Aus dem 4. Lockdown (November 2021)

Neulich habe ich mich wirklich geschreckt, als ich in der Früh aufgewacht bin, musste ich länger (!!) überlegen, welcher Wochentag wohl wäre. Sie sind alle so gleichförmig geworden, es gibt fast nichts, das einen Tag von dem nächsten unterscheidet. Ein winterlicher Lockdown ist noch trostloser, als einer im Frühling, in dem man sich mehr im Freien aufhalten könnte! Denn meist ist es „grau in grau“!

Jaja, Sie werden jetzt sagen, strukturieren sie ihre Tage, nehmen sie sich etwas vor.  Ja eh! Ich schreibe mindestens zwei „G’schicht‘ln“ für meinen Blog, das füllt schon einen großen Teil des Tages aus. Ich koche mir auch ein Mittagessen. Gestern z.B. war ich auf dem Friedhof. Es waren ganz wenige Leute dort unterwegs, ein Fahrradfahrer, ein Läufer, keine Autos, kaum „klassische“ Friedhofsbesucher. Es war halt recht kalt und sehr windig, sogar stimmungsvoll, dennoch suchte ich bald das Weite, einfach weil ich gefroren habe (hatte keine Kopfbedeckung mitgenommen). Aber als ich „unser Grab“ (derzeit nur von meinem Mann „bewohnt“) erblickte, hatte ich so etwas von einem „Heimkommen-Gefühl“, irgendwann werde ich auch dort begraben werden.

Sollte es demnächst regnen oder schneien, habe ich mir vorgenommen, eine Rundfahrt mit je einem Citybus zu machen. Sonst benutze ich sie ja kaum, denn alles „in der Stadt“ ist für mich zu Fuß zu erreichen. Sie sind auch meist nicht sehr voll. Noch etwas habe ich auf meiner „To-Do“-Liste für die Lockdown Zeit. Gestern habe ich von dem Czernin-Viertel im Zweiten Bezirk gehört – zum ersten Mal. Das werde ich demnächst aufsuchen.

Und sollten die Museen demnächst dann doch aufsperren, dann steht ganz oben auf der Liste das Jüdische Museum mit der Rothschild-Ausstellung.

Ansonsten werde ich versuchen besonders vorsichtig zu sein. Ich habe einen gesunden Respekt vor der Omikron Mutante. Denn mit deren Auftreten wurde uns die wieder die „Sicherheit“ geraubt, in der ich mich als Drei-Mal-Geimpfte gewiegt habe. Aber der Optimist in mir flüstert mir zu, dass wir vielleicht mit dieser Mutante auch Glück haben könnten: möglicherweise ist sie zwar sehr ansteckend aber in ihrer Auswirkung weitgehend „harmlos“. Na dann würden sich schnell viele Menschen anstecken (dabei nicht sehr krank sein) und prompt hätten wir die Herdenimmunität (ein grässliches Wort, ich sehe mich nicht gern als Teileiner Herde) erreicht. Vielleicht würde dann die Impfpflicht überflüssig … Und ich könnte mich wiedersicher fühlen und wir brauchten keinen Lockdown mehr.

Aber besser ist es, jetzt sehr vorsichtig zu bleiben! Leider! Ich versuche in Öffentlichen Verkehrsmitteln Abstand zu halt – das ist wirklich nicht leicht. Auf der Straße trage ich sie nicht, die Maske, aber sonst überall. Aber auch da gibt es Tücken, denn die Brillen laufen bei Temperaturwechsel sofort an und es dauert lange, bis man wieder ordentlich durchsehen kann (gefährlich z.B. bei Stufen in die U-Bahn). Und in der Straßenbahn kann man nicht lesen.

Aber es freut mich jedenfalls, dass der Nikolo kommen darf!

Fernsehen hilft mir nicht besonders, in Zeiten wie diesen. Besonders der ORF ist zuweilen recht enttäuschend. Auf einem Sender eine Show – die ich schon grundsätzlich nicht mag, und auf dem anderen Sender ausschließlich Sportberichterstattung. Beides nicht für mich. Ja, da gibt es noch ORF III und Arte, wo es zuweilen Interessantes zu sehen gibt. Aber Unterbrechung durch Werbung – auf den vielen anderen Sendern – ist mir ziemlich zuwider … Dann hätten wir noch Netflix, aber die endlosen Serien – mit erfundenen Personen – werden zuweilen ziemlich langweilig. Über echte Personen – das ist dann etwas anderes!

Aber nie hätte ich diverse Lockdowns überstehen können, wenn es keine Bücher gäbe! Ja, ich muss zugeben, ich lese viel „über Kindle“, d.h. ich kaufe Bücher über Amazon (das, seit „meine“ Buchhandlung zugesperrt hat, all die netten, kundigen Verkäufer dort andere Jobs suche mussten). Aber vertrauensvoll borgen mir Freunde oft Bücher, die sie gerne selber gelesen haben. Und Verwandte und Freunde schenken mir Bücher!  Erst gestern ist ein vorweihnachtliches Geschenk eingetroffen, über das ich mich besonders gefreut habe: „Die Romanows – Glanz und Untergang der Zaren-Dynastie 1630 – 1918“ von Simon Sebag Montefiori (über 900 Seiten). Ich freue mich deshalb besonders darüber, weil ich schon einiges von ihm gelesen habe: der junge Stalin, am Hof des roten Zaren und das grandiose Jerusalem (alle sehr empfehlenswert!). Sie werden ein Weilchen warten müssen, bis ich „die Romanows“ gelesen haben werde. Erst dann kann ich Ihnen darüber berichten.

Bis demnächst wieder!

Aus dem 4. Lockdown (November 2021)

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