Muslimisches Österreich: das ersehnte Ziel des IS oder Erdogans?

Heute lese ich: beeinflusst Erdogan die österreichische Politik? Naja, eher schon, wenn „Türken“, österreichische Türken, türkische Österreicher hier für Erdogan demonstrieren, wenn Erdogan gerne vor Wahlen zu Besuch nach Österreich und Deutschland kommt. Auch der Türken-Kurden-Konflikt zeigt sich zuweilen hier in Österreich.

Wir können uns nicht abschotten, eine Insel der Seligen sind wir lange nicht mehr. Vielleicht meinen manche, diese Insel hier zu finden – die  Auswanderungswilligen! Jedenfalls scheint Österreich auf einer Karte auf, die angeblich vom so genannten Islamischen Staat stammt. Diese Karte zeigt Gebiete (Provinzen), welche im eigentlichen Sinne schon jetzt zum Islamischen Staat (IS) gehören und demnächst wohl für einen Eroberungskrieg projektiert sind. Es handelt sich dabei einerseits um Länder, die zwar moslemisch sind, aber wahrscheinlich für den IS zu „unislamische“ Regierungen haben und andrerseits um Staaten, die einmal zum islamischen Herrschaftsbereich gehört haben.

Zum Beispiel trägt die iberische Halbinsel (Spanien & Portugal) den von den Arabern von 711 bis 1492 verwendeten Namen für das gesamte maurische Spanien: „al-Andalus“. Aber auch die Balkanhalbinsel, die jahrhundertelang von den Osmanen (Türken) besetzt war, bis Prinz Eugen den nördlichen Teil vom islamischen Joch befreite (der südliche wurde dann im 19. Jahrhundert enttürkisiert), gilt als unmittelbares Kriegsziel des Islamischen Staates und wird in dieser Karte als „Oropba“ (Europa?) bezeichnet. Österreich ist Teil dieses Oropba – nach der Wunschliste des Islamischen Staates. Österreich war aber schon zwei Mal Ziel des Osmanischen Reiches: 1529 und 1683 sind die Jahre, als der Versuch islamisch-türkischer Armeen, ganz Europa muslemisch zu machen, vor den Stadtmauern Wiens endete, weswegen Österreich keine islamische Besetzung (wie etwa Ungarn, Serbien, Bulgarien etc.) in seinen Geschichtsbüchern vermerken muss.

Dass dieser Sieg des IS schon 2020 erreicht sein wird, kann ich mir nicht vorstellen, aber der IS hat andere Methoden als die osmanischen Heere 1529 und 1683. Seine derzeitigen Angriffsziele liegen eher in Frankreich, Belgien … oder sind dort einfach mehr Kämpfer verfügbar? Die zivilisierte Welt reagiert hauptsächlich mit passiver Ohnmacht. Denn dem Terrorismus steht man im Grunde genommen völlig machtlos gegenüber, wie die Attentate der letzten Monate und Jahre immer mehr beweisen.

Der IS strebt aber nicht nur die Rückeroberung ehemals islamischer Gebiete an, sondern vielmehr, wie vom Koran gefordert, die Islamisierung der gesamten Welt.

Aber im Grunde handelt es sich nicht um eine Islamisierung, denn der IS will ja seinen, diesen Steinzeitislam, der im Grunde nichts mit der Religion zu tun hat, verbreiten. Wie sich bei Umfragen von Heimkehrern gezeigt hat, ist das Wissen über den Islam bei den meisten Kämpfern ziemlich marginal. Es geht um die Unterdrückung von Frauen, innerhalb des IS Gebietes ist das Tragen der Burqa einschließlich des Niqab Pflicht, auch wenn die Frauen auch eine Kalaschnikow tragen dürfen. Männer müssten dann Bärte tragen. Und die Nichteinhaltung von gewissen Regeln, die aber nicht notwendigerweise im Koran stehen, könnte dann entsprechend bestraft werden: durch öffentliche Steinigung, Kopfabschneiden, Auspeitschung und Kreuzigung.

Aber es gibt noch ein zweites Datum, das uns zu denken geben sollte: Die Türkei will laut ihrem EU-Botschafter spätestens in sechs Jahren Mitglied der Europäischen Union werden. Bevor die türkische Republik im Jahr 2023 hundert Jahre alt werde, will das Land der Union beitreten. Man meint in der Türkei, dass es die Krönung für dieses Land wäre, dann Mitglied der Europäischen Union zu sein.

Die Türkei ist auch  über die fehlende Unterstützung der EU nach dem Putschversuch vom Juli enttäuscht. Man geht dort davon aus, dass die Europäer und die USA die Gefahr nicht verstanden haben, der die Türkei ausgesetzt war. Nun erwartet die Türkei, dass die deutsche Kanzlerin, der Präsident der EU-Kommission und der Vertreter der EU-Präsidentschaft das Land jetzt besuchten und die Demokratie dort unterstützten. Der türkische Präsident habe die Demokratie gerettet. Es wird gefordert, dass der Westen endlich aufhören muss, Präsident Erdogan wegen angeblicher autoritärer Tendenzen zu verurteilen, sondern Solidarität zeigen sollte..

Aber vorher ist noch das Problem der Visafreihit für Türken zu lösen. Denn in der Türkei bestehen große Zweifel, dass die EU die Visumspflicht für Türken wirklich aufheben wird, auch wenn alle dazu notwendigen 72 Bedingungen erfüllt sein werden. Denn nach Lesart der türkischen Regierung ist die Visafreiheit eine Gegenleistung für ein Abkommen mit dem die Migration vor allem aus Syrien und dem Irak nach Europa über die Balkanroute verringert wurde.

PS: ad „Photos werden zu Symbolen ihrer Zeit“: Der Bruder von Omran aus Aleppo ist gestorben.

PPS: Zum so genannten Burqa Verbot ist schon so viel gesagt worden, dass ich mich hier der Meinung enthalte

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