diese amerikanische Schriftstellerin kennengelernt haben?

Ich weiß nicht, ob das alles eine wilde Spekulation ist, und auch, ob die Zeiten so wirklich zusammenpassen, aber leider ist heute niemand mehr am Leben, den ich befragen könnte.

Schade, dass ich nicht mehr gefragt habe!

Familiengeschichte: eine wilde Spekulation oder Fakten?

Ein virtuelles Geburtstagsfest

Mein verstorbener Mann wäre heute 89 Jahre alt geworden.

Ein Freund hat heute am Vormittag angerufen, ein anderer ein sehr liebes Mail geschickt. Ja, heute hätte mein verstorbener Mann seinen 89. Geburtstag gehabt. Ich freue mich, dass manche seiner Freunde noch an ihn denken. Eine Firma hat seinen Tod übersehen und ihm heute ein Geburtstagsmail geschickt. Tommy hatte sich so gewünscht, dass er neunzig Jahre alt würde.

Es ist aber leider bei 85 Jahren geblieben, wobei das bereits eine Gnade war, denn 25 Jahre nach seiner Gehirnblutung hat Tommy doch noch leben dürfen. Und er hat die Kraft gehabt, dennoch fast jeden einzelnen Tag davon zu genießen.

Das Feiern des Geburtstages hat er geliebt. Er hat sich über jeden Besuch, jeden Anruf gefreut, Geschenke waren ihm nicht einmal so wichtig. Es war auch schwer, mit den Geschenken, denn das, was er sich wünschte, hat er sich immer gleich selbst gekauft.  Das waren meistens Bücher. Nie ist er nach einem „Ausflug“, auch mit dem Rollstuhl, ohne neue Bücher nach Hause gekommen. Einmal konnte ich ihn mit einem Geschenk zum Geburtstag wirklich überraschen, ja sogar erfreuen. Mit einem Stehpult. Sehr gefreut hat er sich z.B. als seine Kollegen von der Zeitung „die Presse“ eine Spezialausgabe dieser Zeitung (nur für interne Zwecke) zu seinem Geburtstag zusammengestellt haben.

Sehr gefreut hat es sich immer über das Singen von „Happy Birthday“ etc. durch die Enkelkinder, am liebsten persönlich, aber auch durch das Telephon.

Aber das wichtigste an Geburtstagen war das Feiern, er hat sich gekränkt, wenn Familienmitglieder vergessen haben, ihn (zumindest) telephonisch, wenn schon nicht persönlich zu gratulieren. Runde Geburtstage (beim Älterwerden sogar „Halbrunde“) wurden groß gefeiert. Meist haben wir ein Lokal, oder einen Raum in einem Lokal (oft Heurigen) gemietet. Tommy hat akribisch die angebotenen Speisen überlegt und dann das Menü/Buffet zusammengestellt. Noch mehr Mühe machte er sich mit den Einladungslisten. Manchmal haben wir sogar Einladungskarten (natürlich beim Huber und Lerner) drucken lassen. Damals habe ich die Adressen aus seinem Kalender (dort führte man noch die Listen der Freunde und Bekannten mit Telephonnummern und Adressen) auf die Kuverts geschrieben, die wir dann verschickt haben. Tommy hat es nie gefallen, die Einladungen per Mail zu verschicken.  Manchmal wurde Tommy aber auch zu kleinen feinen Festen zu seinem Geburtstag eingeladen, von Politkern und Vertretern der Wirtschaft, da war ich dann nicht dabei, z.B. ins Palais Pallavicini.

Viele Freunde haben mich immer wieder gefragt, was sie ihm denn schenken sollten, und wunschgemäß (also den Wünschen meines Mannes entsprechend) habe ich immer gesagt: „Flüssiges Verzehrbares“, was dazu geführt war, dass es heute noch Flaschen gibt, die meinem Mann geschenkt wurden. Jetzt freuen sich meine Enkel, die teilweise bei mir wohnen, darüber).

Sein Sohn und seine Tochter waren selbstverständlich auch bei diesem Festen dabei, und mein Mann erwartete von jedem der beiden eine geschliffene Laudatio, was den beiden nicht immer große Freude gemacht hat. 

Eines von diesen Festen haben wir im Dachrestaurants des Justizpalastes gefeiert. Es war wunderschön auf das schon weihnachtlich beleuchtete Wien herunterzuschauen.  Da durften die großen Enkel schon dabei sein. Sie wurden auch den „Ehrengästen“ vorgestellt. Und einer meiner Enkel bezeichnete seine damalige Freundin (und jetzige Frau) ganz aufgeregt ob „der Ehre“, als meine „jetzige“ Freundin.

Ein anderes dieser Feste hat im Lusthaus im Prater stattgefunden, jenes zu seinem 60. Geburtstag. (Von dort ist mein Mann dann sofort zum Hofburgbrand gerast), aber es war ein Fest ganz nach seinen Wünschen gewesen, viele prominente Politiker waren gekommen.

Und im Jahr drauf, seinen 61. Geburtstag durften wir überhaupt nur ausnahmsweise feiern, denn mein Mann war nach seiner Gehirnblutung noch im Spital, er wurde im Rollstuhl ein einen Saal, den wir im AKH benutzen durften, gebracht, durfte nur ein halbes Achtel Wein trinken (also anstoßen), ein winziges Stück von der Torte kosten, denn er war auf Diät und es waren nur Familienmitglieder anwesend.  

Heute – wenn mein Mann noch leben würde, wäre er sicher empört über den Lockdown zu seinem Geburtstag und traurig, dass wir seine lieben Freunde (von denen auch schon einige verstorben sind) nicht einladen dürften, sondern schon ausladen müssten. Wahrscheinlich hätten wir dieses Fest für „zu Hause“ geplant gehabt …

Ein virtuelles Geburtstagsfest

In der Nacht vom 26. auf den 27.  November 1992 brannten die Redoutensäle der Hofburg aus

Wir sind sie bereits wieder gewohnt, die Bilder, die wir bei den Übertragungen aus dem Parlament sehen:  die Plenarsitzungen von Nationalrat und Bundesrat werden im Großen Redoutensaal der Hofburg abgehalten. Uns sind das Deckenbild und die 22 Wandbilder von Josef Mikl (gemalt 1992–1997) schon fast vertraut. (Mir haben sie anfänglich nicht gefallen, ich fand, dass sie nicht in diesen „ehrwürdigen“ Saal passten.) Eigentlich beachten wir den Saal, jetzt mit Plexiglaswänden für die einzelnen Abgeordneten ausgestattet, kaum, wir hören doch nur zu und beobachten die handelnden Personen. 

Ich habe noch den „alten Saal“ gekannt. Nein, nicht den ganz alten, aber jenen der bis zum Brand der Hofburg 1992 bestand. Dort fanden nach dem Krieg hinreißende Mozartopernaufführungen statt, als die Oper am Ring noch restauriert wurde. Aber dabei hat man den Saal an sich auch nicht besonders beachtet. Ich war auch noch bei einem Kaffeesiederball dort, und habe an einem Elmayer-Kränzchen mit meiner Enkeltochter teilgenommen.

Auch im Fernsehen habe ich den Saal gesehen:  bei dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident John F. Kennedy und UdSSR-Präsident Nikita Chruschtschow 1961. Und bei dem hier am 18. Juni 1979 von Jimmy Carter und Leonid Breschnew unterzeichneten Rüstungsbegrenzungsabkommen SALT-II.

Lange vor meiner Zeit konnte man dort die Uraufführung von Beethovens 8. Symphonie, Franz Liszt und Josef Strauss erleben.

Es war Maria Theresia, die ein Opernhaus aus dem 17. Jahrhundert umbauen ließ und damit die Redoutensäle geschaffen hat, gleichsam die Tanz- und Konzertsäle par excellence. Die Redoutensäle wurden immer wieder umgestaltet, etwa durch Verspiegelung der Fenster, Stuck und Goldleisten an der Decke oder die Einleitung der Elektrizität. 1973 baute man die Säle zu einem Kongresszentrum um.

In der Nacht vom 26. auf den 27. November 1992 entstand in der Hofburg ein Großbrand im Bereich der Redoutensäle am Josefsplatz. Es war die Nacht vor dem 60. Geburtstag meines Mannes, viel war er nicht zu Hause, in dieser Nacht.

In der Nacht auf den 27. November 1992 war ein Wachmann in der Wiener Hofburg auf seinem Rundgang, der ihn auf den Dachboden oberhalb der Redoutensäle führte. Zunächst bemerkte er Rauch, durch einen Schlitz der Aufhängung der großen Kristallluster in der Decke sah er Feuer. Mit einem Kollegen gab der junge Wachmann gegen 1.10 Uhr Alarm, zeitgleich schlug ein Rauchmelder in einer etwas von den Redoutensälen entfernten Dolmetscherkabine an. Drei Minuten später trafen die ersten Löschfahrzeuge ein. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass es der Beginn eines der größten Einsätze der Berufsfeuerwehr Wien nach dem Zweiten Weltkrieg werden sollte.

Die Ursache wurde nie geklärt. Als mögliche Auslöser gelten ein elektrischer Defekt oder glosende Zigarettenreste. Die Redoutensäle wurden zerstört, die angrenzende Nationalbibliothek blieb gerade noch verschont, ebenso der Präsidententrakt und die Schatzkammer.

Zu Beginn des Einsatzes tobte im Inneren des Redoutensaal-Traktes bereits das Feuer. Damals gab es in diesem Teil der Hofburg keine Brandabschnitte, so konnten sich die Flammen nahezu ungehindert ausbreiten. Brennbares Material in Form von Holz war in den Geschoß- und Zwischendecken sowie im Dachstuhl reichlich vorhanden. Nach außen hin war fast nichts zu bemerken. Grund dafür waren Fenster, die keine waren: Etwa einen halben Meter hinter den Glasscheiben befand sich die Holzverschalung des fensterlosen Redoutensaals. Kein Feuerschein, kaum Rauch drang aus dem Gebäude. Erst als die Verschalung verbrannt war und die Flammen bis zum Dach reichten, war das Ausmaß zu erahnen.

Erst als der Dachstuhl einstürzte, konnte die enorme Hitze aus dem Gebäude entweichen, starker Westwind trieb aber bis zu faustgroße Glutstücke Richtung Innenstadt. Der Prunksaal der Nationalbibliothek, die Schatzkammer und die Spanische Hofreitschule, aber auch nahe liegende Häuser waren gefährdet. 69 Lipizzaner wurden zum Teil mit Hilfe von Passanten in den Volksgarten gebracht. 240 Polizisten bildeten eine Kette und schafften mehr als 10.000 wertvolle Bücher aus der Nationalbibliothek. Erst gegen 6.00 Uhr war der Brand unter Kontrolle.

Insgesamt waren bis zum “Brand aus” fast 400 Feuerwehrleute mit etwa 50 Fahrzeugen aus dem gesamten Stadtgebiet im Einsatz, dazu kam Unterstützung von Freiwilligen Feuerwehren aus Wien und Niederösterreich, die auch halfen, die verwaisten Wiener Feuerwachen zu besetzen. Die umfangreichen und gefährlichen Nachlöscharbeiten dauern bis 28. November 1992.

Die Redoutensäle wurden bei dem Brand schwer beschädigt. Die Kosten für die Restaurierung beliefen sich auf insgesamt 840 Millionen Schilling (61 Mio. Euro). Die Fassade des Hofburgtraktes blieb unangetastet, innen wurden jedoch nicht nur die Säle wiedererrichtet. Auch der Dachraum wurde völlig neugestaltet und ein Konferenzraum für rund 1.000 Personen eingerichtet.

Der barocke Kleine Redoutensaal, wo 80 Prozent der alten Bausubstanz das Feuer überstanden, wurde detailgetreu rekonstruiert. Beim Großen Saal war das nicht möglich gewesen.

Am 26. Oktober 1997, also knapp fünf Jahre nach dem verheerenden Feuer, wurden die Redoutensäle wiedereröffnet.

In der Nacht vom 26. auf den 27.  November 1992 brannten die Redoutensäle der Hofburg aus

Goldener Sonntag statt Black Friday 2021

Heuer spielt sich die Einkaufsschlacht am Black Friday ausschließlich im Internet ab. Mir tun die Händler leid. Aber dafür dürfen sie am letzten Adventsonntag aufsperren. Einkaufssonntage, die gab es schon lange nicht mehr. Früher nannte man diesen Tag: Goldenen Sonntag (den Sonntag davor den Silbernen Sonntag).1893 war der Goldene Sonntag in Wien eingeführt worden. Der letzte Goldene Sonntag – ebenso wie der letzte Silberne Sonntag – fand in Wien zur Weihnachtszeit 1960 statt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, denn meine Schwiegermutter betrieb zwei Parfümerien, eine davon in der Belvedere Gasse. Für sie war der Advent mit den offenen Sonntagen eine große Herausforderung, denn an diesen Tagen machte sie die höchsten Umsätze. Dennoch versuchte sie alles für ein großes Weihnachtsfest für die Familie vorzubereiten.  Ich fand es gut, als der Silberne und Goldenen Sonntag abgeschafft wurde, die Samstage blieben ja offen.  Aber – heuer – nach dem Lockdown (hoffentlich), finde ich den Goldenen Sonntag erfreulich.

Aber nun zum Black Friday:

Dazu habe ich schon zweimal geschrieben:

Nun kurz zur Geschichte des Goldenen Sonntags:

1893 war er schließlich so weit: Anfang Dezember wurde die Verordnung über die Sonntagsruhe für den Sonntag vor Weihnachten außer Kraft gesetzt. Dem Handel war es somit gestattet, bis 7.00 Uhr abends Geschäfte zu machen. Dass dies unbedingt notwendig sei, wurde so begründet: „Die Mehrheit entschließt sich erst im letzten Augenblicke und so kommt es, dass, je näher das Fest heranrückt, desto stärker der Andrang in den Geschäften wird.“

Zeitungen berichteten darüber: „Ein unbeschreibliches Gewühl herrschte auf dem Kohlmarkt, Graben und in der Kärntnerstraße. In dieser Straße war es in den Abendstunden stellenweise schwer, weiter zu kommen; die Wagen bewegten sich nur im Schritt vorwärts. (…) aus den Bezirken und den alten Vororten waren Tausende in die Stadt gezogen, um die Herrlichkeit der glänzend erleuchteten Auslagen zu bewundern. Das Gewühl dauerte bis gegen 7 Uhr abends (…) Nicht bloß in der Inneren Stadt, wo in einzelnen großen Niederlagen ein bedeutender Umsatz erzielt wurde, sondern auch in den Bezirken hat sich der ‚goldene Sonntag‘ glänzend bewährt, denn tatsächlich haben viele Geschenkekäufer den freien Tag abgewartet, um ihre Auswahl zu treffen.

Daher blieb der Goldene Sonntag von 1893 – selbst nach Einführung des Sonntagsruhegesetzes von 1895 – keine Ausnahme. Oft wurden Erfolg oder Misserfolg des Handelstags mit dem Wetter in Verbindung gebracht. Gab es mildes, freundliches Wetter, lockte es „ungezählt Tausende“ zum Einkauf. War das Wetter schlecht, konnte der Sonntag höchstens als „leichtvergoldeter Sonntag“ bezeichnet werden oder war gar „ein recht trauriger Goldener Sonntag“.

Auch 1914 war die Stimmung mehrheitlich noch gut. Dabei wurde schon auf sogenannte „Liebesgaben“ für Soldaten im Feld wurde mittels Feldpostsendungen geachtet. 1918 sind in der Berichterstattung über den Goldenen Sonntag Ernüchterung, Wehmut, Melancholie und sogar Galgenhumor spürbar. Die Lage blieb auch in den Folgejahren unstet. 1928 wurde der Goldene Sonntag (noch) mehrheitlich positiv bewertet. Als einen Goldenen Sonntag „der Billigkeit und der gesunkenen Kaufkraft der breiten Schichten der Bevölkerung“ sah man bereits den Einkaufstag des Krisenjahres 1929. Es wurde ein Weihnachtsfest der schweren wirtschaftlichen Depression und der schrecklichen Arbeitslosigkeit prognostizierte. In der Geschäftswelt wurde mit Preisreduzierungen um Kunden geworben. Einer schleppenden Erholung in den 1930er Jahren folgte mit dem Zweiten Weltkrieg die nächste Katastrophe. Inzwischen gab es – vermutlich seit 1933 – auch einen Kupfernen Sonntag, der den dritten Einkaufssonntag vor Weihnachten bezeichnete. Allerdings dürfte sich dieser Einkaufstag nicht als fixe Größe im Weihnachtsgeschäft etabliert haben.

Das erste Weihnachtsfest nach dem Krieg spiegelt die triste wirtschaftliche und soziale Not wider. Es gab einfach nichts, das man hätte kaufen können.  Der Handel war auf ein Minimum an Gütern reduziert. Bereits am 20. Dezember 1949 ging es in der Mariahilfer Straße zeitweise ausgesprochen lebensgefährlich zu. Jeder Käufer musste sich drängen und quetschen, er musste schieben und sich schieben lassen, um vorwärts zu kommen. Aber nicht nur dort, auch in anderen Geschäftsstraßen der Stadt herrschte reger Einkaufsbetrieb. Besonders begehrte Artikel damals Nylons (Strümpfe) und Pelzschuhe: Wer Strümpfe anzubieten hatte, machte an diesem Goldenen Sonntag das beste Geschäft. Der Wirtschaftsaufschwung der nächsten Jahre machte den Goldenen Sonntag rasch wieder zu einer neu belebten Selbstverständlichkeit im Weihnachtsgeschäft.

Der letzte Goldene Sonntag – ebenso wie der letzte Silberne Sonntag – fand in Wien zur Weihnachtszeit 1960 statt. Als Ersatz für die verkaufsfreien Sonntage wurden in Wien 1961 die vier Samstage vor Weihnachten zu „langen“ Einkaufssamstagen.

Vielleicht erinnern Sie sich – in dem Zusammenhang – auch um den Kampf um den 8. Dezember als Einkaufstag.

Und heuer – 2021?

Goldener Sonntag statt Black Friday 2021

4. Lockdown: Ich muss mich selbst äußerln führen, da ich keinen Hund habe.

Heute wäre ich gerne in ein Museum gegangen. Nix da – Lockdown. Also überlegte ich, was ich sonst tun könnte. Also, ich habe gehört, dass es rund um das Wien Museum, das ja derzeit umgestaltet wird, interessante Schautafeln zu sehen wären. Schnurstracks begab ich mich dorthin, ein Teil der Schautafeln sagt etwas über den Umbau aus, der Rest der Tafeln: ist nicht zu sehen, denn der Weg daran vorbei – ist abgesperrt. Sch…ss-Lockdown.

Also gehe ich durch die jetzt trostlosen Standeln des Christkindlmarktes vor der Karlskirche – der sonst eher zu den netteren dieser Sorte gehört hat, mit hübschen Dingen die man kaufen konnte, mit einem Streichelzoo für Kinder etc. Finster ist es jetzt dort. Dann komm ich noch bei der geschlossenen Albertina Modern vorüber und am geschlossenen Künstlerhauskino. Sch…ss-Lockdown.

Ich erinnere mich, dass es eine Outdoor Ausstellung neben dem Burgtor gibt, der Weg ist nicht weit, ich werfe noch einen Blick auf den ebenso gesperrten Weihnachtsmarkt zwischen den Museen, am Maria-Theresia-Platz. Naja, ich denke an all die Standler, die eingekauft haben, um alles für die Kunden bereitzustellen. Lebensmittel werden sie entweder verschenken oder wegwerfen müssen, anderes einfach wegpacken – und auf die nächsten Weihnachten hoffen. Aber die Kreditrückzahlungen für die gekaufte Ware werden dann ab Jänner zu laufen beginnen.

Jetzt bin ich beim Burgtor angekommen, aber die Schautafeln sind nicht einzeln beleuchtet, man ist nur auf das Licht der dort üblicherweise dort stehenden Laternen angewiesen. Und das reicht nur für wenige Tafeln, Hinterseiten sind komplett unlesbar. Da wäre es doch sinnvoll, jetzt, in der finsteren Jahreszeit Beleuchtungen an jeder dieser Tafeln anzubringen, denn die Schrift ist teilweise sehr klein. Es geht um „letzte Orte in Wien vor der Deportation”: Ausstellung zu Wiener NS-Sammellager. Wenn man die Texte nicht lesen kann, dann muss man’s lassen: Also eigentlich wieder nix.

Langsam wird mir kalt, jetzt wäre es nett in eine Konditorei oder ein Caféhaus zu gehen und eine heiße Schokolade vielleicht sogar mit Schlagobers zu trinken. Aber selbst, wenn es sie gäbe: eine heiße Schokolade „to go“ geht doch gar nicht.

Also schaue ich noch zu den Schautafeln bei den beiden Ersatz-Parlamentsgebäuden auf dem Heldenplatz. Dort sind noch immer die Texte über das Ehrenamt angebracht, aber die habe ich schon im Sommer gesehen. Es sind wenige Fenster dieser Gebäude beleuchtet – haben die dort Arbeitenden nichts zu tun?

Naja, traurig schaue ich zu den zwei geschlossenen Museen hinüber, un begebe ich durch die fast leere innere Burg und durch den Burggarten nach Hause. Ich schau zur geschlossenen Albertina hinauf, und überlege, was ich mir alles hätte anschauen können – ja, wenn nicht Lockdown wäre. Es sind nicht sehr viele Leute unterwegs, aber einige mit ihren Hunden, die sie äußerln führen.

Ich habe mich halt selbst äußerln geführt, das darf ich grad noch. Sch…ss-Lockdown.

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4. Lockdown: Ich muss mich selbst äußerln führen, da ich keinen Hund habe.

Maria Christina von Österreich – Regentin von Spanien

Gestatten Sie mir – ausnahmsweise – auf eine bedeutende Frau hinzuweisen, besonders da sie aus Österreich kommt und denselben Vornamen wie ich trägt. Und, am 25.November 1885 wechselte nach dem Tod des spanischen Königs Alfons XII. die Regentschaft auf seine schwangere Ehefrau Maria Christina von Österreich über. Die Königin bleibt im Amt, bis 1902 ihr gemeinsamer Sohn Alfons die Macht übernehmen kann.

Maria Christina, von ihrer Familie Christa genannt, wurde als Tochter Erzherzog Karl Ferdinands, des zweiten Sohnes Erzherzog Karls, und seiner Frau Elisabeth Franziska Maria von Österreich geboren. Damit war sie eine Urenkelin von Kaiser Leopold II. Es geht um Erzherzogin Maria Christina Désirée Henriette Felicitas Rainiera von Habsburg-Lothringen (span. María Cristina de Habsburgo-Lorena, * 21. Juli 1858; † 6. Februar 1929), kaiserliche und königliche Prinzessin, Erzherzogin von Österreich, sie war war die zweite Frau von König Alfons XII. von Spanien, Mutter von König Alfons XIII. und Regentin von Spanien von 1885 bis 1902.

Ihre Jugend verbrachte Maria Christina in Wien am Hof von Kaiser Franz Joseph I. und erhielt eine katholisch geprägte Erziehung. Sie war sehr gebildet und erwarb etwa in Sprachen, Literatur und Geschichte große Kenntnisse. Sie lernte ihren späteren Mann Alphons (damals noch nicht XII) schon sehr früh in Wien kennen, dieser verliebt sich in eine andere und heiratete diese dann auch. Maria Christina sah ihre Hoffnungen enttäuscht und übernahm 1878 das ehrenvolle Amt einer Äbtissin des 1755 von Maria Theresia gestifteten adligen Damenstifts der heiligen Theresa auf dem Hradschin in Prag, ohne allerdings geweiht zu werden.

Da die erste Gattin Alfons’ XII. nach nur sechsmonatiger Ehe starb, musste der spanische König sich trotz seiner Trauer zur Sicherung der Thronfolge rasch wiederverheiraten. Alfons verliebte sich nicht in die für ihn ausgesuchte Braut Maria Christina (damals 21). Sie liebte ihren Gatten wohl sehr und schenkte ihm drei Kinder, litt aber unter seiner oftmaligen Untreue. Mit viel Selbstbeherrschung zügelte sie ihre Eifersucht. Aber von der Politik hielt Maria Christina sich zu Lebzeiten Alfons’ XII. weitgehend fern.

Die damals in Spanien erst am Beginn stehende Arbeiterbewegung hatte anarchistische Züge. Es wurden Attentate auf die Herrschenden versucht, die aber fehlschlugen. Aber es war Tuberkulose, die am 25. November 1885 den Tod des erst 27-jährigen Alfons XII. verursachte. Er war mit Maria Christina nur sechs Jahre verheiratet gewesen und hinterließ sie, zum dritten Mal schwanger, als Witwe. Die junge Herrscherin übernahm nun verfassungsgemäß zuerst für ihre älteste Tochter Maria de las Mercedes die Regentschaft. Sie sah sich der schwierigen Aufgabe gegenüber, trotz ihrer durch Schwangerschaft, politischer Unerfahrenheit und Stellung als Ausländerin erschwerten Situation die nach der Thronbesteigung ihres Gemahls begonnene, aber noch keineswegs gesicherte Stabilisierung der innenpolitischen Lage Spaniens weiter voranzutreiben. In Kooperation mit den führenden Staatsmännern bewältigte sie diese heikle Situation dennoch souverän, so dass sie im Land bald geachtet und beliebt war. Die Geburt ihres Sohnes am 17. Mai 1886 sicherte die Fortdauer der Monarchie. Er wurde sofort als Alfons (XIII.) zum König ausgerufen und seine Mutter blieb weitere 16 Jahre Regentin. In dieser Zeit konnte sie im Wesentlichen eine innere Konsolidierung Spaniens erreichen, den außenpolitischen Abstieg aber nicht verhindern.

Die bedeutenden Befugnisse, die Maria Christina aufgrund der Verfassung von 1876 besaß, setzte sie klug und taktvoll ein und erwarb sich große Autorität. Sie hatte das Recht, die Legislative gemeinsam mit den Cortes auszuüben und diese Ständeversammlung einzuberufen und aufzulösen. Nur mit ihrer Zustimmung konnten Gesetze in Kraft treten. Außerdem besaß sie Exekutivgewalt. Sie mischte sich aber wenig in die Tagespolitik ein. Durch das Einvernehmen der beiden größten Parteien untereinander und mit der Regentin wurde Putschversuchen durch republikanische Anhänger vorgebeugt und Ende der 1880er Jahre erreichte Maria Christina auch ein Abkommen mit dem karlistischen Thronprätendenten Don Carlos (VII.). Regen Zulauf erhielt der Anarchismus, insbesondere in Katalonien. Ein aus dieser Szene stammender Attentäter ermordete den Ministerpräsidenten 1897. Um dem Anarchismus den Boden zu entziehen, suchte Maria Christina gemeinsam mit den parlamentarischen Regierungen, den sozialen Standard zu heben und das Bildungssystem zu fördern, was allerdings aufgrund mangelnder Geldmittel nicht sehr weit gedieh. Eine neue Blüte erfuhr aber das kulturelle Leben Spaniens.

Der Verlust der letzten Überseekolonien nach dem verlorenen Krieg gegen die Vereinigten Staaten (1898) wurde in Spanien als Katastrophe betrachtet, gefährdete den Fortbestand der bereits gefestigten Monarchie aber nicht.

Generell verfolgte die Regentin eine vorsichtig-defensive und neutrale Außenpolitik, da Spanien keine Großmacht mehr war. 1886 wurden im Küstengebiet Nordwestafrikas militärische Operationen begonnen, deren Ausweitung zu teuren und blutigen Kriegen Maria Christina Grenzen zog.

Maria Christina galt als agile, ja für die damalige Zeit geradezu wagemutige Frau. Im Mai 1902 übergab Maria Christina die Regierung an ihren mit einem Alter von 16 Jahren nun volljährigen Sohn. Als erfahrene Beraterin ihres Sohnes hatte sie an mancherlei seiner Entscheidungen Anteil. Maria Christina musste miterleben, wie Spanien unter der Regierung ihres Sohnes in eine tiefe Krise geriet. Sie trug aber dazu bei, dass das Land während des Ersten Weltkrieges neutral blieb.

Maria Christina starb plötzlich am 6. Februar 1929 im Alter von 71 Jahren an Angina Pectoris. Mir erscheint sie als sehr tapfere, tatkräftige Frau, die sich den Herausforderungen stellte und mit Klugheit zu Lösungen beitrug.

Sie könnte vielen von uns ein Vorbild sein.  

Maria Christina von Österreich – Regentin von Spanien

Besuche machen Freude – und Kranke benötigen sie zur Heilung

Etwas ganz Neues! Jetzt ist Lockdown.  Ja, aber viele von uns haben damit leben gelernt. Ein gutes Beispiel sind die Blumenhändler: alles, was man da so ins Freie stellen kann (Adventkränze, Barbarazweigerl, Zyklamenstöckerl, vergoldete und versilberte Krampusruten etc. etc.) steht auf Stellagen vor dem Geschäft. Der Kunde sucht etwas aus, der Besitzer/Verkäufer kommt zur Tür, deren untere Hälfte etwas verbarrikadiert ist, der Kunde zahlt und dem Lockdown ist Genüge getan.

Aber es gibt auch ganz andere Fälle, von denen ich eine gestern im Mittagsjournal gehört habe, und da es Parallelen zu meiner eigenen Geschichte gibt, hat mich dieser Fall – und es kann kein Einzelfall sein – besonders berührt, ja, fast erschüttert.

Es geht um die Besuchszeit in Spitälern.

Die Dame berichtete, dass ihr Mann vor einiger Zeit einen Schlaganfall erlitten hatte und sich jetzt in Spitalsbehandlung befindet, um seine früheren Fähigkeiten, soweit als möglich wieder aufzubauen und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit zu erlangen. Er hat unter anderem auch einen Sprachverlust erlitten.   Als er nun erfuhr, dass aufgrund des Lockdowns Besuche auf nur einmal pro Woche eine Stunde beschränkt werden, brach er fast zusammen und hat alles „wieder neu Erlernte“ „vergessen“ – es musste mit der Behandlung von vorne wieder begonnen werden, wobei der Mann verzweifelt war, weil ihm die Unterstützung seiner Frau fehlte. Diese – bereits drei Mal geimpft, täglich getestet, war vorher täglich zu ihm ins Spital gekommen und hatte ihn bei seinem „Wiedererlernen“ kräftig unterstützt.

Das Ergebnis des Lockdowns: das Ehepaar hat sich entschlossen, den Mann aus dem Spital zu nehmen und nach Hause zu bringen, obwohl dort selbstverständlich die Pflegekräfte und vor allem die dringend benötigten Therapeuten – Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden etc. (besonders im Lockdown) nicht zur Verfügung stehen. Daher wird die gesundheitliche Wiederherstellung der Selbstständigkeit des Patienten wesentlich verzögert und behindert.

Mich hat das deshalb besonders berührt, da ich mich in den  Jahren 1962/1963 in einer ähnlichen Situation (ohne Lockdown), wie sie diese Dame geschildert hat, befand.  Mein Mann hatte eine massive Gehirnblutung erlitten, konnte anfangs auch nicht sprechen und war halbseitig gelähmt.  Ich hatte ihn in der Rettung begleiten dürfen und dann im Spital, anfangs Wiener Neustadt mit Ausnahme der Untersuchungszeiten bei ihm bleiben. Schon dorthin kam die Familie meiner Tochter. Er lag dann verhältnismäßig kurze Zeit nach einer Gehirnoperation auf einer Intensivstation im AKH, wo wir ab dem zweiten Tag täglich, wenn auch nur kurz besuchen durften. Auf der Neurologie durfte ich täglich längere Zeit (bis zu 4 Stunden) am Wochenende und Feiertagen fast den ganzen Tag bei ihm sein. Es kam die Familie mit den Kindern, es kam täglich sein bester Freund, es kamen viele Freunde, es kamen die Kollegen aus „seiner“ Zeitung … Ich musste die Besuche regeln, damit nicht zu viele Personen gleichzeitig bei ihm waren. Einer der Höhepunkte dieser Zeit war der Besuch unseres Enkels, er war damals so zwei Jahre alt, genoss es riesig auf dem „Galgen“ im Bett zu schaukeln, wenn mein Mann „heraußen“ (also außerhalb des Bettes) sitzen durfte, und bemerkte „Opa wieder lacht“. Die Familie meines Sohnes brachte ein „Gschirrl“ mit Griesnockerln. Meine Schwiegertochter machte hervorragende Griesnockerl, eine der Lieblingsspeisen meines Mannes.

Man Mann hatte seine Scham über seinen Zustand – Bewegungsprobleme, Sprachprobleme, „im Nachthemd im Bett“ überwunden und freute sich über den Besuch jedes einzelnen. Diese Besuche – beständig jene der Familie und seines Freundes, sporadisch der anderen, waren ungeheuer wichtig, für den körperlichen Aufbau (der Wunsch, sich nicht gehen zu lassen), und für das psychische Gesundbleiben. Denn Depressionen sind nicht unübliche Begleiter nach Schlaganfällen und Gehirnblutungen. Davor konnte mein Mann durch diese regelmäßigen Besuche bewahrt bleiben.

Meinem Mann waren noch weitere 25 Jahre geblieben, die er dank dieser Behandlungen im Spital, in Reha-Kliniken, zwar eingeschränkt, aber sehr aktiv, weiterleben durfte. Ja, er war dann öfters mit diversen Problemen immer wieder in verschiedenen Spitälern. Besuche waren bei allen Krankenhausaufenthalten meines Mannes wichtig.   Früher durften begleitende Angehörige nicht in Reha-Kliniken wohnen (das hat sich jetzt drastisch geändert – und das ist gut so). Immer, wenn ich mich verabschieden musste, sei es aus dem Spital oder der Reha-Klinik sagte mein Mann bei der Verabschiedung – „wann kommst Du wieder“?

Selbst bei seinem letzten Aufenthalt in der Intensivstation des „alte“ Floridsdorfer Spitals durfte ich meinen Mann täglich ab ca. 15 Uhr besuchen – und bleiben. Alle – die Kinder und Schwiegerkinder, die Enkel die engen Freunde – alle durfte er noch sehen. Und meine Tochter und ich durften bis zu seinem letzten Atemzug bei ihm bleiben.

Ich bin dankbar!

Besuche machen Freude – und Kranke benötigen sie zur Heilung

Am 24.11.1963: Ermordung des angeblichen Mörders vom John. F. Kennedy

Ein Schockerlebnis – für Amerikaliebhaber

Es ist eines der Bilder aus turbulenten Zeiten, das man nicht so schnell vergessen wird. Gerade erst war bei einem Attentat John F. Kennedy, der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika am 22. November 1963 in Dallas durch zwei Gewehrschüsse ums Leben gekommen. Schon das hatte nicht nur die amerikanische Bevölkerung, sondern auch die Menschen weltweit erschüttert. Jeder, der damals lebte, weiß bis heute, wo er von diesem Attentat erfahren hatte. Jack Kennedy und seine Frau Jackie, wie sie genannt wurden, waren damals ungeheuer populär. Ihre Schwächen, die später ans Licht kamen, beeinflussten unsere Meinung damals nicht.

Das Attentat polarisierte die Öffentlichkeit nachhaltig: Die Mehrheit der Amerikaner geht davon aus, dass Kennedy Opfer einer Verschwörung wurde; nach wie vor werden einige Verschwörungstheorien in Betracht gezogen. Historiker vertreten überwiegend die Einzeltäterschaft Oswalds. Die Aufklärung des Mordfalls wurde von Anfang an von Pannen, Versäumnissen und Fehlern der Ermittlungsbehörden, Ärzte und Untersuchungskommissionen beeinträchtigt.

Dennoch war bald „der Mörder“ Kennedys gefunden: aus den Fingerabdrücken des Gewehrs, das im 5. Stock des Schulbuchdepots in Texas gefunden wurde, konnte Lee Harvey Oswald identifiziert werden.  Oswald wurde vom FBI und der Polizei von Dallas in deren Hauptquartier unter insgesamt chaotischen Umständen vernommen: Reguläre Protokolle wurden nicht angefertigt, außerdem hatte die Presse weitgehend freien Zutritt ins Polizeigebäude. Polizeichef Jesse Curry wollte damit Gerüchten entgegentreten, Oswald werde im Polizeigewahrsam misshandelt. Nicht nur die Beamten, auch Oswald hatte die Gelegenheit, vor der Presse zu sprechen. Hier wie auch bei den Vernehmungen stritt er jede Verwicklung in den Mord an Kennedy ab und erklärte, er solle zum „Sündenbock“ gemacht werden.

Weil zu befürchten war, dass man bei weiterer intensiver Berichterstattung der Presse keine unvoreingenommenen Geschworenen mehr finden könne, die noch nichts über den Fall wussten, wurde beschlossen, Oswald ins Bezirksgefängnis von Dallas zu überstellen. Obwohl es bereits Morddrohungen gegeben hatte, wurde der Termin mit der gleichen Großzügigkeit gegenüber der Presse bekannt gegeben wie die ersten Verhöre. Der Transfer verzögerte sich jedoch, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Fahrzeug zu klein war, um auch die Wachen aufzunehmen. Eine weitere Verzögerung ergab sich, weil Oswald gebeten hatte, seinen Pullover mitnehmen zu können. Am 24. November 1963 um 11:21 Uhr betraten schließlich die Wachen mit ihm die Garage im Tiefgeschoss des Polizeihauptquartiers, fast genau gleichzeitig mit Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer aus Dallas mit Verbindungen zur Mafia, der wenige Augenblicke zuvor unkontrolliert ins Gebäude gelangt war. Mit den Worten: „Du hast meinen Präsidenten getötet, du Ratte“, feuerte Ruby vor laufenden Fernsehkameras auf Oswald. All dies erfolgte live vor den Fernsehkameras. Oswald wurde mit Bauchschuss ins Parkland Memorial Hospital gebracht, wo er kurz darauf an inneren Blutungen starb.

Wir – mein Mann und ich hatten damals schon ein Fernsehgerät – waren fassungslos, dass derartiges in „unserem Amerika“ (wir hatten beide dort studiert) „heute“ passieren konnte. Die Szene erschien uns wie aus einem Gangsterfilm entnommen.

Ruby wurde im März 1964 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Er starb im Januar 1967 an einer Lungenembolie. Über seine Motive machte er unterschiedliche Angaben. Kurz nach seinen Schüssen auf Oswald soll er nach Zeugenaussagen erklärt haben, er habe geschossen, um der von ihm verehrten Jackie Kennedy eine Zeugenaussage im Prozess zu ersparen und weil er den Verdacht, hinter der Ermordung des Präsidenten stecke eine jüdische Verschwörung, entkräften wollte: Die hetzerische Anzeige des selbsternannten „Ermittlungsausschusses“ hatte nämlich unter anderem einen jüdisch klingenden Namen getragen.

Jack Ruby (* 25. März 1911 als Jacob Leon Rubenstein; † 3. Januar 1967) wurde als Kind polnisch-jüdischer Einwanderer geboren. Er lebte mit seinen sieben Geschwistern bei Pflegeeltern. Schon früh geriet er in kriminelle Machenschaften und beteiligte sich an gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Mitgliedern des nationalsozialistischen Amerikadeutschen Bundes. Während der 1950er Jahre wurde Ruby wiederholt festgenommen, unter anderem wegen Streitereien mit Kunden, wegen Verstößen gegen die Sperrstunde und das Waffengesetz und wegen tätlichen Angriffs. Hierfür musste er einmal eine Geldbuße zahlen, ansonsten hatte er keine Vorstrafen. Angehörige der Polizei von Dallas bestach er, indem er sie in seine Clubs einlud oder nebenberuflich als Rausschmeißer beschäftigte. 1959 nahm das FBI Kontakt mit ihm auf, um ihn als Informanten anzuwerben. Ruby kooperierte, da er aber keine Informationen hatte, die von irgendeinem Interesse gewesen wären, wurde die Zusammenarbeit eingestellt.

Unser damals sehr idealisiertes Amerikabild wurde durch diese hässliche Szene in der Garage des Polizeitiefgeschosses in Dallas, Texas am 24. November 1963 nachhaltig erschüttert.

Am 24.11.1963: Ermordung des angeblichen Mörders vom John. F. Kennedy

Ein paar Notizen zu Nussdorf

Welchem Wiener, welcher Wienerin geht nicht das Herz auf, wenn der Name „Nussdorf“ fällt. Denn entgegen touristischen Erwartungen gehen viele von uns lieber nach Nußdorf als nach Grinzing („zu touristisch“) z.B. zum Heurigen. Und Nußdorf grenzt auch noch an die Donau, und hat demnach auch einen Hafen.  Seit dem 16. Jahrhundert war er der wichtigste Donauhafen Wiens, da die dahinterliegende Schifffahrtsrinne sehr schmal war. Waren wurden hier von größeren Schiffen und Flössen auf kleinere Schiffe oder Wagen umgeladen und nach Wien gebracht. Da sich die Händler länger in Nussdorf aufhielten, entstanden auch zahlreiche Gaststätten und Herbergen, eine Mautstelle wurde 1675 eingerichtet. Handels- und Umschlagsplatz war der heutige Nussdorfer Platz, gehandelt wurden besonders Getreide, Salz, Tiere und Tierprodukte, Obst sowie Ton- und Holzwaren. Durch die Donauregulierung 1870–1875 verlor der Hafen aber über Nacht seine Bedeutung. Der flussaufwärts beim Kahlenbergerdorf angelegte Kuchelauer Hafen erlangte nie eine annähernde Bedeutung. Heute dient der Hafen auch als Anlegestelle für Kreuzfahrt- und Ausflugschiffe auf der Donau.

Und ein architektonisches Prunkstück befindet sich gleich daneben: Die Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage (errichtet zwischen 1894 und 1899) und das Kaiserbadwehr waren die einzigen wasserbautechnischen Bauwerke, die für die Verwirklichung des geplanten Hafens im Donaukanal in die Realität umgesetzt wurden. Hier zweigt der Donaukanal von der Donau ab. Otto Wagner erstellte die Pläne für die architektonische Gestaltung des Wehrs mit der Schemerlbrücke (auch als Löwenbrücke bekannt). Unterhalb des Wehrs wurde ohne außen sichtbare Veränderung das Kraftwerk Nussdorf errichtet. Seit April 2017 können Fische mittels einer Fischtreppe das Wehr überwinden.

Nussdorf liegt beiderseits des Nussbachs (Schreiberbach) an dessen Mündung in den Donaukanal und südseitig des Nussberges. Es war bis Ende 1891 eine eigenständige Gemeinde und ist heute ein Stadtteil Wiens im 19. Wiener Gemeindebezirk, Döbling, sowie eine der 89 Wiener Katastralgemeinden. Die urkundlichen Belege weisen eindeutig auf „Dorf, wo Nussbäume wachsen“ hin. Der Name des Ortes Nussdorf leitet sich also von den zahlreichen Walnussbäumen und Haselnusssträuchern ab. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden im Ort Nussbaumalleen. Der Vorort Nußdorf führte ein Siegel (Wappen), das einen Baumstrunk, aus welchem je rechts und links ein Zweig mit Blättern und Nüssen, im Ganzen drei Nüsse, emporwächst.

Die Ortschaft wird um 1114 erstmals genannt. Ein altes Ortszentrum ist kaum noch zu bestimmen. Die Bewohner waren Bauern, die im Wesentlichen für den Eigenbedarf produzierten. Auch der Fang von Krebsen und Fischen im westlichsten Arm der Donau (heute Heiligenstädter Straße) spielte eine Rolle. Für den Verkauf wurde Wein angebaut.

Nach dem Namen der Siedlung benannte sich ab dem 12. Jahrhundert auch das Geschlecht der Herren von Nussdorf. Einzelne Nachkommen fungierten als herzogliche Waldmeister. Ende des 14. Jahrhunderts starb dieses Geschlecht jedoch aus. Schon frühzeitig besaßen weltliche und geistliche Grundherren (Klöster, Stifte) in Nußdorf zahlreiche Weingärten; die Zahl der letzteren verringerte sich erst durch die Klosteraufhebungen Josephs II. Ab 1450 besaß Nußdorf eine dem heiligen Thomas geweihte Kapelle, gehörte jedoch bis 1783 zur Pfarre Heiligenstadt (in diesem Jahr erhielt Nußdorf einen eigenen Pfarrsprengel und mit der 1787-1789 neu erbauten Thomaskirche – Nußdorfer Kirche – auch eine eigene Pfarrkirche).

Einträglich für Nussdorf war neben dem Weinbau das Fährrecht, das heißt das Recht zum Transport von Waren und Menschen über die Donau. Am Donauufer entstand deshalb der Ort Urfar, der jedoch immer nur aus wenigen Hütten bestand. Sie dienten als Unterkünfte für die Fährleute oder Reisende. Am Donauufer gelegen, wurde die Siedlung jedoch oft überschwemmt und verlor durch den Bau der ersten großen Donaubrücke 1439 völlig an Bedeutung und verschwand schließlich zur Gänze.

Selbstverständlich teilte auch Nussdorf Wiens Probleme und Schwierigkeiten: 1425 beschossen die Hussiten von Jedlesee aus Nußdorf, 1484 legte Matthias Corvinus, als er Wien belagerte, in dieser Gegend Verschanzungen an, 1529 und 1683 litt der Ort unter den Türkeninvasionen (Kara Mustafa ließ Nußdorf gegen das Entsatzheer befestigen) und 1809 durch die Plünderungen der Franzosen so sehr, dass er sich nur langsam erholen konnte.

Aber dennoch entstanden Wirtschaftsgebäude; 15 Freihöfe bildeten selbständige Grundobrigkeiten, der Weinbau machte die Bewohner wohlhabend. Eines der ältesten Gebäude, der Neudeckerhof, existiert heute noch. Das Stift Klosterneuburg hatte als größter Grundherr die Dorfobrigkeit in Nußdorf inne.

1819 wurde die Nussdorfer Brauerei errichtet und die Kahlenbergbahn auf den Kahlenberg machte Nussdorf im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel der Wiener. Ab dem 18., besonders aber im 19. Jahrhundert ließen sich begüterte Wiener hier Sommerhäuser errichten.

1870 wurde die Franz-Josefs-Bahn am rechten Donauufer eröffnet. Im gleichen Jahr wurde der Bahnhof Wien Nußdorf, der bis heute besteht, in Betrieb genommen. 1885 wurde zur Verbindung mit der von 1874 bis 1919 von Nussdorf aus betriebenen Kahlenbergbahn (Zahnradbahn) eine Pferdebahnlinie durch die Heiligenstädter Straße nach Nussdorf eröffnet; seit 1903 wird sie in elektrischem Betrieb (seit 1907 Linie D) bedient. Nussdorf wurde von der Donauschifffahrt mit einer eigenen Anlegestelle angefahren.

1892 wurde Nussdorf gemeinsam mit den benachbarten Wiener Vororten Sievering, Grinzing, Oberdöbling, Unterdöbling, Heiligenstadt und dem Kahlenbergerdorf zu Wien eingemeindet.

Ein paar Notizen zu Nussdorf

Die Pandemie und die Rolle der EU

Bei Betrachtung des Pandemiegeschehens konzentrieren wir uns meist nur auf unser eigenes Land, da wird medial heftige Nabelschau betrieben. Vielleicht interessieren wir uns auch noch über jene Länder, in denen wir demnächst Urlaub machen wollen, oder in die wir reisen müssen, können oder sollen.  

Aber letztlich sind wir doch Mitglied der EU – und die Pandemie, die trifft doch alle Länder gleichermaßen. Oder doch nicht? Die Pandemie verläuft in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Von Staat zu Staat schwankt die Zahl der bestätigten Infektionen und Neuinfektionen mit dem Coronavirus ebenso wie die Zahl der schweren Verläufe mit Todesfällen. Aber die Gesamtzahlen sind erschreckend: 1.465.307 Verstorbene seit Beginn der Pandemie; 1,82 % der bestätigten Fälle sind verstorben, aber 91,47 % der bestätigten Fälle sind genesen (Genesungsrate ist eine ungefähre Angabe. Großbritannien, Schweden, Niederlande und Serbien liefern darüber keine offiziellen Informationen).

Aber wenn wir doch nicht so besonders viel davon hören: Die EU und ihre Mitgliedstaaten arbeiten in diesen Krisenzeiten zusammen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, die Gesundheitssysteme zu stärken, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern und Beschäftigte, Unternehmen und Mitgliedstaaten zu unterstützen.

Da stellt sich die sofortige Frage WIE?

  • Da ist einmal der Aufbauplan für Europa – der Haushaltsrahmen in Höhe von 1 824 Mrd. € für den Zeitraum 2021-2027 wurde festgelegt. Dieses Paket, das den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) mit dem außerordentlichen Aufbaufonds „NextGenerationEU“ verknüpft, hilft der EU beim Wiederaufbau nach der COVID-19-Pandemie und fördert Investitionen in den grünen und den digitalen Wandel. Diese Elemente ergänzen drei Sicherheitsnetze, die die EU bereits eingerichtet hat, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmen und Länder zu unterstützen. Es wurde außerdem dazu aufgerufen, schnellstmöglich zu einem voll funktionsfähigen Binnenmarkt zurückzukehren, die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der EU‑Branchen zu steigern und ihre Autonomie zu stärken sowie den digitalen Wandel zu beschleunigen.
  • Es gibt Notfallmaßnahmen der EU als Reaktion auf den Ausbruch von COVID‑19, um die Gesundheit und das Wohlergehen der EU‑Bürgerinnen und ‑Bürger zu schützen und Leben zu retten. Die EU geht dabei nach folgenden Prioritäten vor:

Eindämmung der Ausbreitung des Virus

Absicherung der Versorgung mit medizinischer Ausrüstung

Förderung der Forschung im Bereich Therapien und Impfstoffe

Unterstützung für Arbeitsmarkt, Unternehmen und Wirtschaft

Die Schwerpunkte der Koordinierungsbemühungen auf EU-Eben sind die folgenden:

Teststrategien und Einsatz von Antigen-Schnelltests

gegenseitige Anerkennung von Tests

grenzüberschreitende Ermittlung von Kontaktpersonen

Quarantänevorschriften

Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von COVID-19-Impfstoffen

interoperable digitale Impfbescheinigungen.

  • Die EU und der Mitgliedstaaten bekämpfen gemeinsam die COVID-19-Pandemie. Von der Garantie sicherer und wirksamer Impfstoffe über den Versand medizinischer Ausrüstung dorthin, wo sie am dringendsten benötigt wird, bis hin zur Aufnahme von Patienten aus anderen Ländern, vom Schutz von Arbeitsplätzen und Arbeitnehmern bis hin zur Hilfe für Partnerländer auf der ganzen Welt sind die EU-Länder über sich hinausgewachsen, um einander zu helfen.
  • Die EU ist aber auch solidarisch: die EU und ihre Mitgliedstaaten zusammen unterstützen Partnerländer, auch in der Nachbarschaft, in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Soziales. Europa hat sich zudem verpflichtet, den Zugang zu COVID‑19-Impfstoffen zu fördern und lokale Produktionskapazitäten aufzubauen. Das Team Europa ist einer der führenden Geber der COVAX-Fazilität, der weltweiten Kooperationsinitiative zur Beschleunigung der Entwicklung und Herstellung von COVID-19-Tests, ‑Behandlungen und ‑Impfstoffen und des Zugangs zu ihnen. Die EU-Mitgliedstaaten haben zugesagt, bis Ende 2021 mindestens 100 Millionen Dosen COVID‑19-Impfstoff an Länder der ganzen Welt zu spenden. Bis Juni 2021 war Team Europa bereits auf dem besten Weg, dieses Ziel zu übertreffen. Zudem ist ein weltweiter internationalen Vertrag zur Verbesserung der Pandemievorsorge und -reaktion nach der COVID-19-Krise in Planung.
  • Welche Erfolge sind zusehen:
    • Unterstützung der Gesundheitssysteme und Schutz der öffentlichen Gesundheit
    • Erforschung und Entwicklung sicherer COVID-19-Impfstoffe
    • Reaktion der EU auf die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie
    • Koordinierung pandemiebedingter Reisemaßnahmen innerhalb der EU
  • Die Krisenkoordinierung im Zusammenhang mit der COVID‑19-Pandemiewurde institutionalisiert. Der Informationsaustausch-Modus der Integrierten Regelung der EU für die politische Reaktion auf Krisen (Integrated Political Crisis Response, IPCR) wurde aktiviert.

Vielleicht haben wir die EU auf diesem Sektor unterschätzt, ich gebe zu, dass manches durchaus auch nach „blabla“ klingt, aber vieles wurde doch erreicht. Nur die Berichterstattung über EU-Maßnahmen in einzelnen Ländern lässt noch immer zu wünschen übrig, und viele Erfolge der EU scheinen als Federn auf den Hüten der Mitgliedsländer auf.

Die Pandemie und die Rolle der EU