Ich glaub‘, ich spinn?

Es ist schon seltsam, wie sich die Sicht auf Dinge, durch Beschäftigung mit anderen Themen als üblich, verändert. Hier, in meinem Zimmer, hoch oben am Göttweiger Berg steht mein Laptop, so wie er in Wien auch üblicherweise steht. Und da zu sehen ist, wenn ich nicht gerade arbeite, mein Bildschirmschoner – den hat mein Computer-Guru so eingerichtet – ein beleuchtetes Zelt mit Lagerfeuer in einer gebirgigen Landschaft. Nicht weiter bemerkenswert.

Heute, da so ganz andere Gedanken als üblich durch meinen Kopf wirbeln, schaute ich seitlich auf den Bildschirm, und sah plötzlich – und wirklich völlig unerwartet in dem aufsteigenden Rauch aus dem Lagerfeuer auf dem Bildschirmschoner ganz verschwommen, undeutlich und in schwarz-weiß eine Madonna mit Kind. Mein erster Gedanke war, dass ich wohl spinn, das gibt’s ja nicht. Ich bewegte mich weg, sah das Bild von vorne an – ganz undeutlich war diese Madonna auch von vorne zu sehen.

Mein erster Gedanke war, da mein Bildschirm hier ja an das lokale Netz angeschlossen ist, und dass das eine „Methode“ des Kloster-Netz-Admin wäre, auf den heiligen Ort aufmerksam zu machen. Auch als dann der Laptop in Sparmodus gegangen war, erschien das Bild doch wieder. 

Vielleicht lag es an mir, schließlich zeigt das Bild am Hochaltar der Kirche die Aufnahme Mariens in den Himmel und wir verbringen doch täglich einige Zeit in der Kirche. Aber „mein“ Bild – so vage es auch ist – zeigt eine stehende Madonna mit Kind, nicht ein Weihnachtsbild mit Baby, sondern mit schon einem größeren Kind, und nicht eine in den Himmel auffahrende Madonna. Es scheint aber keine gotische Madonna zu sein, eher eine frühbarocke.

Aber dieser Rauch war schon immer dar – ich sah halt nichts drinnen – bisher. Und jetzt überlege ich, was diese „genauere“ Sicht auf etwas durchaus „Vages“ bewirkt haben könnte. Im Moment geht mir viel durch den Kopf. Zuerst ist mir eingefallen, dass heute am Vormittag mein „Begleiter“ die Liebe Gottes zu den Menschen mit der Liebe einer jungen Mutter zu ihrem kleinen Kind verglichen hat. Sie weiß noch nicht, wie dieses Kind aussehen wird, wenn es dann größer sein wird, sie weiß noch nicht, was einmal aus diesem Kind werden wird, aber sie liebt es – bedingungslos. Aber mein Bild hat nicht wie das einer jungen Mutter mit ihrem Baby ausgesehen.

Wir, meine Tochter und ich, haben gestern über meine Mutter und ihren Glauben gesprochen (wir beide schweigen nicht untereinander, aber wir sprechen hauptsächlich nur über, wie es meine Tochter nennt, Göttweiger Themen) und mir fällt es leichter, im Dialog zur „Erkenntnis zu gelangen“, als im Solo-Nachdenken. Meine Mutter (und übrigens auch meine Schwiegermutter) haben ihren Glauben in der Verehrung Mariens gelebt.

Die Geschichte vom Verlorenen Sohn, die mir seit Tagen im Kopf herumspukt, hat doch auch keinen Bezug zu einer Madonna mit Kind. Da hat mich eher die Frage der unverdienten Ungerechtigkeit beschäftigt. Und auch im Buch Ijob – mit alle seinem Unglück – sehe ich keinen Bezug zur Gottesmutter.

Was all das nun wirklich für mich bedeuten soll, muss ich noch ergründen!

PS: „meine Madonna“ ähnelt jener, die oben am Hauptaltar der Kriche steht, man sieht sie auch nicht ganz genau. Ich habe sie bis dann nciht „wahrgenommen“.

Ich glaub‘, ich spinn?

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