Beispiele zu Gesetzestreue und Zivilcourage

In Wien

In Wien gibt es der Verordnungen viele, auch viele Verbote – nur – es halten sich halt doch einige überhaupt nicht daran – und von Ermahnung oder Bestrafung durch die „Obrigkeit“ ist weit und breit nichts auszumachen.

Beispiel gefällig? Im Burggarten besteht ein Radfahrverbot, man darf sein/ihr Rad nur durchschieben. Schiebend, sehe ich sehr wenige. Die meisten fahren eher langsam und rücksichtsvoll durch. OK,  zwar nicht in Ordnung, aber nicht gefährlich. Aber es gibt auch die Flitzer, die sich nur so zwischen den Fußgängern durchschlängeln/drängen, da muss man als Fußgänger schon mächtig  aufpassen, um ihnen nicht in die Quere zu kommen.

Im Burggarten besteht ein Hundeverbot, bei jedem der Eingangstore ist eine großmächtige diesbezügliche Tafel angebracht. Aber für manche Besitzer des doch so lieben Hunderls scheint das nicht zu gelten.  Weil mich das ärgert und weil auch viele Leute im Gras sitzen und auch herumkrabbelnde Kinder dabei sind, finde ich, dass die lieben Viecherln im Gras aber überhaupt nichts zu suchen – oder gar zu hinterlassen haben. Als ich neulich wie sehr, sehr oft wieder durch diesen sehr gut besuchten Park gegangen bin, kommen mir zwei Burschen entgegen, mit einem Hund, der halt bei einem Baum „etwas“ abgelegt hat. Die jungen Herrn machten sich nicht die Mühe das „Gackerl ins Sackerl“ zu befördern“. Naja, ich sagte dann doch eher freundlich, „Sie wissen schon, dass hier im Park ein Hundeverbot gilt“. Und die Antwort: „Alte Leut‘ wie Sie sollt‘ ma hier verbieten“. Ich fühle mich frustriert, machtlos und alleine gelassen!

Ich werde mich hüten, in Zukunft noch einmal auf einen derartigen Umstand hinzuweisen. Die Polizei fährt ja regelmäßig mit dem Auto durch den Burggarten, aber das werden eher Gruppen von Leuten auseinandergetrieben, als auf Hunderln geachtet.

Gestern in den Nachrichten hat Oskar Deutsch (israelitische Kultusgemeinde) darüber geklagt, dass bei antisemitischen Angriffen auf jüdische Mitbürger Umstehende nicht Stellung beziehen. Er hat als Beispiel einen Messerangriff genannt. Ich gebe hiermit zu, bei einem Messerangriff hätte ich mich auch herausgehalten. Ich hätte wahrscheinlich die Polizei verständigt. Das habe ich einmal in der U-Bahn (in der berüchtigten Linie U6, am Weg zu meinem damals todkranken Mann ins Spital) bei einer Rauferei im Waggon getan. Die Nebensitzenden haben gemeint: „Sie traun eaner was!“ Auf meine erstaunte Frage – wieso denn. Kam die Antwort: „wenn die sehen, dass Sie telephonieren, kriegen Sie die nächste Watsch’n“. Man hat mich nicht gesehen, es telephonieren viele in der U-Bahn, und bei der nächsten Station wurde der Zug angehalten und die Rauferei von Ordnungskräften beendet. Ich bin wirklich nicht dafür, dass irgendjemand geschmäht wird, aber Einmischung – also das Zeigen von Zivilcourage – kann äußerst gefährlich sein, soviel muss den Umstehenden/Vorbeigehenden auch zugestanden werden.

„War net Wien, wenn net durt, wo ka Gfrett is, ans wurdt“, meinte schon der ansonsten verpönte Lyriker Josef Weinheber – womit er aber recht.

Beispiele zu Gesetzestreue und Zivilcourage

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